Nächtlicher Großeinsatz
Zimmerbrand in der Chamer Innenstadt: Verletzte Frau in Klinik gebracht

29.02.2024 | Stand 29.02.2024, 15:23 Uhr

Völlig ausgebrannt: Das Zimmer im Erdgeschoss des Hauses wurde Raub der Flammen. Foto: Schoplocher

Es ist ein brenzliger Großeinsatz in der Nacht auf Donnerstag gewesen. Kurz vor drei Uhr versetzt ein Brand in der Klosterstraße in Cham Anwohner in Schrecken und Rettungskräfte in höchste Alarmbereitschaft. Zwei Frauen werden leicht verletzt, der Einsatzleiter spricht im Nachgang von „einer Meisterleistung“ der Helfer.



„Dass das so geflutscht ist...“ Markus Reittinger ist wenige Stunden später immer noch angetan von dem, was die rund 80 Feuerwehrler da an einem neuralgischen Punkt an Können abgeliefert haben. Er selbst war gefühlt bereits drei Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle. „Bis fast in den ersten Stock“ seien die Flammen da bereits aus dem Erdgeschoss in die Höhe geschossen.

Das damit verbundene Risiko: Die enge Bebauung in der Innenstadt – die frühere Gerhardinger-Realschule und aktuelle Heimat des Robert-Schuman-Gymnasiums befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft; das Haus daneben, direkt verbunden. Aber auch ein großes Glück: die Betondecke zum ersten Stock.

Enge Bebauung der Nachbarhäuser

„Ohne die hätte es sicher ganz anders ausgesehen“, verdeutlicht Reittinger. „Dann hätte es schnell ganz anders gebrannt“, betont der Fachmann auf die Riesengefahr hinweisend, dass der Brand gut und gerne aufgrund der engen Bebauung auf Nachbarhäuser hätte übergreifen können – was auch so schon „anspruchsvoll genug“ gewesen wäre. Nicht zuletzt habe er deshalb, in Absprache mit Kreisbrandinspektor Marco Greil, mit Roding eine zweite Drehleiter angefordert. Deren Eingreifen war dann aber ebenso wenig gefordert wie die das der nachalarmierten Aktiven aus Chammünster und Altenmarkt.

Dennoch war ein Großaufgebot an Rettungskräften gefordert. Drei Atemschutztrupps der FF Cham, also sechs Mann, bekämpften den Brand im Wohn-Ess-Küchen-Bereich als Erste. Unterstützt wurden sie durch zwei Aktive der Feuerwehr Katzbach-Loibling die zudem weitere Geräteträger vorhielt, um im Fall des Falles schnell und effektiv eingreifen zu können.

Wohnung gewaltsam geöffnet

Was den Einsatz zudem herausfordernd machte: Lange Zeit war nicht klar, ob im ersten Stock des Hauses jemand in Gefahr sei. Letztlich ließ die Polizei die betroffene Wohnung gewaltsam öffnen. Ergebnis: Niemand war in Gefahr.

Viel später: Die Feuerwehr, die Kreisbrandinspektor Marco Greil mit seinem KBM-Fachmann Thomas Wittmann anführte, brachte auf Weisung der Polizei einen Holzverschlag an den Fenstern des Gebäudes an, in dessen Räumen der Brand ausging.

Während die Polizei in der Brandnacht keine Angaben zum Schaden machen konnte, beziffert sie diesen mittlerweile auf und 75 000 Euro.

Die beiden Leichtverletzten versorgte der Rettungsdienst mit BRK-Einsatzleiter Dominik Lommer an der Spitze. Während die 81-Jährige mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, konnte die Bewohnerin des Obergeschosses nach erstmedizinischer Versorgung – federführend war Notazt Dr. Stefan Scheingraber – entlassen werden.