Runder Geburtstag in Roding
Zahlreiche Gratulanten überraschten Pfarrer Matthias Kienberger zum 50. Geburtstag

21.02.2024 | Stand 21.02.2024, 5:00 Uhr
Reinhard Schreiner

In Tulpen verpackt übergaben die Ministranten beim Einzug in die Kirche ihre Glückwünsche an den Geistlichen. Fotos: Reinhard Schreiner

Einige Gottesdienstbesucher staunten am Montagabend, als anders als sonst unter der Leitung von Organistin Rosmarie Büchner der Kirchenchor auf der Empore zu hören war, und der Geistliche beim Einzug mit seinen Mitbrüdern durch ein langes Spalier der Ministranten marschierte.

Die Auflösung für die besondere musikalische Begleitung und den Empfang der Ministranten lieferte schließlich Stadtpfarrer Matthias Kienberger selbst, als er die Kirchengemeinde anlässlich seines 50. Geburtstags zu einem Empfang in den Pfarrsaal einlud. Er sei überrascht und überwältigt von den vielen Anwesenden, und das „an einem normalen Montag.“

„Bin dem Herrgott dankbar“

Er sei dem Herrgott dankbar, den 50. Geburtstag feiern zu dürfen. „Egal wie alt man wird, vor Gott dürfen wir sein, wie wir sind. Gott möge mich mit seiner Hand weiterhin treu führen.“ Zusammen mit den Ruhestandspfarrern Josef Schmaderer und Walter Schwarzfischer sowie Kaplan Bastian Neumann und Diakon Hanspeter Gänger zelebrierte Kienberger den Gottesdienst.

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Im Haus der Pfarrgemeinde bildete sich anschließend eine Schlange an Gästen, kirchlichen und weltlichen Vereinen, die dem Kleriker zu seinem runden Geburtstag die besten Wünsche und vor allem Gesundheit übermitteln. Auch einige Weggefährten aus seinem ehemaligen Wirkungskreis waren angereist. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates hatten im Pfarrsaal mit Tulpen, den Lieblingsblumen des Jubilars, die Tische geschmückt und reichten am Eingang ein Gläschen Sekt. Sie kümmerten sich auch um den Getränkeausschank und, dass die Gäste mit der vom Gasthaus Hecht gelieferten Gulaschsuppe versorgt wurden.

Interna nicht nur über Jubilar

In die Schlange der Gratulanten reihten sich Kirchenverwaltung, KAB, KDFB, Kolpingsfamilie, Ministranten, Bürgermeisterin, Verwandte und Freunde ein. Nachdem der Jubilar die Gratulationstour überstanden hatte, überraschten ihn und die Gästeschar die Rodinger Bänkelsänger mit erzählenden Liedern. Die Bänkelsänger galten bereits im Mittelalter als wichtige Nachrichtenkolporteure, und so hatten Georg Dieß, Alfons Kerscher, Alfred Bräu und Helmut Prommesberger mit Rosmarie Büchner am E-Piano einige Interna nicht nur über den Rodinger Stadtpfarrer parat: „Er schat so liab, des komma sogn, er hot no nia a Fluign daschlogn, sowas zeugt von wahrer Größe, der bravste Pfarrer der Diözese.“

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„Die Pfarrei in Roding is ned schlecht, d’Leit, sagt er, de san scho recht, Wos ehm als Niederbayer gar net schmeckt, des is unser „Hou-Hou-Dialekt.“

„Köferinger Pfarrei hot recht gflehnt, weil Pfarrer Kienberger nach Roding rennt, Alteglofsheimer ham se denkt, des Roding kehrt in d`Luft ja g`sprengt.“

„Im Vatikan ist er sehr bekannt, die Kurienkardinäle druckan ema die Hand, die Schweizer Gardisten an Respekt aa ham, wenn’s eam sehn, steht alles stramm.“ Auch der Kaplan durfte sich einige Verse anhören: „Unser Koprator Neumann kimmt a dran, is schee, dass wir an Basti als Kaplan ham. Er is präsent für alle Leit, und bsonders in der Volksfestzeit.“ „Sonntag – 8e – Mess is da Schmaderer dran, Predigtdienst hot der Basti, so steht’s im Plan. Das Burschenfest aber stand net drin, gab’s koa Predigt, war aber net schlimm.“

Ruhestandspfarrer, Diakon, Pastoralreferent und Mesner blieben von den Bänkelsängern zur Erheiterung der Gäste auch nicht verschont. Dem Geburtstagskind war es dann vorbehalten die von Pfarrhaushälterin Anita Rohrmüller gebackene Geburtstagstorte anzuschneiden, und am Kuchenbuffet vom Frauenbund fanden die Gäste reichlich Auswahl. So ergaben sich bei der illustren Gästeschar noch zahlreiche Gesprächsrunden.