Besuch aus Rimbach
Intendant Johannes Reitmeier verabschiedet sich: LiBu-Abordnung bei Gala in Innsbruck

17.06.2023 | Stand 14.09.2023, 23:08 Uhr

LiBu-Vorsitzender Walter Kolbeck (hinten li.), Ev Mauerer, Eva Bablick (r.) und Inge Kolbeck trafen sich zuvor zu einem Frühstück mit „ihrem“ Regisseur Johannes Reitmeier. Foto: Kolbeck

Eine perfekte Inszenierung zum Abschied, von der man noch lange sprechen wird (Bayerischer Rundfunk): Die Oper „Elektra“ aus der Feder von Richard Strauss, Libretto von Hugo von Hofmannsthal, wurde zum Triumph für Johannes Reitmeier. Überglücklich sah Reitmeier nach dem Schlussapplaus aus, unbeschwert nach elf Jahren Intendanz am Landestheater Innsbruck.

„Wohl eine der besten Regiearbeiten der vergangenen Jahre, die im großen Haus zu sehen waren“, urteilte die Tiroler Landeszeitung über das Abschiedsgeschenk des Kötztingers am 11. Juni an das Innsbrucker Theaterpublikum.

Jubelsturm des Publikums

„Ein Triumph auf ganzer Linie“, schreibt die Kronen Zeitung: Diese Aufführung ist eine der besten der gesamten Ära Reitmeier. Ein Abschiedsgeschenk mit immenser Wucht, die seiner Ära am Tiroler Landestheater ein triumphales Ende setzt. Das Ensemble erntete einen Jubelsturm des Publikums, und zuletzt erhob sich dieses von den Sitzen, um den auf die Bühne tretenden Reitmeier zu verabschieden. So auch Vorstandsmitglieder des Lichtenegger Bundes (LiBu), die Reitmeier zur Premiere und zum Abschiedsgala begleiten durften. Libu-Vorsitzender Walter Kolbeck, Ev Mauerer, Eva Bablick und Inge Kolbeck trafen sich zuvor zu einem Frühstück mit „ihrem“ Regisseur in dessen Haus.

Lesen Sie hier: 2023 ist die letzte Saison für den Brandner Kaspar des LiBu auf Burg Lichtenegg

Der am 31. August aus seiner Funktion scheidende Intendant des Tiroler Landestheaters wurde für seine elfjährige Tätigkeit am 13. Juni mit dem Ehrenring der Stadt Innsbruck gewürdigt. Das Ensemble verabschiedete sich mit einem Best-of aus allen Sparten – von der Arie der Königin der Nacht über eine Tanz-Einlage bis zur unterhaltsamen Theater-Performance.

Auf Erfolgskurs gebracht

Reitmeier habe es nicht nur verstanden, die Säle des Theaters eindrucksvoll zu füllen, sondern er habe sich auch einen Platz im Herzen des Publikums verdient, so Bürgermeister Georg Willi bei der Überreichung der Auszeichnung. Auch in künstlerischer Hinsicht habe Reitmeier vieles auf Erfolgskurs gebracht. Mehrfach wurden Musiktheater- und Tanzproduktionen mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet. Der Nestroy-Preis, einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum, ging erstmals für das Stück „Anna Karenina“ nach Tirol.

Johannes Reitmeier baute den Kinder- und Jugendtheaterbereich gezielt aus und etablierte erstmals eine Theaterpädagogik. In der Folge ging der renommierte Stella-Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum für herausragende Leistungen seit 2012 zweimal nach Tirol.

Weiter rief Reitmeier die Reihe „Opera Austria“ ins Leben, innerhalb derer dem Publikum selten oder noch nie gespielte Werke des Musiktheaters vorgestellt werden, die in Österreich verortet sind. Als Intendant zieht sich Reitmeier zwar zurück, doch als Regisseur will er weiterarbeiten: „Für das Nichtstun bin ich nicht geeignet“, sagte er und lachte.