Wie geht’s beim „Platzer-Stadl“ weiter?
Nach Verzögerungen will Burschenverein nun bei „Rodings Schandfleck“ vorankommen

07.11.2023 | Stand 07.11.2023, 13:27 Uhr
Reinhard Schreiner

Läuft alles nach Plan, sollte aus dem Schandfleck neben dem Kulturhaus Fronfeste endlich ein „Unterschlupf“ für den Burschenverein werden. Foto: Reinhard Schreiner

„Ich hatte es mir auch einfacher vorgestellt“, hatte Gerd Lehner vom Projektteam des Burschenvereins Roding (Landkreis Cham) auf die Frage von Kerstin Haberzeth in der jüngsten Stadtrats-Sitzung geantwortet, warum beim „Platzer-Stadl“ trotz anderer Pläne noch immer nichts vorangehe.



Am Freitagabend kam die Thematik auch bei der Jahreshauptversammlung des Burschenvereins auf den Tisch. So bald wie möglich solle etwas passieren, berichtete dabei Vorsitzender Sebastian Gabler, es seien aber zunächst noch weitere Arbeiten im Hintergrund zu erledigen.

Der wieder gewählte Burschenvorstand erläuterte in der Versammlung zum derzeitigen Stand des Projekts: „Die Stadt Roding hat wegen Fördermöglichkeiten angefragt. Es wurde eine Vermessung des Objekts durchgeführt und die Daten in die Pläne eingearbeitet“. Gegenüber den ursprünglichen Planungen hätten sich „entscheidende Kleinigkeiten“ geändert, informierte der Vorsitzende.

Viel Eigenleistungen

Statt des Vereins werde künftig die Stadt als Bauherr und Antragsteller auftreten, um zielgerichtet Fördergelder beantragen zu können, erläuterte Gabler. Die Burschen ihrerseits haben Eigenleistungen zugesichert und werden mit dem Vereinsvermögen Kosten übernehmen, um das Projekt realisieren zu können.

Die Unterschriften der Nachbarn seien erneut einzuholen, und sobald Details über Fördergelder vorliegen, werde wieder informiert, so der Vorsitzende. Es solle aber so schnell wie möglich etwas vorangehen: „In diesem Jahr werden noch verschiedene Arbeiten im Hintergrund wie die Befragung der Nachbarn stattfinden“, sagt Gabler. Danach könne der Bauantrag eingereicht werden. Der Vorsitzende hofft, dass sich dann auch baulich im kommenden Jahr etwas tun wird.

Das Warten habe sich für den Burschenverein aber gelohnt, weil nun voraussichtlich das komplette Projekt aus dem Vereinsvermögen gestemmt werden könne, erläuterte Gabler. Das Projekt solle in mehreren Abschnitten realisiert werden .

Planungen vor einem Jahr vorgestellt



In der fast schon unendlichen unendliche Geschichte „Platzer-Stadl“ soll so nun etwas vorangehen. Vor einem Jahr hatte das Projekt-Team mit Gabler, Lehner, Michael Heuberger, und Fritz Haimerl Architekt Florian Brunner vom Büro Quadrat 45° eingeladen, um die detaillierten Planungen vorzustellen.

Der prägende Eiskeller könne umfunktioniert werden, Sanitäranlagen fänden ebenso Platz wie eine temperierte Teeküche mit Fahnenschrank, erläuterte Brunner damals. Das Dach könne bestehen bleiben und würde verlängert, die Fassade „Stadl“-ähnlich mit Holz und einer Torfunktion gestaltet. Die Ausstellungsflächen für die Kutschen bedürfen keiner Heizung, was zur Reduzierung der Nebenkosten beitrage, so der Architekt.

Um bei der Investition unter einem sechsstelligen Betrag zu bleiben, solle mit einfachen Mitteln wie „Holzbalkenlager“ und entsprechenden Böden gearbeitet werden und viel Eigenleistung einfließen. An den Plänen habe sich nichts geändert, betont Gabler, nur der Zeitplan habe nicht eingehalten werden können.

„Beim Umzug zum Jubiläumsfest an der neuen Fassade vorbeimarschieren“, gab zu jener Zeit Gerd Lehner als sportlichen Termin aus, der nicht realisiert werden konnte. Der Burschenverein brauche eine Heimat und der „Schandfleck“ wäre auch endlich weg.

Das Projektteam wurde beauftragt, die Vorbereitungen eines Bauantrages mit Kostenrahmen voranzutreiben. Inzwischen hat der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss gefasst, dass die Stadt Roding die Kosten für die Entsorgung der Altlasten auf dem Grundstück übernehmen wird. „Das Grundstück wird ja nicht verkauft, sondern verpachtet, es bleibt also im Besitz der Stadt. Von daher ist es logisch, dass wir die Kosten für die Entsorgung der Altlasten tragen“, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl.

Plane ist immer noch da

„Wir sind wirklich froh, dass der Burschenverein das jetzt anpackt, und der Schandfleck bald verschwinden wird“, betonte die Rathaus-Chefin. Doch der Schandfleck, den auch das ganze Jahr 2023 eine weiße Plane ziert, ist immer noch da – Gabler und sein Team hoffen, dass sich das aber möglichst bald ändern lässt.