Hitze
Vier Flächenbrände im Raum Waldmünchen: Mitten im Einsatz kam schon der nächste Alarm

16.07.2023 | Stand 14.09.2023, 21:12 Uhr

Insgesamt 45000 Quadratmeter Fläche waren von einem Brand bei Premeischl betroffen. Foto: Luftbeobachter Landkreis Cham

Temperaturen über 30 Grad, langanhaltende Trockenheit und reger landwirtschaftlicher Betrieb: Dieser Mix führte am Samstagnachmittag wohl dazu, dass es gleich vier große Flächenbrände im Altlandkreis Waldmünchen gab. In Rannersdorf, Premeischl und Waldmünchen konnten die eingesetzten Feuerwehren zusammen mit Landwirten Schlimmeres verhindern.

Der erste Alarm ertönte um 12.52 Uhr und setzte die Wehren aus Geigant, Sinzendorf, Albernhof, Döfering, Schönthal, Rannersdorf und Waldmünchen in Bewegung, außerdem Kreisbrandinspektor Norbert Auerbeck und Kreisbrandmeister Benjamin Wachter.

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Bei Rannersdorf überhitzte sich eine landwirtschaftliche Maschine, gleichzeitig wurde ein Getreidefeld in Brand gesetzt. Das Feuer breitete sich sehr zügig in Richtung Rannersdorf und einen angrenzenden Wald aus. Die eingesetzten Feuerwehren bauten sofort eine Förderleitung auf, außerdem kümmerte sich die FFW Waldmünchen um das überhitzte Fahrzeug. Glücklicherweise waren sehr rasch auch mehrere Landwirte mit ihren Güllefässern und Grubbern im Anmarsch, so dass der Brand des Feldes rasch unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Brand eines Getreidefeldes gemeldet



Noch während der Löscharbeiten ging ein weiterer Notruf für Premeischl ein. Auch dort wurde der Brand eines Getreidefeldes gemeldet, jedoch in einem noch größeren Ausmaß und mit unklarer Entwicklung. Dazu alarmierte die Leitstelle Regensburg die Feuerwehren Treffelstein, Rötz, Premeischl, Hiltersried, Berndorf-Gmünd und Waldmünchen, außerdem ebenfalls die Feuerwehr-Führung. Das Szenario dort war zwar ziemlich ähnlich, jedoch weitaus größer, ebenfalls waren ein angrenzender Wald sowie ein Anwesen zu schützen. Die Feuerwehren konnten den Flächenbrand durch den massiven Einsatz von Wasser und Personal unter Kontrolle bringen. Das Feuer rief viele Landwirte auf den Plan, die mit ihren Güllefässern anrückten und die verbrannte Fläche wässerten.

Auerbeck schätzte, dass es am Ende wohl 25 landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Güllefässern waren, die in einer gemeinsamen Kraftaktion dazu beitrugen, dass Schlimmeres verhindert werden konnte. Vor Ort war auch die FFW Roding mit ihrer Drohne. Mit Hilfe dieser wurde nicht nur das riesige Ausmaß dieses Flächenbrandes ersichtlich, es konnte der betroffene Bereich mittels Wärmebildkamera auch auf Glutnester abgesucht werden. Insgesamt waren rund 45000 Quadratmeter Fläche von dem Brand betroffen.

Landwirte löschen Brand



Um 15.05 Uhr wurden die Feuerwehren Rannersdorf, Geigant, Schönthal und Waldmünchen dann erneut nach Rannersdorf gerufen, jedoch zu einer anderen Stelle, denn dort brannte wieder ein Getreidefeld. Glücklicherweise hatten die Landwirte das Feuer schon selbst abgelöscht, und so musste nur noch mit der Wärmebildkamera nachkontrolliert werden. Ein weiteres Eingreifen war durch die Feuerwehren nicht erforderlich.

Am Abend um kurz vor 19 Uhr konnte dann Rauch hoch über Waldmünchen „Am Tradl“ gesehen werden. Und es war dieses Mal nicht der Kohlenmeiler im Wald. Es brannten mehrere gepresste Strohballen, die ein Getreidefeld in Brand setzten. Die FFW Waldmünchen hatte fast ihren gesamten Fuhrpark sowie zahlreiche Helfer im Einsatz, um das Feld und die Strohballen abzulöschen. Auch hier waren es drei Landwirte, die mithalfen, das Brandgut abzulöschen und in den Acker einzumischen. Nach eineinhalb Stunden war der Einsatz beendet. Die Feuerwehr-Führung betonte die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten, die schnell und unkompliziert Hilfe leisteten. Ebenso die Luftbeobachter im Landkreis, die bei fast allen Einsatzstellen in der Luft waren und einen wertvollen Blick von oben auf die betroffene Fläche gaben.

wbs