Waldmünchen
Schülerin Charlotte Heiner (14) hat sich über „Ehrenamt macht Schule“ engagiert und ist begeistert

17.06.2024 | Stand 17.06.2024, 11:00 Uhr |

Charlotte Heiner (Mitte, blaue Jacke) begleitet Kinder zu einer Aktion im Energiepark. Foto: Martin Hladik

Charlotte Heiner (14) ist eine von vielen, die sich im Landkreis Cham an dem Projekt „Ehrenamt macht Schule“ beteiligen. Sie ist Schülerin am Robert-Schuman-Gymnasium und Waldmünchnerin und übte ihr Ehrenamt seit November bis Ende Mai beim Mehr-Generationen-Haus (MGH) in Waldmünchen aus.

Aber nicht nur das, sie ist auch noch Ministrantin und macht beim Trenckverein mit. Auch das kann sie als Stunden bei „Ehrenamt macht Schule“ einbringen.

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„Ich kann das MGH nur empfehlen“, sagt Charlotte Heiner. Wenn sie es bewerten müsste, dann würde sie der Stelle beim MGH „vier Sterne geben“. Und sie will weitermachen, dann allerdings als bezahlte Kraft, berichtet sie. „Die Leute sind alle nett und es ist sehr familiär. Ich will gerne im festen Team dableiben!“, sagt sie überzeugt.

MGH-Aktionen betreut

Das Gespräch mit ihr haben wir bei ihrer letzten als Praktikantin betreuten Aktion des MGH geführt. Sie begleitete mit Barbara Kussinger vom MGH mehrere Kinder, die im Rahmen der Ferienaktion den Energiepark der Jugendbildungsstätte besuchten. „Es freut mich, wenn die Kinder Spaß haben.“ Die einzigen unschönen Momente seien dann, wenn es irgendwo Streit gebe. Aber das lasse sich meist schnell lösen.

Die Begeisterung über „Ehrenamt macht Schule“ gilt für beide Seiten. „Wir haben hervorragende Erfahrungen gemacht“, sagt Kristina Schlaegl. Die Mitarbeiterin des MGH verhehlt nicht, dass ihr Team gern wieder einen Schüler als Ehrenamtler hätte. Normalerweise habe das Team vom Mehrgenerationenhaus einen Ehrenamtler pro Jahr. Aber es habe auch schon Jahre gegeben, in denen Platz für zwei oder drei gewesen wäre. „Wir haben da ganz viele Möglichkeiten und sind da sehr flexibel“, sagt Schlaegl.

Aber das MGH und der jeweilige Ehrenamtler sind nur zwei der Beteiligten. Im Hintergrund wirken auch noch die Schule, in diesem Fall das Robert-Schuman-Gymnasium, und das Landratsamt mit. Das Gymnasium beteiligt sich schon seit langem an diesem Konzept. Noch unter Josef Landstorfer habe das RSG schon ähnliche Ehrenamtler gehabt, damals habe es das Programm „Ehrenamt macht Schule“ noch gar nicht gegeben. Der Schule sei es wichtig, dass ihre Schüler nicht nur Wissen ansammeln, sondern auch etwas fürs Leben lernen.

Jedes Jahr seien es 10 bis 15 Schüler, die sich an dem Programm beteiligen. Sie engagieren sich dann bei den Ministranten, der KLJB, der FFW, der Wasserwacht, aber auch im kulturellen Bereich wie beim Drachenstich und bei der Kolpingmusik.

Meist mehr als 80 Stunden

80 Stunden müssten dafür erbracht werden, meist seien es aber mehr. Manchmal auch bis zu 200 Stunden. Dafür bekämen die Schüler später bei einem Termin, meist von Landrat Franz Löffler persönlich, ein Ehrenamtszeugnis überreicht und eine Brotzeit spendiert. Das Zeugnis hat zwar nichts direkt mit der Schule zu tun, aber könne bei Bewerbungen für Praktika oder für zugangsbeschränkte Studienfächer wie Medizin Pluspunkte bringen.

Ein wesentlicher Part des gesamten Projektes ist das Landratsamt Cham. Dort hat man „Ehrenamt macht Schule“ innerhalb der Ehrenamtsarbeit ins Leben gerufen. Das Landratsamt und dort die Stelle „Treffpunkt Ehrenamt“ kümmert sich um die Koordination der Schulen und der Stellen. Zudem wertet man dort die Berichtshefte aus. Außerdem seien die Schüler über das Projekt mitversichert.

Auch Reinhold Huger, der den Treffpunkt Ehrenamt leitet, berichtet von mindestens 80 Stunden für das Ehrenamtszeugnis und bestätigt, dass es meist viel mehr Stunden seien. Heuer seien es gut über 100 Schüler aus allen Schularten, die an dem Projekt teilnehmen, berichtet Karin Zollner, die das Projekt betreut. Mitte Juli werde der Landrat die Schüler wieder für ihre ehrenamtliche Arbeit ehren.

Dass die ehrenamtliche Arbeit den Schülern, aber auch den Anbietern von Stellen etwas bringt, davon ist Huger überzeugt. Und manchmal habe man auch einen Erfolg für eigene Aktionen. Über „Ehrenamt macht Schule“ wurden zwei Jugendliche für die Aktion „gradscht und gricht“ gewonnen.