Landkreis Regen
Katastrophenfall simuliert: Chamer Flughelfergruppe übt mit NH-90 Transporthubschrauber

27.07.2023 | Stand 13.09.2023, 3:59 Uhr

Diese Teilnehmer übten mit dem elf Tonnen schweren Hubschrauber NH 90. Foto: Christian Kress

Die Flughelfergruppe des Landkreises Cham lässt nicht locker, um für eventuelle Einsätze gerüstet und stets auf dem Laufenden zu sein. In diese Kerbe schlug auch die jüngste Übung am vergangenen Donnerstag bei der Bayerwaldkaserne in Regen.

Die in Thürnstein stationierten Flughelfer machten sich bereits in den Morgenstunden mit dem Mehrzweckfahrzeug und dem Versorgungs-LKW der Thürnsteiner Wehr auf den Weg ins Übungsgebiet.

Das Ziel war die Bayerwaldkaserne in Regen. StFw Marcel Dymke und der stellvertretende Leiter Flughelfer Christian Kress hatten die Übung bereits Monate im Vorfeld geplant. Übungspartner für die Flughelfer war ein NH-90 Transporthubschrauber der Bundeswehr. Da im Einsatzfall immer zwei Flughelfergruppen alarmiert werden, zogen die Verantwortungsträger die Einheit der FF Straubing mit ihrem Löschgruppenfahrzeug-KAT hinzu.

Sportplatz als Einsatzgebiet



Kurz nach 8 Uhr trafen sich die Flughelfer-Trupps an der Pforte der Kaserne, um gemeinsam zum geplanten Flugfeld aufzubrechen. Dafür hatten die Initiatoren den alten Sportplatz der Liegenschaft ausgewählt. Gemeinsam bauten die Übenden den Feldlandeplatz auf und bereiteten die zu „fliegenden Lasten“ vor. Kurze Zeit später kündigte sich das elf Tonnen schwere Fluggerät mit dem Rufzeichen „Sonic“ über Flugfunk bei der Übungsleitung an, welche Christian Kress innehatte.

Nachdem die Besatzung die Triebwerke abgestellt hatte, fand ein gemeinsames Briefing für Piloten, Bordtechniker, Flughelfer und Bundeswehrangehörige statt. Die Beteiligten besprachen den Übungsablauf, die Absetzplätze, die Notverfahren und die Wasseraufnahme. Alle Flughelfer erhielten obendrein nochmals eine Einweisung in den Lasthaken des Helikopters sowie in die Erdung der Maschine.

Das Mehrzweckfahrzeug beherbergte die fliegerische Einsatzleitung. Martin Silberbauer übernahm dort die Aufgaben, die Protokolle wie z. B. Einsatztagebuch, Lastenprotokoll, Materialliste, Funkskizze und die Personentransportliste zu erstellen, um diese im Ernstfall der örtlichen Einsatzleitung zu übermitteln.

Als erstes nahm der NH-90 die Lufttransportbox Bayern auf und flog diese ins simulierte Einsatzgebiet, welches auf dem Standortübungsplatz lag. Im zweiten Anflug transportierte der Heli eine weitere Lufttransportbox mit zehn Meter Seilverlängerung. Im weiteren Verlauf gelangten noch zwei Mehrzweckeinsatzbehälter mit 1000 Liter Löschwasser, ebenfalls mit unterschiedlichen Verlängerungen, via Luftfracht ins Einsatzgebiet.

Großen Arber umkreist



Nun wurde der Hubschrauber auf „Löschbetrieb“ umgerüstet. Dabei hingen die Flughelfer das 2000 Liter fassende Bambi-Bucket an das Luftfahrzeug. Zum Schöpfen von Löschwasser flog der Hubschrauber den Regener Stausee an. Die ersten zwei Ladungen Wasser ließ er in einen 5000 Liter fassenden Faltbehälter der Flughelfergruppe des Landkreises Cham ab. Mit den weiteren Ladungen wurden simulierte Ziele auf dem Übungsplatz abgelöscht. Dazu zündete man Rauchkörper, damit die Piloten die Brandherde auch optisch wahrnahmen. „Dies funktionierte durchwegs reibungslos“, so Christian Kress.

Während der Hubschrauber am Flugplatz Straubing-Wallmühle auftankte, nahmen die Flughelfer gemeinsam in der Truppenküche das Mittagessen ein. Nach der Rückkunft des Heli besprachen die Beteiligten das weitere Vorgehen. Zunächst beförderte die Besatzung alle Lasten vom Absetzplatz wieder zurück zum Flugfeld. Im Anschluss trainierte man das Verlegen von Einsatzkräften. Diese stiegen während laufender Rotoren in die Maschine ein und sicherten sich. Die Maschine hob ab, nahm den Großen Arber ins Visier, umkreiste diesen und kehrte wieder in die Kaserne zurück. Hierbei zeigte sich der Vorteil eines Hubschraubers, der zwölf Einsatzkräfte samt Ausrüstung innerhalb kürzester Zeit über eine große Distanz verbringen kann.

Übungsleiter Christian Kress ließ das Geschehen nochmals Revue passieren und dankte allen Anwesenden für ihre Teilnahme. Besondere Anerkennung zollte er StFw Marcel Dymke vom Panzergrenadierbataillon 112 für die Möglichkeit, das Training auf dem Übungsplatz durchzuführen. Während des kompletten Ablaufs waren zahlreiche Vertreter der Kreisbrandinspektion Regen anwesend. Die Betreuung und Information der Führungskräfte übernahm KBM und Fachberater Konrad Kellner. Er setzte die Gäste u. a. darüber in Kenntnis, dass Einsätze des Fachberaters Flughelfer sowie selbige mit Unterstützung von Hubschraubern der Landespolizei Bayern stets kostenlos seien.

kfl