Landkreis Kelheim
Abensberg eröffnet Ausstellung über drei Napoleons ohne Bonaparte

26.06.2023 | Stand 14.09.2023, 22:31 Uhr
Peter Hübl

Großes Interesse zeigten die Besucher der Ausstellung an der Ahnentafel der Familie Heyder. Foto: Peter Hübl

Abensberg. „Dreimal Napoleon in Abensberg – Die Familie Heyder im Spiegel der Stadtgeschichte“ heißt die aktuelle Ausstellung im Stadtmuseum: Zur Eröffnung hatten sich rund 70 Gäste im Foyer des Herzogkastens eingefunden.

„Dies ist eine ganz besondere Ausstellung“, sagte 2. Bürgermeister Bernhard Resch, denn schon vor Jahren wollte Rosemarie Heyder Gegenstände aus der Familiengeschichte der Stadt zum Geschenk machen. Die damalige Museumsleiterin Veronika Leikauf habe die Idee für eine Ausstellung gehabt. Diese sei nun mit der neuen Leiterin, Beatrice Wichmann, verwirklicht worden.

„Ich freue mich über Ihr Interesse und dass auch Fachkolleginnen meiner Einladung gefolgt sind “, sagte Wichmann. Bereits bei den Übergabegesprächen sei sie von ihrer Vorgängerin Veronika Leikauf über das Ausstellungsprojekt informiert worden.

Napoleon sei ein etabliertes Thema der Abensberger Geschichte. Mit der Schlacht bei Abensberg 1809 war die Region unmittelbar Schauplatz europäischer Politik geworden. Mit dem Zurückdrängen der österreichischen Truppen war zwar noch keine Kriegsentscheidung getroffen, aber ein wichtiger Baustein der Kriegsführung Napoleon Bonapartes gesetzt, das junge Königreich Bayern habe davon profitiert.

„Dreimal Napoleon in Abensberg“ laute der möglicherweise irreführende Titel der Sonderausstellung. Sie müsse die Gäste leider enttäuschen, handle die Ausstellung doch nicht von dieser historischen Persönlichkeit. Im Ausstellungsbereich gebe es nicht einmal eine einzige Napoleon-Darstellung. Die Schau stelle dennoch Menschen mit diesem Namen vor, allerdings Napoleon Heyder, Karl Napoleon Heyder und Hermann Napoleon Heyder. Hinzu kommen noch weitere Mitgliedern der Familie.

„Die Ausstellung spannt einen Bogen über zwei Jahrhunderte Familiengeschichte, über politische und gesellschaftliche Systeme hinweg, vom Alltag einer Stadtgesellschaft im 19. Jahrhundert. Genau dies macht uns aber besonders deutlich, wie stark die Verflechtungen einzelner Biographien, einer Familie und der Stadtgeschichte mit der großen Politikgeschichte der jeweiligen Zeit sind“, so die Museumsleiterin.

Diese Verflechtungen könnten Erkenntnisse über die Stadt, über das Denken und Handeln einzelner Persönlichkeiten sowie die überregionale Geschichte liefern. Diese Ausstellung wäre ohne die Schenkung der Familie Heyder an das Stadtmuseum und den offenen Umgang mit ihrer eigenen Geschichte nie möglich gewesen, betonte Beatrice Wichmann.

Dafür gelte es Rosemarie Heyder Dank zu sagen. Ein weiterer Dank ging an Veronika Leikauf für die Übergabe und Vorarbeit sowie allen Helfern und Unterstützern.

Nun ging es hinauf in den Ausstellungssaal zum Schauen, Staunen und zu angeregten Gesprächen. Der Abend wurde von Martin Kainz am Piano musikalisch unterhaltsam gestaltet.

dph