Der kranke Mensch im Mittelpunkt
Maria Münch aus Nößwartling hat ein Buch geschrieben, das ihre Erlebnisse in der Pflege wiedergibt

10.11.2023 | Stand 10.11.2023, 11:00 Uhr |

Die Autorin Maria Münch Fotos: Rose Mühlbauer

„Lebensaufgabe Pflege“, so hat Maria Münch aus Nößwartling, einem Ortsteil von Arnschwang, ihr Buch genannt. Im Untertitel verrät sie mehr über den Inhalt: Es sind Geschichten, die das Leben schreibt.

Am vergangenen Mittwoch stellte die Autorin ihr Werk vor. Zu dieser Veranstaltung begrüßte Maria Münch zahlreiche Besucher, Bürgermeister Michael Multerer, ihre Lektorin Fanni Ketterl, Hubert und Andrea Perlinger von der gleichnamigen Druckerei, die Familie und den Musikanten Karl Adam, der die Veranstaltung musikalisch umrahmte.

Ein weiterer Gruß galt der Familie von Fanni Ketterl, den ehemaligen Kollegen vom KKH Furth im Wald und dem Pflegedienst Benner sowie ihren Mitstreiterinnen bei der Gruppe „Zab Arnschwang“.

Das könnte Sie auch interessieren: Manfred Macht aus Furth im Wald hat einen Sechsjährigen vor dem Ertrinken gerettet

Wie es zum Buch kam

Warum hat Maria Münch das Buch geschrieben? Im Laufe ihres Arbeitslebens dachte sie immer öfter: „Wenn ich in Rente gehe, schreibe ich ein Buch. Meine Arbeit umfasst die ganze Bandbreite des menschlichen Lebens, von der Geburt bis zum Tod.“ 2020 kam die Autorin mit der Seniorenbeauftragten der Gemeinde, Fanni Ketterl, in näheren Kontakt. Bei der gemeinsamen Arbeit erzählte Maria Münch einige ihrer Geschichten: Geschichten zum Lachen, zum Weinen, makabere Geschichten und solche, die kaum zu glauben waren. Die Reaktion von Fanni Ketterl war: „Du musst ein Buch schreiben. Ich mache deine Lektorin und tippe es ab!“

So geschah es auch. Maria Münch schrieb alles fein säuberlich mit Bleistift in Schulhefte, alles andere erledigte ihre Lektorin. Es entstand ein Buch mit 30 Geschichten.
Fanni Ketterl erzählte anschließend über die Schwierigkeiten, einen passenden Verlag zu finden. Bei der Druckerei Perlinger wurden sie fündig. In einer hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Perlinger entstand das Werk. Nebenbei entwickelte sich zwischen beiden Frauen eine tiefe Freundschaft und eine hervorragende Zusammenarbeit in der Seniorenarbeit der Gemeinde. Diese Arbeit sprach Bürgermeister Michael Multerer in seinem Grußwort an. Er beglückwünschte Maria Münch zu ihrem Buch und dankte ihr zugleich für ihre ehrenamtliche Arbeit, die sie für die Senioren leistet. Er zollte der Autorin den höchsten Re-spekt und freute sich besonders darüber, dass aus ihrem Ruhestand kein Ruhestand geworden sei. Niemand wisse besser als sie, was die älteren Menschen wollten und was sie bräuchten.

Das könnte Sie auch interessieren: Sie gehen dorthin, wo es wehtut: Notfallseelsorger erzählen von ihrer Arbeit im Landkreis Cham

Es kommt viel zurück

„Das Wichtigste in der Krankenpflege ist der kranke Mensch.“ Dieser Satz zieht sich durch alle Erzählungen. Drei ihrer Geschichten las die Autorin vor. Berührendes, aber auch Lustiges hat Maria Münch in ihrem Buch festgehalten. Aber auch Gewalt und sexuelle Übergriffe sind während ihrer Arbeit in der Pflege vorgekommen. Auf die Frage, wie man mit solch oft intensiven Erlebnissen eine so lange Zeit zurechtkomme, antwortete Maria Münch: „Es kommt ganz viel zurück, wenn man den Menschen helfen kann.“ Im Anschluss an den offiziellen Teil waren alle Gäste zu einem kleinen Büffet eingeladen. Auch konnte das Buch erworben werden und wurde auf Wunsch von der Autorin signiert.