Ärger im Kreis Cham
Schneematsch bis zu den Fenstern: Anwohner in Rötz vermutet Winterdienst als Verursacher

04.12.2023 | Stand 05.12.2023, 12:53 Uhr

Der Schneematsch reicht bis zu den Fenstern – auch Karl Heinz Hofmann reicht es. Foto: K. H. Hofmann

So kann es nicht mehr weitergehen, sagt Karl Heinz Hofmann. Am Freitagmorgen fand er seine Hausfassade in Rötz (Landkreis Cham) angespritzt mit Schneematsch vor. „Mir reicht es jetzt endgültig“, machte er daraufhin seinem Ärger in einer E-Mail an das Staatliche Bauamt Luft, denn als Verursacher vermutet er den Winterdienst.



Als Teil der Ortsdurchfahrt ist die Brückenstraße, in der sein Haus steht, eine Staatsstraße und fällt, was den Räumdienst betrifft, in den Zuständigkeitsbereich des Straßenbauamts und der Straßenmeisterei Cham.

Neue Fassade



Erst im Frühjahr 2022 habe er die Fassade neu anstreichen lassen, so Hofmann. Am Freitag habe er diese nun rund eine Stunde gesäubert. Schon vergangenes Jahr habe der Schneeräumdienst den Bürgersteig in der Brückenstraße immer wieder komplett mit Schnee und Matsch bedeckt – nachdem er diesen eben erst geräumt hatte. Am Freitag hätten die Spritzer bis zur Oberkante der Fenster im Erdgeschoss gereicht, auch der gesamte Haustüreingangsbereich sei betroffen gewesen sowie die komplette Fassade einschließlich des Holztores. Als Ursache vermutet Hofmann die Fahrweise des Räumdienstes. „Bitte kümmern Sie sich darum, dass der Schneeräumdienst entsprechend der Witterung und der Konsistenz des Schnees und Matsches langsam fährt und künftig keine solchen Sauereien veranstaltet“, schreibt er in seiner Mail, die auch unserer Redaktion vorliegt. Wenn sich an der Situation nichts ändern sollte, werde er beim nächsten Mal rechtliche Schritte einleiten und Schadenersatz geltend machen.

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So weit solle es natürlich nicht kommen, sagt Straßenmeister Manuel Piermeier, der bei der Straßenmeisterei Cham den Winterdienst betreut und sich noch am Freitag ein Bild vor Ort gemacht hat. Er könne Hofmanns Ärger nachvollziehen. Doch müssten die Spritzer nicht zwangsläufig vom Räumfahrzeug kommen, sagt er, sondern möglicherweise von anderen Verkehrsteilnehmern.

Fahrer werden informiert



Zudem sei der Anlieger rund 30 Meter von der Kreuzung entfernt. Deshalb glaubt Piermeier nicht, dass der Fahrer zu schnell unterwegs gewesen sei, wobei man es nicht ausschließen könne. Wegen der Kreuzung bleibe dem Fahrer auch keine andere Möglichkeit, als das Räumschild nach rechts zu schwenken. Vor Ort habe er festgestellt, dass die nicht vermeidbare „Schneewulst“, die der Winterdienst hinterlässt, durch den fließenden Verkehr überfahren werde, schreibt Piermeier in einer Mail an Hofmann.

„Vor dem Winter werden unsere Fahrer jedes Jahr darauf hingewiesen, diesbezüglich Acht zu geben“, sagt der Straßenmeister. Und auch mit dem beteiligten Winterdienst-Fuhrunternehmer habe er die Situation nochmals besprochen.

Hofmann hingegen ist überzeugt, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer, sondern der neue (Subunternehmens-) Fahrer des Räumdienstes die Spritzer verursacht hat. Früher habe derartige Probleme nie gegeben, nun würden sie sich, beispielsweise auch in der Regensburger Straße, häufen. Deshalb, so Hofmann, müsse das Unternehmen (und der Fahrer) eine klare Ansage bekommen: „Geschwindigkeit anpassen – also langsamer und umsichtiger fahren.“

sb