Landkreis Cham
Rettungsaktion am Silbersee: Wasserwacht und weitere Einsatzkräfte üben Bergung von Verletzten

04.09.2023 | Stand 12.09.2023, 22:18 Uhr |

Die Verletzten des Bootsunfalles werden an Land gebracht. Fotos: Sabrina Liegl

Am Silbersee wollen vier Jugendliche einen schönen sonnigen Herbsttag genießen und dort gemeinsam Kanu fahren. Als ein Unwetter mit starkem Wind über den Silbersee aufzieht, kentern die Kanus der Jugendlichen. Unmittelbar danach wurden zwei Personen im Wasser aufgefunden und einer hielt sich am Kanu fest. Dieses Szenario war Gott sei Dank kein Ernstfall, sondern eine Übung der Kreiswasserwacht am Samstagvormittag. Diese Übung wurde realistisch dargestellt.

Die Ortsgruppe Cham stellte drei Mimen zur Verfügung, die unter der Leitung von Lothar Henselin originalgetreu geschminkt wurden. Das Schminkteam traf sich bereits zwei Stunden vor Übungsbeginn, um die Wunden und Verletzungen realistisch darstellen zu können. Die Schminke war auch wasserfest. Als sich die BRK- und Wasserwachtsmitglieder morgens bei der Rettungswache trafen, wussten sie noch nicht, wo die Übung stattfinden soll, und auch nicht, was dort passiert. Nur, dass es im Raum Waldmünchen ist.

70 Personen im Einsatz



Fabian Seebauer, Technischer Leiter der Kreiswasserwacht und sein Stellvertreter Richard Raum leiteten die Übung. Einmal im Jahr findet eine gemeinsame große Übung für die Schnelleinsatzgruppen statt. 2020 war sie am Blaibacher See, 2021 am Regen im Stadtgebiet Cham und im vergangenen Jahr am Regen im Stadtgebiet Roding. Den Silbersee wählte man dieses Mal, da man bei der jährlichen Segelregatta für die Absicherung zuständig ist. Insgesamt waren etwa 70 Personen bei dieser Übung beteiligt.

Seebauer konnte bei der Rettungswache die Schnelleinsatzgruppen Bad Kötzting, Cham, Roding, Waldmünchen und Nittenau mit jeweils einem Boot sowie die Unterwasserortung der Ortsgruppe Cham und den Rettungsdienst mit Einsatzleiterin Sonja Muhr begrüßen. Die Einsatzleitung für die Wasserrettung übernahm Michael Amann. In Treffelstein selbst kam die Feuerwehr mit Kommandant Michael Vetter hinzu.

Erst bei der Abfahrt der Einsatzfahrzeuge erfuhren die Mitglieder, wohin die Reise geht. Als Erstes trafen die Waldmünchner mit SEG-Führer Sascha Fiedler ein. Die Wasserretter schwammen zu den Jugendlichen. Die Personen waren verletzt. Eine hatte durch den Sturz eine Verletzung an der Wirbelsäule und eine hatte einen offenen Bruch am Bein. Nachdem die drei gerettet waren, gab einer an, dass sie bei ihrem Ausflug zu viert waren. Es wurde eine Vermisstensuche gestartet. Dabei wurde vor der Übung eine Puppe im See versenkt. Hier kamen die Taucher zum Einsatz und auch ein Boot mit dem Sonargerät. Da man im gesuchten Radius den Vermissten nicht finden konnte, wurde die Suche im See erweitert. Auch am Ufer entlang der Büsche suchte man nach dem jungen Mann. Nach etwa zwei Stunden Einsatz fand das Boot mit dem Sonargerät den Vermissten.

Auch die Bürgermeister Ludwig Prögler aus Tiefenbach und Helmut Heumann aus Treffelstein schauten sich das Szenario an. Heumann bedankte sich für den Einsatz. Er sei selbst ein großer Verfechter des Ehrenamtes.

Dank an Unterstützer



Nach der Übung sorgte die Einsatzstellenverpflegung mit Leiter Michael Hilpl für das leibliche Wohl. Bei der Nachbesprechung bedankte sich Fabian Seebauer bei allen Teilnehmern. Dank galt auch dem Landratsamt Cham für die Genehmigung des Gewässerabschnittes sowie dem Fischereiverein Waldmünchen und dem Segelclub Silbersee Waldmünchen für die unkomplizierte Zustimmung. Ein Dankeschön sprach er auch an den Rettungsdienst, vor allem an Tobias Muhr und Dominik Lommer für die Bereitstellung der Rettungsdienstfahrzeuge und auch an die ILS Regensburg mit Franz Wagner als Disponenten aus. Er freute sich, dass die Übung unfallfrei blieb und, dass man bei den vorherigen Übungen vieles lernte und in diese Übung mitnehmen konnte.

Sonja Muhr erklärte, was mit den Patienten anschließend passierte und wie die Suche bei einem richtigen Einsatz weiterginge, falls der Vermisste nicht gefunden worden wäre. Michael Amann bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit. Die Suchkettenbildung habe hervorragend funktioniert. Er bedankte sich auch bei der Feuerwehr, die bei der Suche half.

wsf