Landkreis Cham
Von Dogdancing bis zum Bogenschieße: Rettungshundestaffel Bayerwald veranstaltete Lehrgang

18.05.2024 | Stand 18.05.2024, 11:00 Uhr

Sogar Dogdancing, also das Tanzen mit dem Hund, stand auf dem Programm.

Von Mittwoch bis Sonntag trainierten kürzlich fast 60 Rettungshundeteams aus dem ganzen Bundesgebiet im Landkreis Cham die Suche nach vermissten Menschen. Kehrt eine Person nicht nach Hause zurück und wird vermisst, werden speziell ausgebildete Suchhunde eingesetzt, um die Polizei bei der Vermisstensuche zu unterstützen.

Die in Cham ansässige Rettungshundestaffel Bayerwald bildet seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich Hundeteams für diese anspruchsvolle Aufgabe aus und gibt ihr Wissen auch an andere weiter. Jedes Jahr veranstaltet die Staffel ihren verbandsoffenen „Bayerwald-Lehrgang“, der seit vielen Jahren einen hervorragenden Ruf in ganz Deutschland und weit darüber hinaus genießt.

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Die Staffel lädt dazu Hundeteams aller Hilfsorganisationen ein, so dass während dieser Trainingstage umfangreich Wissen ausgetauscht wird und spannende und interessante Begegnungen stattfinden. Dank der hervorragenden Unterstützung zahlreicher Kooperationspartner stehen der Staffel unterschiedlichste Suchgebiete zur Ausbildung der Hunde zur Verfügung.

Flächensuche trainiert

Heuer waren die Hundeführer in sieben Ausbildungsgruppen unterteilt. In den Wäldern rund um Waldmünchen und Cham wurde mit vier Gruppen die Flächensuche trainiert, wobei es die steilen und mit Felsen durchsetzten Waldgebiete rund um den Roßhof, am Standortübungsplatz und am Hagbügerl ganz schön in sich hatten und den ein oder anderen gehörig zum Schwitzen (bzw. zum Hecheln) brachten. Auf verschiedenen Seen und Flüssen im Landkreis wurde die Wasserortung geübt, bei der Ertrunkene vom Boot aus durch den Hund aufgespürt werden. Die Hundenase ist so fein, dass es dem Hund gelingt, den Geruch von Ertrunkenen an der Wasseroberfläche wahrzunehmen und diesen anzuzeigen.

In weiteren zwei Gruppen wurde auf Firmengeländen und aktuellen Abrissen die Trümmersuche, also die Suche nach Verschütteten, trainiert. Die Rettungshundestaffel Bayerwald verfügt selbst neben den 14 geprüften Flächensuchteams über drei geprüfte Trümmerhunde und kann damit also jederzeit den Katastrophenschutz unterstützen.

Neben dieser anstrengenden Arbeit wurde das leibliche Wohl nicht vergessen. Die Ausbilder und die Lehrgangsteilnehmer waren mit ihren Vierbeinern im familienfreundlichen Ferienpark Hagbügerl bei Waldmünchen untergebracht und wurden liebevoll vom Team des Waldcafés (Trattoria Jesolo) rund um Antonela Dal Santo und Günther Pöschl kulinarisch versorgt.

Gut gestärkt konnten die Rettungshundeteams so in den Tag starten und ihre anspruchsvollen Aufgaben lösen. Bis zu zehn Stunden übten und trainierten die Hundeteams tagsüber bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen und wurden dann nachts nicht nur mit einer Nachtsuche, sondern auch mit großartigen Nordlichtern belohnt.
Ein Highlight war der Teamwettbewerb am Samstag. Nachdem der Lehrgang komplett neu von der Bayerwald-Planungsgruppe rund um Susanne Melichar, Max Seidl und Resi Feuerer konzipiert worden war, stand heuer erstmals das Thema „Teambildung“ auf dem Programm. Beim Teamwettbewerb am Samstag ging es darum, sich als Gruppe verschiedenen Herausforderungen mit viel Spaß und Können zu stellen.

Acht Stationen zu meistern

In acht Stationen mussten die Teams nicht nur nach Vermissten suchen, sondern bei lustigen Spielen und schwierigen Aufgaben beweisen, was sie sonst noch so alles können. Gemeinsam wurde beispielsweise bei der Feuerwehr eine Schlauchleitung gelegt und ein Flächenbrand gelöscht und bei den Bogenschützen sollte man als Team mit wenigen Pfeilen möglichst viele Luftballons treffen.

Bei der Bergwacht stand Knotenkunde auf dem Programm, und beim Quadfahren ging es mit dem vierbeinigen Freund über Stock und Stein. Beim Dogdancing sollten die Vierbeiner zeigen, ob sie Tricks auch in einer Choreographie und unter Ablenkung durch andere Hunde machen können, und beim Tanzen mussten die Zweibeiner eine eigene Choreographie zur Musik aufführen. Beides wurde gefilmt und am Abend unter großem Beifall und herzlichem Lachen der Zuschauer von einer Jury bewertet. Auch die anderen Stations-Ergebnisse des Tages wurden in die Bewertung eingerechnet, so dass dann am Ende ein Sieger feststand. Die Wasserortungsgruppe durfte mit Siegermedaillen ihren Erfolg feiern. Nach dem letzten gemeinsamen Trainingstag, einer Nachbesprechung und dem Abschlussessen im Waldcafé endete Sonntagmittag ein ereignisreicher Bayerwald-Lehrgang 2024.