Train legt erneut einen Haushalt ohne Schulden vor

2024 und 2025 investiert die Gemeinde vor allem in Kanalbau, Straßensanierung und Gewerbegebiet

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 11:00 Uhr |

Im Zehentstadl stimmten die Gemeinderäte in ihrer Maisitzung geschlossen für den Haushalt. Foto: Pirkl

Kanalsanierungen, Hochwasserschutz und ein neues Gewerbegebiet: Train wird in den kommenden Jahren einiges an Geld in die Hand nehmen. Schuldenfrei bleibt die Gemeinde trotzdem.

In der Maisitzung beschlossen die Gemeinderäte einstimmig den Haushalt. Ein „normaler“ Haushalt sei es, im Vergleich zu dem von 2023, so Bürgermeister Gerhard Zeitler. Der Gesamthaushalt 2024 ist knappe 11,43 Millionen schwer, eine Erhöhung um 569.100 Euro gegenüber dem Vorjahr. Im Verwaltungshaushalt stehen knappe 4,29 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt sind es knappe 7, 14 Millionen.

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Vor allem die gestiegenen Personalkosten belasten die Gemeinde, „die haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt“, führt Kämmerer Samuel Konschelle bei der Vorstellung des Haushalts aus. Weiterhin bleiben die Steuern, vor allem die Einkommenssteuer mit 1,388 Millionen eine der größten Einnahmequellen. Die Gewerbesteuer schwanke dafür ziemlich. 2022 betrug sie beispielsweise 797.000 Euro, 2023 164.000 Euro und für heuer gehe man von etwa 350.000 Euro aus. 2023 gab es keine Schlüsselzuweisungen, 2024 werden sie wieder fließen, 370.604 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant.

Kreisumlage belastet

Eine große Belastung für sämtliche Gemeinden, so auch für Train, bleibt die Kreisumlage. Die Gemeinde Train muss in diesem Haushaltsjahr aufgrund seiner gesunkenen Steuerkraft vor zwei Jahren zwar knapp 400.000 Euro weniger Kreisumlage an den Landkreis abführen als 2023: Trotzdem werden es 1.071.900 Euro sein. In den kommenden Jahren werden die Schlüsselzuweisungen immer weiter ansteigen, so die Prognose, Konschelle sprach von 57 Prozent im Jahr 2027.

Noch sieht es aber für Train gut aus. Der Überschuss von 329.500 Euro im Verwaltungshaushalt fließt in den Vermögenshaushalt. Deshalb ist 2024 sogar eine Rücklagenzuführung in Höhe von 2,593 Millionen Euro geplant.

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Und das sind die größten Posten, die in diesem Jahr im Vermögenshaushalt eingeplant sind: An die Verwaltungsgemeinschaft Siegenburg fließt eine Umlage für die Rathauserweiterung von 350.800 Euro; für das Straßenbauprogramm werden 250.000 Euro fällig, die Straßensanierung im Akazienweg/Moosweg schlägt mit 241.000 Euro zu Buche. Die Erschließung des Gewerbegebiets „Ziegelstadl“ kostet die Gemeinde 845.000 Euro, die Straßensanierung der Ortsdurchfahrt Neukirchen 499.500 Euro. Für den Hochwasserschutz Mallmersdorf sind 400.000 Euro eingeplant. Für die Kanalsanierungen am Akazienweg und bei der Ortsdurchfahrt Neukirchen werden insgesamt knappe 300.000 Euro und für den Kanalbau im Gewerbegebiet „Ziegelstadl“ 500.000 Euro fällig.

2024 und 2025 stehen kapitalintensive Maßnahmen und Investitionen an, vor allem bei Straßen- und Kanalsanierungen sowie der Erschließung des Gewerbegebietes „Ziegelstadl“. Das Gewerbegebiet wird aber künftig auch Geld in die Gemeindekasse spülen, und zwar durch Grundstücksverkäufe und Beiträge.
Insgesamt summieren sich die Investitionen in den Jahren 2024 bis einschließlich 2027 auf ein Volumen von über 9.545.500 Euro.
Neben dem Haushalt standen noch viele weitere Punkte auf der Tagesordnung (siehe Infokasten). Eine längere Diskussion entwickelte sich zum Thema Straßenbauprogramm. Bei einer beschädigten Flurstraße stellte sich die Frage, ob man sie ganz sanieren wolle, nur dort, wo es am nötigsten sei oder ob man sich das Geld sparen solle. Zeitler führte aus, dass man die Straße auf etwa 150 Meter komplett sanieren könne, was 65.000 Euro kosten würde, nur einen Teilbereich für 35.000 Euro oder eben gar nichts. Ein Ingenieurbüro habe den Weg begutachtet und gemeint, eine Sanierung wäre jetzt noch nicht nötig, so Zeitler. Dennoch wollte er die Meinung im Rat hören.

Flurstraße wird saniert

Die Meinungen darüber gingen im Gemeinderat dann weit auseinander. Ein Ratsmitglied warf ein, dass ein Teilstück relativ schlecht sei. Wenn man jetzt was mache, dann wäre 40 Jahre lang wieder Ruhe, so lange hielt die bisherige Straße nämlich auch. Billiger werde die „Gaudi“ im Straßenbau ohnehin nicht. Ein anderes Ratsmitglied plädierte dafür, erst einmal die Straßen innerorts zu sanieren, sagte, dass sich der Verkehr auf der Flurstraße ohnehin in Grenzen halte. Das Problem nicht zu verschieben, mahnte ein anderer an. Keinen Präzedenzfall wollte ein viertes Ratsmitglied schaffen, „Wo will ich hin, Flurwege oder innerorts?“ „Rausgeschmissenes Geld“ meinte ein weiteres Ratsmitglied. Es stehe ja schließlich im Straßenreparaturprogramm im Haushalt drinnen, und habe keinen Einfluss darauf, ob man innerorts Straßen saniere oder nicht, so ein weiteres Argument. „Für eine komplette Sanierung bin ich nicht“, sagte Zeitler und ließ dann abstimmen. Die Mehrheit stimmte dann doch für die Komplettlösung.

Weitere Themen in der Gemeinderatssitzung:

Ganztag: In der offenen Ganztagsbetreuung von Kai e.V. gibt es künftig eine lange Gruppe bis 16 Uhr und eine kurze bis 14 Uhr. Etwa Dreiviertel der Grundschulkinder besuchten mittlerweile die Betreuung, so Zeitler. Die Räte segneten nachträglich die 5000 Euro ab, die es von der Gemeinde dazu an Zuschuss gibt.

Kirche St Michael: Der Zuschuss von 21.600, 39 Euro sei keine Pflichtaufgabe der Gemeinde, aber „ich bin der Meinung, dass man als Kommune dafür sorgen soll, dass die Kirche in einen sauberen Zustand ist“, so Zeitler.

Zuschuss für Romfahrt: Train gewährt einen einmaligen Zuschuss von 500 Euro für die Wallfahrt der Ministranten nach Rom.

Ortsdurchfahrt Neukirchen: Zwei Parkplätze sollen neben dem Freisitz im Bereich des Platzes entstehen.