Gemeinderat
Wald will Rathaus energetisch sanieren und beteiligt sich an Regionalwerk des Landkreises

26.11.2023 | Stand 26.11.2023, 11:00 Uhr |

Das Walder Rathaus soll energetisch saniert werden. Symbolbild: Karin Hirschberger

Kürzlich fand im Sitzungssaal des Rathauses eine öffentliche Sitzung des Bauausschusses sowie des Gemeinderates statt.

Nach der Einsicht in die Planunterlagen eröffnete Bürgermeisterin Barbara Haimerl die Sitzung des Bauausschusses, bei der sich die Ausschussmitglieder mit einem Tagesordnungspunkt zu befassen hatten: einem Antrag auf isolierte Befreiung für die Errichtung eines Carports im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplanes „An der Nittenauer Straße 1. Änderung“ in Roßbach. Bezüglich der Grenzbebauung wurde eine isolierte Befreiung von den Festsetzungen des Baubauungsplans beantragt. Der Bauausschuss erteilte hierzu einstimmig sein Einvernehmen.

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Der Bauausschusssitzung folgte die öffentliche Sitzung des Gemeinderates. Beim ersten Tagesordnungspunkt war die Planung für die energetische Sanierung des Rathauses Wald Thema sowie die Festlegung der weiteren Vorgehensweise. Architekt Florian Brunner vom Architekturbüro Quadrat 45° und Energieberater Joos stellten die Planung für die energetische Sanierung im Gemeinderat vor.

Über 1,1 Million Euro Kosten

Wie Architekt Brunner sagte, seien die Gebäudehülle sowie die großen Glasflächen des Walder Rathauses problematisch. Durch eine energetische Sanierung würde sich der Energiebedarf von aktuell rund 75 MWh/a auf 39 MWh/a reduzieren lassen. Brunner stellte den Ratsmitgliedern die dafür notwendigen Sanierungsmaßnahmen vor. So soll die Gebäudeaußenhülle gedämmt werden, neue Fenster eingebaut werden, das Dach ertüchtigt werden oder auch eine Lüftungsanlage eingebaut werden. Er stellte mehrere Gestaltungsvarianten vor und regte an, die Gebäuderücksprünge mit Holz oder Zementfaserplatte abzuheben.

Energieberater Joos erläuterte die geplante passive Nachtabkühlung des Gebäudes, welches eine gute Alternative zur Klimatisierung sei und stellte das Lüftungskonzept vor. Weiter soll laut Brunner auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden. Die geschätzten Gesamtkosten für die energetische Sanierung würden sich auf 1145000 Euro belaufen. Bei der anschließend Diskussion im Gemeinderatsgremium wurde auf Fragen zur Fördermöglichkeit, zur Strom- und Notstromversorgung, zu Erweiterungsmöglichkeiten oder auch zum Bauanlauf eingegangen. Anschließend entschied der Gemeinderat einstimmig, die energetische Sanierung des Rathauses durchzuführen, legte ein Gestaltungsvariante fest und beschloss, eine Photovoltaikanlage zu installieren, eine passive Nachabkühlung einzubauen und die Gebäuderücksprünge mit Holz zu verkleiden.

Beim nächsten Tagesordnungspunkt befasste sich das Gemeinderatsgremium mit der Beteiligung am Regionalwerk Landkreis Cham gKU zur Betätigung im Bereich der Stromerzeugung und -versorgung aus erneuerbaren Energie. Wie Haimerl erläuterte, sei dies nun der nächste Schritt. Jetzt sollen sich die Gemeinden mit drei Euro je Einwohner am Regionalwerk beteiligen, zur Anschubfinanzierung über sieben Jahre hinweg. Einstimmig wurde vom Walder Gemeinderat die Beteiligung am Regionalwerk Landkreis Cham gKU beschlossen.

Nächstes Thema war das Anschlussvorhaben Klimaschutzmanagement in der ILE Vorderer Bayerischer Wald. Aktuell beteilige man sich für zwei Jahre am ILE Klimaschutzmanagement, so Haimerl. Nun gelte es, darüber zu entscheiden, sich weitere drei Jahre daran zu beteiligen. Wenn sich alle zehn ILE-Gemeinden daran beteiligen, würden die Kosten pro Kommune für die drei Jahre rund 12500 Euro betragen. Nach längerer Diskussion entschloss sich der Walder Gemeinderat mehrheitlich, sich nicht mehr daran zu beteiligen.

Anschließend befasste man sich mit der Bauleitplanung zur Aufstellung eines Bebauungsplans für eine PV-Freiflächenanlage Dürnberg sowie der sechsten Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans PV-Freiflächenanlage Dürnberg. Der Gemeinderat nahm die Abwägung der Stellungnahmen vor und fasste den Satzungs-, beziehungsweise Feststellungsbeschluss.

Auch die erste Änderung des Bebauungsplans an der Girlet-straße im beschleunigten Verfahren stand auf der Tagesordnung. Hierzu wurden einstimmig der Änderungsbeschluss sowie der Billigungs- und Auslegungsbeschluss gefasst.

Mit einer weiteren PV Freiflächenanlage befasste sich der Walder Gemeinderat bei der Aufstellung eines Bebauungsplans für eine PV Freiflächenanlage Süssenbach sowie mit der siebten Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans PV-Freiflächenanlage Süssenbach. Der Gemeinderat fasste den Aufstellungsbeschluss sowie den Billigungsbeschluss und die frühzeitige Öffentlichkeitsunterrichtung und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.

Ärger beim Breitbandausbau

Gemeinderat Brigitte Jirikovsky erkundigt sich nach dem Sachstand beim eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau durch Leonet. Sie merkte an, dass es etliche Probleme und Mängel gebe. Bürgermeisterin Barbara Haimerl teilte mit, dass bereits Gespräche mit Leonet stattgefunden haben. Die Probleme liegen demnach beim für Leonet tätigen Generalunternehmer. Diesem wurde bereits eine Frist für die Abhilfe der Mängel gestellt. Probleme gebe die Gemeinde an Leonet weiter.

rma