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Neubau der Weidinger Kinderkrippe im September forderte Kreditaufnahme

23.02.2024 | Stand 23.02.2024, 11:00 Uhr

Schwerpunkt, nicht nur 2023, sondern auch heuer ist der Neubau der Kinderkrippe am Pfarrer-Spießl-Platz in Weiding (Kostenvolumen rund 2,4 Millionen Euro). Start ist im September.

Gemeindliche Statistiken und ein ausführlicher Rückblick haben kürzlich die Bürgerversammlung im Gasthaus Meier in Dalking geprägt. Bürgermeister Daniel Paul freute sich über die rund 100 Zuhörer.

In seinem Vortrag nahm der Rathauschef die Gäste des Abends mit auf eine Reise quer durch das vielfältige Repertoire der Gemeinde Weiding im Jahr 2023 mit ihren Entscheidungen und Weichenstellungen. Es gab auch nachdenkliche Worte zum Anspruchsdenken der Gesellschaft, auch heruntergebrochen auf eine Gemeinde, zum Respekt gegenüber der öffentlichen Hand und zu vielen Leistungen der Kommune, die oft als selbstverständlich betrachtet werden.

Über das Mögliche freuen

Trotz aller Unsicherheiten, die unser Land und unser Tun und Handeln bis in den persönlichen Bereich aktuell beeinflussen, müsse man die Freude einer kommunalen Arbeit immer wieder in den Mittelpunkt stellen. Stolz darauf sein, was möglich ist und gelingen kann, und sich nicht unterkriegen lassen, wenn so manche Wünsche aufgrund finanzieller Möglichkeiten vorerst warten müssten, so Paul.

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Damit schlug er die Brücke zum Plan des Großprojekts mit Kinderkrippe, Feuerwehrhaus und Bürgersaal in Weiding. Man habe die Krippe abgekoppelt, diese weitergeplant und mit Elan und vor allem Druck auf die Zeitschiene durchgezogen. Der Rohbau sei weit fortgeschritten, so der Bürgermeisters.

Er zeigte einige aktuelle Statistiken der Gemeinde Weiding. Auch hier dürfe man sich angesichts einer stabilen und sogar leicht steigenden Einwohnerentwicklung freuen, so Paul. Die beiden Baugebiete der vergangenen vier Jahre mit insgesamt 43 Bauplätzen seien Glücksfälle gewesen und hätten daran sicher auch Anteil, hob er hervor. 2517 Einwohner zähle aktuell die Gemeinde Weiding, auch im Jahr 2023 durfte man sich wieder über 22 Geburten freuen, statistisch gegenübergestellt sind hier die 19 Sterbefälle.

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Als Eckdaten des Haushalts 2023 zählte das Gemeindeoberhaupt nicht nur die finanziell schwergewichtigen Ausgaben mit Hauptaugenmerk des Krippenneubaus auf, auch die Schuldenentwicklung bereite nach Jahren erstmals wieder Stirnrunzeln. Den einstigen Schulden-Höchststand nach Fertigstellung der Kanalisation im Jahr 2014 mit 5,7 Millionen Euro konnte man aufgrund der guten Wirtschaftslage und auch Haushaltskonsolidierung der vergangenen acht Jahre auf 2,7 Millionen Euro zum Jahresende 2022 reduzieren. Der Neubau der Kinderkrippe habe jedoch nach Jahren wieder eine Kreditaufnahme gefordert, so dass der Schuldenstand Weidings nun zum Beginn des Jahres 2024 bei 4,0 Millionen Euro liege. Ungeachtet des sich entwickelnden Haushaltsjahres werde man auch heuer wieder rund 350000 Euro tilgen, sagte der Bürgermeister.

Der Rückblick gab einen Einblick in die Projekte und das Aufgabengebiet der Gemeinde Weiding. Inbegriffen war wieder die Bitte um Verständnis für Prioritäten und Geduld. Denn dies seien zwei Schlagwörter, die Bürgermeister und Gemeinderat oft bewegen und diskutiert werden. Die finanziellen Möglichkeiten seien hier stets die Grundlage. Die Arbeiten des schlagkräftigen und mittlerweile vierköpfigen Bauhof-Teams zogen sich im Rückblick wie ein Faden durch die Projekte und Maßnahmen quer durch die Gemeinde.

In Eigenregie bauen

Nicht weniger aktiv seien auch die drei Klärwärter in Sachen Wartung, Pflege und Instandhaltung des rund 50 Kilometer langen Kanalnetzes in der Chambtal-Kommune. Der Bauhof werde wieder eine Großbaustelle in Angriff nehmen, so Paul. Die Außenanlagen der neuen Kinderkrippe inklusive Kirchplatz werden in Eigenregie gebaut, die Planung dazu komme ebenfalls aus Weiding. Der Gemeinderat wird sich in Kürze damit befassen. Man habe bereits bei den Friedhöfen Weiding und Dalking in den Jahren 2020 und 2021 bewiesen, dass man als Gemeinde deutlich günstiger und auf sehr kurzen Wegen solche Hoch- und Tiefbaumaßnahmen meistern könne, lobte Paul. Schwerpunkt im Rückblick waren die umfangreichen Arbeiten am Baufeld der neuen Kinderkrippe am Pfarrer-Spießl-Platz und der Bahnhofstraße. Alleine der Abbruch von Wohnhaus, Garagen, Turnhalle und Schulhausanbau im Spätwinter 2023 sorgte für beeindruckende Erdbewegungen auf dem Gelände. Mit einem dreiminütigen Zeitraffer-Video, das rund 9000 Fotos der Bauzeit von April bis Dezember 2023 beinhaltet, konnte man die Krippe aus dem Boden wachsen sehen. Dazu hatte man im April vergangenen Jahres eine Kamera am Kirchturm installiert, die im Halbstundentakt das Baufeld fotografisch aufzeichnete. Mit Vorfreude richte sich der Blick auf den Sommer dieses Jahres, wenn die Baumaßnahme einem guten Ende entgegen gehe. Die bereits vorliegenden Anmeldungen stimmen zuversichtlich, nahezu mit einem vollen Haus im September ins erste neue Krippenjahr zu starten, freute sich Paul. Auch das Personal der neuen Einrichtung sei schon nahezu komplett.

Sorgenkinder hinsichtlich Glasfaser-Endausbau bleiben die Dörfer Dalking und Weiding, eine konkrete Aussage zu Fertigstellung oder gar Inbetriebnahme könne man zum heutigen Tag noch nicht nennen, gestand Paul.

Neues Feuerwehrauto und Vereinsheimneubau der SG Chambtal

Zwingend zu einer Bürgerversammlung gehöre auch das Feuerwehrwesen, das in der Gemeinde sehr gut funktioniere. Die vier Wehren arbeiten bestens zusammen und gemeinsam wird an einem Strang gezogen, sagte Paul. Die Gemeinde habe mit der Ersatzbeschaffung des Mannschaftstransportwagens 2023 eine große Ausgabe getätigt. Zum Vereinsheimneubau der SG Chambtal hatte der Bürgermeister einen Sachstandsbericht mitgebracht. Kostensteigerungen und gestrichene Bundesfördermittel seien zwei Hauptgründe, warum der Verein die Gemeinde nun erneut um finanzielle Hilfe gebeten habe. Das neue Zuhause der Fußballer solle zeitnah im Frühjahr fertig werden, die gesamte Maßnahme werde inklusive Eigenleistung mit einem Wert von rund 1,5 Millionen Euro beziffert. Der Gemeinderat werde zeitnah entscheiden. Die Fußballerfamilie plane eine Einweihung im Sommer 2024.

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