Pater nimmt Ehrenamt an
Rimbacher zu Gast in Windberg: Abt Lerchenmüller ist nun Schirmherr beim Lichtenegger Bund

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 19:00 Uhr |

35 Akteure des Lichtenegger Bundes waren mit Bürgermeister Heinz Niedermayer zum Schirmherrnbitten ins Kloster Windberg gekommen. Fotos: Lichtenegger Bund

Ein historisches Ereignis erlebte am Samstag die Prämonstratenser-Abtei Windberg mit dem Besuch einer starken Abordnung des Lichtenegger Bundes, die zum Schirmherrnbitten in die Abtei gekommen war.

Obwohl die Weissagungen des Mühlhiasl zu seinen Lebzeiten bei den Patres in Windberg absolut keine Begeisterung ausgelöst haben, verstanden sich der aktuelle Protagonist des Waldpropheten, LiBu-Vorsitzender Walter Kolbeck, und Abt Petrus-Adrian Lerchenmüller beim Schirmherrnbitten auf Anhieb sehr gut.

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Der Chef der 14 Patres sagte auf die Bitte von Walter Kolbeck spontan zu: „Ich übernehme dieses Ehrenamt sehr gerne“, versicherte der Abt, ehe der aktuelle Mühlhiasl Spirituosen mit diesem Namen aus der Brennerei Liebl überreichte.

Positiv verwandelt

Mit Freude registrierten die Besucher aus Rimbach und Umgebung in der seit langem zur Jugendbildungsstätte umfunktionierten Abtei, dass sich zumindest eine düstere Prophezeiung des Mühlhiasl zwar zum Teil erfüllt, aber im positiven Sinne wieder verwandelt hat.

Seine damalige Ansage bei der Vertreibung aus der Klostermühle: „I kimm wieda zruck, aba enk bleibts vowiehrt und wennt’s erst aussegworfa sads, nachad derfts im Lebm nimma z’ruck. Weiba und Kinda werdn haus’n in enkane Zellna und ausselur’n zu de Fensta“. Recht behalten hat der Waldprophet in dem Punkt, dass tatsächlich Frauen und Jugendliche aus dem Fenster der Bildungsstätte das Schirmherrnbitten verfolgten. Aber auch der Konvent der Prämonstratenser ist natürlich seit 1923 wieder in Windberg heimisch.

Abt Petrus-Adrian Lerchenmüller gestand den Bittstellern aus der Oberpfalz, dass der Konvent seine Probleme mit dem Waldpropheten Matthäus oder Matthias Lang hat, der nicht nur in Windberg eine umstrittene Persönlichkeit war.

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Vor allem seine düsteren Vorhersagen über die Zukunft des Klosters, wie „Wenn das Weibsvolk aus den Fenstern herausschaut, dann ist es vorbei“, hätten vor 200 Jahren dem damaligen Abt Ignaz Breu von Windberg angedroht, dass er und sein Konvent durch Gewalt zugrunde gehen werden. Das habe sich zunächst scheinbar auch bewahrheitet, denn das Kloster wurde 1803 säkularisiert und lange Zeit als Brauerei genutzt. Erst 1923 kauften holländische Prämonstratenser die heruntergewirtschaftete Liegenschaft und führten Windberg zu neuer Blüte.

„Das alles hat Matthäus Lang, der ein zugegeben schwieriges Leben führte, nicht gesehen. Die Welt dreht sich immer noch. Und ich hoffe, dass alles nicht so schlimm kommt, wie der Mühlhiasl es vorausgesagt hat“, sagte der 48-Jährige.

Der Abt erklärte dazu, dass es bei der Vielzahl der Prophezeiungen, die dem Mahner und Warner Mühlhiasl zugeschrieben werden, immer eine geben wird, die auf die Herausforderungen der Gesellschaft zutreffen kann.

Die 35 Mitglieder des Lichtenegger Bundes, die mit dem Rimbacher Bürgermeister Heinz Niedermayer angereist waren, erlebten mit Frater Korbian eine fachkundige Führung durch die Klosterkirche. Berühmt sind in dem hoch am Berghang gelegenen Gotteshaus besonders die Intarsienarbeiten am Chorgestühl und in den Sakristeischränken, die der Windberger Frater Fortunat Simon geschaffen hat.

Einblick in Seelsorge gewährt

Abt Petrus-Adrian Lerchenmüller gewährte den Gästen einen Einblick in die seelsorgerische Arbeit des Windberger Konvents. In den drei bayerischen Klöstern Windberg, Roggenburg und Speinshart sind noch 38 Mitbrüder tätig. Der Abt erwies sich als ein weltoffener Ordensmann.

Zu seiner Stellung sagte er: „Mein Titel spielt in meinem Leben gar keine Rolle und verkompliziert die Kommunikation. Meinen Namen habe ich nach einem französischen Märtyrer gewählt“, so Petrus-Adrian Lerchenmüller.

Auch die Prämonstratenser-Abtei plagen natürlich Nachwuchssorgen. Eine Hilfe könnte nach Ansicht von Abt Lerchenmüller sein, wenn sich Interessenten für das Leben im Kloster nicht bereits mit 20 Jahren auf diese Lebensart festlegen müssten. Eventuell könnten Christen auch freiwillig „klösterliche Jahre“ absolvieren und so für eine Belebung in den Ordensgemeinschaften sorgen, meinte er.

kad