Kampf auf Augenhöhe
Judo-Bundesliga: Rekordmeister TSV Abensberg zwingt Verfolger TSG Backnang in die Knie

23.06.2024 | Stand 23.06.2024, 12:21 Uhr |

Auswärtssieg: Patrick Weisser (stehend) punktete für Abensberg in Backnang. Foto: Christian Kahler

Das Gipfeltreffen der beiden Topteams der Judo-Bundesliga Süd war geprägt von taktischen Schachzügen und technischen Feinheiten. Im ersten Durchgang drückte Tabellenführer Abensberg seine Qualitäten besser durch und brachte den Vorsprung mit einem Sieg im finalen Kampf über die Runden.

„Es war ein heißer Ritt“, bilanzierte Manuel Scheibel aus dem Abensberger Trainerteam den Ausgang des Kräftemessens bei Verfolger TSG Backnang. Am Ende hatten die Babonen den Gastgebern mit 8:6 (74:60) die erste Saisonniederlage beigebracht und sich alle Optionen auf das Erreichen des Final-Four-Turniers aus eigener Kraft offengehalten.

„Natürlich wollte auch Backnang den Sieg um jeden Preis“, so Scheibel. Die Hausherren brachten mit Shakhram Akhadov (bis 73 Kilogramm), Jur Spijkers (bis 60 Kilogramm) und Frank de Wit (bis 81 Kilogramm) internationale Topathleten auf die Wettkampfmatte.

Internationale Elite mischt in Backnang mit

Aber auch die Abensberger hatten mit Ilia Sulamanidze (bis 100 Kilogramm), Temur Nozadze (bis 66 Kilogramm) und Nika Kharazishvili einen herausragenden internationalen Kader am Start. Beide Seiten besetzten mit ihren internationalen Kämpfern jeweils vier Gewichtsklassen – und punkteten erwartungsgemäß.

Die Entscheidung sollte in den innerdeutschen Duellen fallen – und hier setzten die Abensberger in den ausschlaggebenden Paarungen die Akzente. Im ersten Durchgang habe laut Scheibel der Punkt von Peter Thomas (bis 81 Kilogramm) gegen Sebastian Kaun entscheidenden Anteil an der 5:2-Halbzeitführung gehabt. Thomas hatte seinen Gegner nach einer Attacke erfolgreich gegengedreht und zum 2:0 gepunktet. Den zweiten Coup landete Johann Lenz (bis 90 Kilogramm) gegen Fabian Kansy.

Johann Lenz behält die Nerven

Nach acht Minuten brachte Lenz den TSG-Kämpfer im Golden Score zur entscheidenden Wertung auf die Matte. „Damit sind wir mit 5:2 in die Pause gegangen, Backnang war durchaus bedient“, so Scheibel. Falk Petersilka hatte den Kampf für Abensberg im Schwergewicht mit dem 1:0 gegen Dino Pfeiffer für das 1:0 eröffnet. Nach dem 2:0 durch Thomas stellte Ilia Sulamanidze, Weltranglistenerster in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm, gegen Andre Sträßer auf 3:0. Backnang holte mit den Erfolgen von Maximilian Heyder (bis 60 Kilogramm) gegen Ben Howard und Shakhram Akhadov (bis 73 Kilogramm) gegen Kevin Abeltshauser auf. Abensbergs Patrick Weisser (bis 66 Kilogramm) brachte nach einem erfolgreichen Wurf den Vorsprung gegen Robin Angerer zum 4:2 über die Zeit. Mit dem 5:2 stellte Lenz den anfänglichen Drei-Punkte-Vorsprung wieder her.

TSV Abensberg hält in Durchgang zwei erfolgreich dagegen

„Von dem Vorsprung durften wir uns nicht täuschen lassen“, so Scheibel. In Runde zwei gingen die ersten Zähler an die TSG: Jur Spijkers (über 100 kg) punktete gegen Michael Weber, Frank de Wit (bis 81 kg) gegen Thomas. Sulamanidze (bis 100 kg) hatte gegen Hugo Murphy keine Schwierigkeiten und holte das 6:4 für Abensberg.

Es wurde aber spannend: Heyder setzte sich erneut gegen Howard durch und Akhadov ließ auch Nico Menzl abblitzen. Nach dem 6:6 spielten die TSV-Legionäre Temur Nozadze (bis 66 kg) und Nika Kharazishvili (bis 90 kg) ihre Klasse aus und tüteten den 8:6-Sieg ein. „Die Mannschaft hat super Teamspirit gezeigt. Wir haben die Tabellenspitze mit einer klasse Leistung verteidigt“, so Scheibel.

In einer Woche steht der Heimkampf gegen JC Leipzig an: Mit einem Sieg oder Unentschieden steht Abensberg aus eigener Kraft im Final-Four.

ro