Naturlehrpfad für alle
Mehrwert für die ganze Region: Barrierearmer Silbersee-Rundweg wurde eröffnet

22.10.2023 | Stand 22.10.2023, 18:30 Uhr

Die Ehrengäste durften zusammen mit Bürgermeister Ludwig Prögler und Helmut Heumann den barrierearmen Rundweg offiziell eröffnen. Foto: Christa Bucher

Aus dem Schmuckstück ist ein Juwel geworden: Ein Schatz war der Silbersee schon immer – nicht nur für die beiden Gemeinden Treffelstein und Tiefenbach. Jetzt aber hat er durch den barrierearm gestalteten Rundweg eine weitere Aufwertung erfahren.

Als dieser am Samstagnachmittag offiziell eröffnet wurde, hatte Tiefenbachs Bürgermeister Ludwig Prögler jedenfalls auf Anhieb fünf gute Gründe dafür parat. Allen voran die Tatsache, dass der Rundweg durch den Abbau von Barrieren nun besonders auch Menschen mit Handicap dazu einlade, hierher zu kommen. Außerdem trage er dazu bei, den Silbersee noch weiter bekannt zu machen. Er beschere den Silbersee-Gemeinden ein Alleinstellungsmerkmal und trage mit seiner gelungenen Beschilderung dazu bei, die „wunderbare Natur den Menschen jeden Alters“ noch näher zu bringen. Und: Er soll dazu beitragen, die ohnehin schon sehr gute Zusammenarbeit von Tiefenbach und Treffelstein zu stärken.

Gemeinden investieren je 20.000 Euro



Pröglers Dank galt Landrat Franz Löffler auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Naturparks Oberer Bayerischer Wald, für die Bereitschaft, „dieses beispielhafte Vorhaben“ zu realisieren. Nicht vergessen werden dürfe die Regierung der Oberpfalz, die das Konzept mitgetragen und mit einer 70-prozentigen Förderung finanziell sehr gut unterstützt habe. So halte sich die Eigenbeteiligung der beiden Gemeinden in Höhe von jeweils 20.000 Euro in Grenzen.

Profiteure dieses besonderen Schatzes seien aber nicht nur die beiden Kommunen, sondern die ganze Region, alle Menschen, die Natur erleben wollen. Zwar habe sich der bisherige Rundwanderweg schon großer Beliebtheit erfreut: „Der Naturlehrpfad ist aber ein echtes Juwel für alle Naturliebhaber.“ Die Bedeutung des Silbersees als Naherholungsgebiet erläuterte Treffelsteins Bürgermeister Helmut Heumann. Angefangen hatte alles 2008 mit zwei Feuerstellen. Beinahe im Jahres-Rhythmus folgten weitere Projekte: 2009 der Rundwanderweg, 2012 die Reaktivierung des Triebwerkskanals, 2013 der Bau der Toilettenanlage, 2016 die Nachmeile und 2021 der Spielplatz, um nur einige Meilensteine zu nennen. Heumann verhehlte dabei nicht, dass bestimmte Projekte anfangs kontrovers diskutiert worden seien. „Die Begeisterung hielt sich ab und an in Grenzen“, sagte er. Mit Sichtbarkeit der Dinge sei aber die Stimmung jedoch immer positiver geworden.

Ziel: Hindernisse abbauen



Der barrierearm gestaltete Naturlehrpfad sei die jüngste umgesetzte Maßnahme. Und dabei dürfe man mit Recht von einem Leuchtturmprojekt sprechen: weil ein wunderbarer Ort nun auch für Menschen mit Beeinträchtigung erlebbar werde. Stellvertretender Landrat Sandro Bauer gratulierte den beiden Gemeinden dazu, was sie geleistet und was sie sich mit Unterstützung des Naturparks geleistet haben. Denn das sei keine Pflichtaufgabe, sondern die Kür. „Hier wurde etwas geschaffen, das der gesamten Region dient“, sagte er. Denn die barrierearme Gestaltung komme nicht nur körperlich beeinträchtigten Menschen zugute, sondern auch Radfahrern und Eltern mit Kinderwagen. „Das ist ein enormer Mehrwert.“ Die beiden Kommunen hätten insofern alles richtig gemacht und ein echtes Juwel geschaffen.

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Architektin Yvonne Schrattenthaler war es vorbehalten, die Maßnahmen am Rundwanderweg vorzustellen. Durch die Umgestaltung zu einem barrierearmen Naturlehrpfad werde der Silbersee hinsichtlich der touristischen Attraktivität aufgewertet. In erster Linie sei es darum gegangen, Hindernisse abzubauen und durch einfache Maßnahmen den Weg für alle zugänglich und attraktiver zu gestalten. So wurde etwa bei der Treppenanlage bei der Schwarzachbrücke der Höhenunterschied mit einem Stahlsteg mit leichter Neigung auf Schraubpfahlfundamenten ausgeglichen. Zum Teil wurden der Weg und der Holzsteg verbreitert und Steigungen reduziert.

Info-Tafeln neu gestaltet



Ein weiterer wichtiger Punkt war die Gestaltung der Informations- und Orientierungstafeln. Gerade für Menschen mit starken Einschränkungen beim Lesen, Gehen, Hören und Sehen musste auf eine einfache, bild- und kontrastreiche sowie tastbare Informationsvermittlung geachtet werden. An den vier Einstiegsstellen zum Weg stehen deshalb Infotafeln, auf denen die Wegabschnitte in ihrer Beschaffenheit beschrieben sind und der Wegverlauf dreidimensional fühlbar ist. Alle Infos sind auch in Blindenschrift dargestellt.

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Die bereits bestehenden Naturlehrpfadstationen wurden um sieben bildreiche Tafeln erweitert. Und es wurden Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung umgesetzt. Neue Biotopstrukturen wie die Streuobstwiese wurden geschaffen. Auch die Rastplätze wurden ausgebaut, so dass sich nun im Abstand von 500 Metern eine Ruhemöglichkeit befindet.

Durch all diese Maßnahmen seien Bereiche des Rundwegs nun für bestimmte Personengruppen zusätzlich nutzbar und für alle attraktiver.

wbf