Ried und Eitenzell
Landkreis stimmt Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet zu

18.06.2023 | Stand 14.09.2023, 23:08 Uhr |
Heidi Schiedermeier

Der Umweltausschuss hat erneut Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet genommen – aus guten Gründen. Foto: Schiedermeier

Nach Ortsbesichtigungen nahe Ried bei Gleißenberg und Eitenzell bei Rettenbach hat der Umweltausschuss dort der Herausnahme von rund 40 000 Quadratmetern Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet zugestimmt.

Die 2000 Quadratmeter Fläche in Ried, so Caroline Stautner von der Unteren Naturschutzbehörde, sei intensiv landwirtschaftlich genutzt und nicht als artenreich anzusehen. Die Gemeinde Gleißenberg beabsichtigt dort die Schaffung von acht bis zehn Bauplätzen im Anschluss an die bestehende Bebauung.

Gemeinde ein neues Bau- und Mischgebiet schaffen



Die zweite Ortsbesichtigung des Umweltausschusses fand in Rettenbach-Eitenzell statt. Auch dort will die Gemeinde ein neues Bau- und Mischgebiet schaffen. Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes, so die Verwaltung, werde auch hier nur geringfügig geändert. Nach der Vorprüfung seien durch die Herausnahme der Flächen „voraussichtlich keine erheblichen Umweltauswirkungen“ zu erwarten.

Acht bis zehn Anfragen für Wohnbau



Rettenbachs Bürgermeister Alois Hamperl erklärte dazu, die Gemeinde verfüge über keine Flächen-Potenziale mehr für Wohnen und Gewerbe. Die Herausnahme sei auf Anraten der Behörden von 4,5 auf 3,7 Hektar begrenzt worden. Dies sei aus bauplanerischen Gesichtspunkten entstanden, aber auch, weil man den Naturschutz gegen die Bedürfnisse der Gemeinde abgewogen habe. Auf Anfrage von Kreisrat Michael Doblinger erklärte der Bürgermeister, dass es acht bis zehn Anfragen für Wohnbau aus der eigenen Gemeinde gebe und zwei für Gewerbe. Es gehe nicht um Zuzug aus dem Raum Regensburg. Doblinger fand das Gebiet immer noch zu groß.

Landrat Franz Löffler stellte nach den Besichtigungen fest, für ihn habe sich herausgestellt, dass diese Vor-Ort-Termine wertvoll seien. „Manche Debatten erübrigen sich, wenn man gesehen hat, warum es wirklich geht“, so Löffler.