Tradition verpflichtet
Viele Gäste beim Martiniritt am Samstag in Miltach erwartet

04.11.2023 | Stand 04.11.2023, 5:00 Uhr

Alle Jahre wieder: Die Miltacher Gruppe führt die Reiterprozession an. Foto: Erwin Vogl

Im Regentaldorf wird am Samstag im Verlauf des Pfarrpatroziniums wieder der althergebrachte Martiniritt abgehalten.
Bei günstigem Wetter werden sich wohl wieder viele Besucher im Ortskern einfinden. Um 8.15 Uhr ziehen die Ehrengäste vom Gerätehaus mit den Ortsvereinen zur Kirche. Um 8.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst in Konzelebration mit mehreren Geistlichen. Gegen 9.45 Uhr formiert sich die eucharistische Prozession, wobei die Reiter die typische Tracht für diesen Tag tragen und den Zug anführen.

Blaskapelle zum Abschluss

Bei einer geistlichen Station vor der Maria-Hilf-Kapelle verkündet der Priester das Johannesevangelium. Nach der Rückkehr der Prozession sind am Kirchplatz Ansprachen, Ehrung und die Segnung der Reiter und Pferde vorgesehen. Zum Abschluss intoniert die Blaskapelle die Bayernhymne.

Nach dem Festakt ziehen Geistlichkeit, Ehrengäste und die Vereinsmitglieder zum Mittagessen in die Mehrzweckhalle. Bei dieser weltlichen Feier ist auch die Gesamtbevölkerung willkommen. Die Besucher werden in den folgenden Stunden von den Weiß-Blau-Königstreuen mit Blasmusik unterhalten.

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Die Bewirtung übernimmt die Familie Schreindorfer vom ASD-Cateringberieb aus Warzenried. Hierzu sind Tischreservierungen telefonisch unter der (09947) 2000 möglich. Dazu bietet der örtliche Trachtenverein ein reichhaltiges Kuchenbuffet mit Kaffeeausschank zur Finanzierung seiner abendlichen Veranstaltung an.

Ab 17 Uhr haben die Kindertanzgruppen der Regentaler ihren Auftritt. Die Kirtamusi kommt ab 18 Uhr von der bekannten Gruppe Fünf auf Kraut. Der Veranstalter wünscht sich für den unterhaltsamen Abend reichen Zuspruch aus der Bevölkerung.
In geselliger Runde tauchen immer wieder Fragen über verschiedene Ereignisse zu diesem Kulturereignis auf. Nicht anders ist es wenn vermeintliche Experten über den Ablauf oder Änderungen zum Martiniritt diskutieren.

Für die zurückliegenden Jahrzehnte soll folgendes festgehalten und dokumentiert werden: 1961 ging der Ritt über die Bahnhofstraße bis zum Anwesen von Rudolf Röhrl (heute Hirtreiter). Diese Route erwies sich nach Zeitungsmeldungen aus verschiedenen Gründen nicht als vorteilhaft.
1968 wurde erstmals der Ritt vom eigentlichen Martinstag auf einen Samstag verlegt. Ab nun galt folgende Regelung: Ist der 11. November ein Mittwoch, Donnerstag oder Freitag wird der Ritt auf den 14. verlegt. Ist der 11. November ein Sonntag, Montag oder Dienstag, ist der Ritt am 8. November.
1974 und 1975 waren die Gottesdienste wegen der Kirchenerweiterung in der Schulturnhalle. Die Prozession begann auf der Bahnhofstraße. Die weitere Route verlief über die Waldschmidtstraße zur Racklschusterwiese.
1980 trug Josef Zistler letztmalig das Reiterkreuz. Im folgenden Jahr übernahm Franz Martin dieses Amt.

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1992 erster Teilnehmerrekord

1992 gab es den ersten Teilnehmerrekord mit 212 Reitern. Im gleichen Jahr fand erstmals nach vielen Jahrzehnten die Abschlussfeier wieder am Kirchplatz statt.
1995 bestieg Pfarrer Gotthard Weiß aus Hofkirchen erstmals die Kanzel und predigt beim Festgottesdienst.
1996 bildete sich das „Martiniritt-Komitee“ mit der Aufgabe, den Martiniritt organisatorisch vorzubereiten.
1998 wurde ein neuer Prozessionsweg eingeführt. Die Reiter ziehen auf dem Radweg bis Tiefental, die geistliche Andacht findet bei der Kapelle statt.
1999 erschien der Bericht über das Pfarrpatrozinium in der Heimatzeitung mit Farbbildern.
2001 beschaffte die Gemeinde mit finanzieller Unterstützung der Reiter eine Martinsstandarte, die mitgeführt wird.
2006 ritt Generalvikar Michael Fuchs am Umritt mit.
2010 beteiligen sich wegen der Pferdeseuche im Landkreis Cham nur 121 Pferde.
2015 fand die weltliche Feier zum Kirchweihfest erstmals in der Mehrzweckhalle statt.

kvg