Erste Erwähnung im Jahr 1129
Paukenschlag: Markt Falkenstein sagt die für 2026 geplante 950-Jahr-Feier ab

16.05.2024 | Stand 17.05.2024, 10:23 Uhr

2026 gibt es keine 950-Jahr-Feier in Falkenstein, sondern frühestens im Jahr 2079. Foto: Andi Voit

Bei der Kultur- und Sozialausschusssitzung am Dienstag im Sitzungssaal des Rathauses gab es eine große Überraschung. In Falkenstein war man eigentlich schon in Vorbereitung der 950-Jahr-Feier im Jahr 2026. Bürgermeisterin Heike Fries gab am Dienstag bekannt, dass diese Feier abgesagt wird.



Die Erklärung dazu lieferte sie ebenfalls mit. Denn es gibt neue Erkenntnisse zur Ersterwähnung von Falkenstein. Kürzlich teilte Michael Vogl mit, dass man in vielen Publikationen lesen kann, dass die erste urkundliche Erwähnung Falkensteins als Hochstiftsvogtei im Jahre 1074 in den Annalen des Hochstifts Regensburg zu finden ist. Mit der Kollegin des Archivs Manuela Daschner, stellten die Archivare zusammen eine offizielle Anfrage bei der Bayerischen Nationalbibliothek, in der sich die Regensburger Annalen befinden. Von dort wurde mitgeteilt, dass sich die ursprüngliche Jahreszahl 1074 nicht belegen lässt.

Erste Erwähnung war später

Weiter wurde bekannt, dass die tatsächliche erste schriftliche Erwähnung von Falkenstein aus dem Jahr 1129 stammt. Rudolf von Valchenstein wurde als Zeuge in einem Abkommen zwischen den Bischöfen von Regensburg und Bamberg erwähnt. Eben diesen Sachverhalt trug auch der Historiker Dr. Bernhard Ernst 2002 bei seinem Vortrag auf Burg Falkenstein vor. Auch mit ihm hatten die Archivare noch einmal Kontakt aufgenommen, so Heike Fries in der Sitzung.

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So steht nun fest, dass die Ersterwähnung von Falkenstein definitiv auf das Jahr 1129 zurückzuführen ist. Belegen lässt sich das wie folgt: Der Streit zwischen dem bayerischen Herzog Heinrich X. und Burgbesitzer Friedrich II. von Bogen (Quelle: Chronik der Welfen – Historia welforum weinbergensis) und Rudolf von Valchenstein wird in einem Abkommen zwischen den Bischöfen von Regensburg und Bamberg als Zeuge genannt (Quelle: das erwähnte Abkommen, aufbewahrt im Staatsarchiv in Bamberg). Wie Heike Fries weiter ausführte, fand die 900-Jahrfeier im Jahr 1976 (aus organisatorischen Gründen wegen der Kürze der Zeit, ein so großes Fest zu organisieren, nicht 1974) daher auch am falschen Daten statt.

Wie am Dienstag bekannt wurde, nennen tatsächlich wissenschaftliche Publikationen niemals die Jahreszahl 1074. Dass diese Jahreszahl so verbreitet und publik ist, liegt vermutlich daran, dass diese für verschiedene Reiseführer, Publikationen, Wikipedia aus anderen Berichten ungeprüft abgeschrieben wurde, da von der Richtigkeit der Quelle ausgegangen wurde.

Jugendheim eingeweiht

Zunächst stand der Bericht des Jugendbeauftragten Patrick Schwarz an. Wie er berichtete, wurde 2023 die Boulderwand beim Freibad eingeweiht, die nach wie vor sehr gut angenommen wird. Im Oktober letzten Jahres konnte auch das Jugendheim nach sechs Jahren Arbeit eingeweiht werden. Zudem wurde ein komplett neues Ferienprogrammteam zusammengestellt, das sehr gute Arbeit leistet. Mittlerweile deckt dieses Team sämtliche Ferien ab. Gerade bei den Veranstaltungen erhalte man sehr großen Zuspruch. Viele Aktivitäten, die angeboten werden, so Schwarz sind ausgebucht. Bei seinem Ausblick sagte er, dass im Herbst eine Jugendversammlung organisiert wird, wo man versuchen wird, alle Jugendlichen zusammenzubekommen um mit ihnen über Probleme, Nöte und Wünsche zu diskutieren, so Schwarz. Weiter sagte er, dass die vier Landjugenden, welche man in der Marktgemeinde hat, sehr aktiv sind und teils tolle Partys organisieren. „Da kann man schon stolz sein.“ Zudem leisten auch viele weitere Vereine in der Marktgemeinde eine sehr gute Jugendarbeit.

Wie in der Sitzung weiter mitgeteilt wurde, wird der Kinder-Kids-Tour Flyer nach wie vor sehr nachgefragt. Dieser wurde ursprünglich in der Corona-Zeit eingeführt. Wie Bürgermeisterin Heike Fries ferner informierte, wird der Spielplatz im Parkweg demnächst eingeweiht. Das Freibad öffnet schließlich am 25. Mai.

Seniorenbeauftragte Andrea Schmidbauer berichtete von vielen Veranstaltungen für die Senioren. Hierzu richtete sie ihren Dank an alle, die sich hier engagieren. Im Sommer wird jedes Monat eine Ausflugsfahrt für die Senioren organisiert, im Winter finden die regelmäßigen Treffen im Pfarrheim statt. Auch das Erzählcafé in der Bücherei habe sich gut etabliert. Im Jahr 2023 fand der große Seniorennachmittag mit 100 Teilnehmern in der Marktgemeinde statt, im Jahr 2024 wurde dieser im April mit 120 Teilnehmern abgehalten. Unterstützung erfuhr die Marktgemeinde hier von den Landjugenden aus Völling und Falkenstein. Zu Weihnachten wurden Seniorenkarten versandt. Die Geburtstagsjubiläen werden ebenfalls gut angenommen.

Zum Ausblick sagte Schmidbauer, dass man in der Marktgemeinde noch mehr auf die Barrierefreiheit schauen müsse, man sei zwar schon auf einem guten Weg, aber es gebe Verbesserungspotenzial.

rtn