Gründung 1947
Mitgliederrekord nach 75 Jahren: Der VdK Abensberg steht für Menschlichkeit

14.08.2023 | Stand 12.09.2023, 23:31 Uhr
Peter Hübl

Das Begegnungszentrum Cabrizio in Offenstetten war bis auf den letzten Platz gefüllt. −Fotos: Peter Hübl

Es war ein festliches Jubiläum in familiärem Rahmen: Der VdK-Ortsverband Abensberg hat sein 75-jähriges Gründungsfest gefeiert. Vorsitzender Kurt Weingartner konnte dazu im bis auf den letzten Platz gefüllten Cabrizio in Offenstetten gut 160 Mitglieder und Gäste willkommen heißen.

Nur ein halbes Jahr nach der Gründung des VdK am 4. Dezember 1946 in München, wurde am 20. Juni 1947 der Ortsverband gegründet. Zum 1. Vorsitzenden war Fritz Rautenberg gewählt worden. Damals ging es in erster Linie zunächst um Hilfe für Kriegsopfer, niemand sollte wegen Krankheit oder Behinderung ausgeschlossen sein. Heute gilt der Einsatz des Verbandes generell benachteiligten Menschen.

Kritik an Karl Lauterbach



Aus kleinen Anfängen habe sich der Verband stetig weiter entwickelt, berichtete Kurt Weingartner. Mit 1180 Mitgliedern könne man sogar einen Rekordwert vermelden. Dennoch, so fuhr er fort, würden ehrenamtliche Sammler stets gesucht. Da viele altersbedingt aufgehört hätten, brauche es stets neue helfende Hände.

Als „Sprachrohr für Menschen, die dringend Hilfe brauchen“ bezeichnete Kreisvorsitzender Andreas Tremmel den VdK in seiner Ansprache zur Jubiläumsfeier. Doch ein Dreivierteljahrhundert nach der Gründung sieht er nicht alles positiv.

Die Nächstenpflege erfolge zu 81 Prozent zuhause, was aber von Gesundheitsminister Lauterbach „auf 61 Prozent schöngeredet“ werde, kritiserte er. Das Pflegegeld werde um magere fünf Prozent erhöht, dies decke nicht einmal die Inflation, die letzte Erhöhung sei vor sieben Jahren gewesen.

Personalmangel beim VdK Abensberg



Dennoch, so berichtete er, seien rund 12.800 ehrenamtlich aktive Mitglieder das Herz des Landesverbandes, der mittlerweile rund 790.000 Mitglieder zählt.

Tremmel bat in diesem Zuge auch um Verständnis, wenn es einmal bei mündlichen oder schriftlichen Anliegen etwas länger dauert. Momentan gebe es einen Personalengpass, zwei Mitarbeiterinnen würden aus unterschiedlichen Gründen aufhören. Der Kreisvorsitzende dankte dem Vorsitzenden Kurt Weingartner und seinem Team, „besser geht es nicht!“

Dank sagte bei der Jubiläumsfeier auch Landrat Martin Neumeyer. Der VdK sei ein wichtiger Verband, seine Hilfe für Menschen und seine Beratungstätigkeit seien unverzichtbar. Bezugnehmend auf das Motto „Zukunft braucht Menschlichkeit“ meinte Neumeyer, dass dies auch für die Gegenwart notwendig sei. Grüße und Glückwünsche der Stadt überbrachte 3. Bürgermeisterin Marion Huber-Schallner.

Kaplan Velangini Reddy Nagireddy nannte das 75-jährige Jubiläum ein „bedeutendes Ereignis“ und entwickelte Gedanken der Zusammenarbeit und eine Vision für eine bessere Zukunft. Pfarrerin Anne Katrin-Streeck bezeichnete den VdK als „soziales Gewissen“. Anschließend spendeten sie nach einem kurzen geistlichen Wort den kirchlichen Segen.