Fleckviehschau
Rinderzüchter erreichten Spitzenplatzierungen: Lena Hauser aus Biberbach vertrat Landkreis

11.10.2023 | Stand 11.10.2023, 19:11 Uhr

Die Teilnehmerinnen des Tierbeurteilungswettbewerbs: (v. l.) Sophie Wegmann aus Höll, Theresa Neuber aus Ziegelhütte und Lena Hauser aus Biberbach Foto: Rudolf Traxinger

Schon neun Jahre lag die letzte Bundesschau der Rasse Fleckvieh zurück. Aus unterschiedlichen Gründen (Terminüberschneidungen, Corona) war erst jetzt wieder eine Bundesfleckviehschau möglich. Als Austragungsort wurde wieder Miesbach, die Wiege der bayerischen Fleckviehzucht, gewählt.
Gestartet wurde mit einem internationalen Tierbeurteilungswettbewerb. Drei Teilnehmerinnen aus der Oberpfalz, die sich im Mittelfeld platzieren konnten, nahmen daran teil: Sophie Wegmann aus Höll (Kreis Tirschenreuth), Lena Hauser aus Biberbach (Kreis Cham) und Theresa Neuber aus Ziegelhütte (Kreis Neustadt).

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Im Jungzüchterwettbewerb hat David Pilz aus Oberwahrberg (Kreis Regensburg) mit der Wintertraum-Tochter Gintonic in seiner Gruppe das Vorführen gewonnen und beim Typ wurde er Zweiter. Eva Bäuml aus Gögglbach (Kreis Schwandorf) gelang mit der Sunrise-Tochter Amy ein zweiter Platz in ihrer Gruppe beim Vorführwettbewerb.
Etwas mehr als 100 Schautiere stellten sich am Sonntag in der Tierschau den kritischen Augen von Preisrichter Reinhard Scherzer aus Kärnten, der am Ende auch seinen Abschied als Preisrichter verkündete. Aus der Oberpfalz waren 13 Schautiere in den verschiedenen Klassen vertreten. Neben den drei Champions „jung“, „mittel“ und „senior“ wurde auch eine Bundessiegerin „Dauerleistung“ gekürt. Begonnen hat die Tierschau mit einer Tiersegnung.
Für die Oberpfalz ging es in der zweiten Gruppe der Jungkühe mit einem Paukenschlag los. Die Ex Machina-Tochter Gina vom Betrieb Martin Pilz aus Oberwahrberg, professionell vorgeführt von David Pilz, gewann souverän ihre Gruppe. Gina ist von mittlerem Rahmen und laut Preisrichter Scherzer eine fehlerfreie Jungkuh, die überall besticht. Sie zeigt ein drüsiges Euter, ein feines Fundament und einen ruhigen Charakter. Diese Eigenschaften führten dazu, dass Gina Klassensiegerin und später auch Bundessiegerin „jung“ wurde.

Bei der Entscheidung um die Bundessiegerin blickte Scherzer zurück auf 20 Jahre Tätigkeit als Preisrichter. Er sei begeistert von der Entwicklung der Zweinutzungsrasse Fleckvieh in dieser Zeit. Der Schwerpunkt der Zucht liege heute auf Gesundheit und Robustheit. Langlebige und gesunde Kühe seien das oberste Zuchtziel.
Bei den Kühen mit sechs Kalbungen errang die harmonische Polaroid-Tochter Lineth vom Betrieb Mosandl aus Ottmaring (Kreis Neumarkt) einen 1a-Preis. Sie konnte sich wegen ihres gut aufgehängten Euters vor einer schauerfahrenen Kuh platzieren. Lineth hat bereits sechs Abkalbungen hinter sich, und über 50000 Kilo Milch wurde von ihr gemolken. Preisrichter Scherzer bezeichnete die letzte Gruppe als schwierigste Gruppe zum Richten. Die sechs Dauerleistungskühe zeigten eine einzigartige Qualität, und er wolle auch bei den ehrwürdigen alten Damen eine gerechte Entscheidung treffen. Die ältesten Kühe waren im durchschnittlichen Rahmen und passten ins Bild des Preisrichters. Die Nutzungsdauer zu steigern, müsse in der Fleckviehzucht ein Ziel sein.

Nach einem Durchhängen bis vor vier Jahren gehe es in der Nutzungsdauer wieder aufwärts. Dieses für die Zweinutzungsrasse Fleckvieh so wichtige Merkmal verbessere die Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Milchviehbetriebe.
Die Oberpfalz erzielte einen Champion, einen Klassenreservesieg, zwei Gruppensiege, zwei Gruppenreservesiege sowie drei 1c-Preise. Als weitere Belohnung gab es vom Bundesverband Rind und Schwein eine Medaille in Gold und in Bronze für die Zuchtbetriebe Pilz aus Oberwahrberg (Kreis Regensburg) und Mosandl aus Ottmaring (Kreis Neumarkt).