Gesperrte Eisenbahnbrücke
Zweiter Schiffsunfall am Wochenende in Bad Abbach: Strafverfahren gegen Bootsführer

24.06.2024 | Stand 24.06.2024, 19:38 Uhr |

Das Gütermotorschiff musste die Fahrt auf der Donau ohne die Barge fortsetzen – die wurde mit dem Schubboot nach Kelheim gebracht. − Foto: Hutzler

Nachdem bereits am Freitagabend ein Schiffsunfall auf der Donau bei Bad Abbach (Landkreis Kelheim) viele Einsatzkräfte forderte, ereignete sich ein weiterer Vorfall am späten Sonntagnachmittag. Auch dieses Mal war die Eisenbahnbrücke betroffen.



Am Sonntag gegen 17 Uhr driftete ein Gütermotorschiff mit einem daran angebrachten Schwimmcontainer, einer sogenannten Barge, bei der Ausfahrt aus der Schleuse Bad Abbach (Poikam) aus der Fahrspur und drohte mit der dortigen Eisenbahnbrücke zu kollidieren, heißt es in der Pressemitteilung der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg. Das Gespann hatte eine Länge von etwa 190 Meter und transportierte circa 2000 Tonnen Bentonit. Bereits am Freitagabend driftete ein Schubverband wegen eines technischen Defekts des Bugstrahlruders in Verbindung mit der Strömung nach links ab. Hierbei kam es zum Kontakt mit der Uferfassung mit anschließender Havarie.

Schuld waren starke Strömung und defektes Ruder



Mit einem Fahrmanöver konnte der Schiffsführer am Sonntag verhindern, dass das Schiff quer der Eisenbahnbrücke zum Stehen kommt. Mit Unterstützung eines weiteren hinzugezogenen Schubbootes konnte das Gütermotorschiff wieder in die eigentliche Fahrrinne gebracht werden. Im Weiteren musste die Barge abgekoppelt und mit dem Schubboot nach Kelheim gebracht werden. Das Schiff konnte die Fahrt selbst fortsetzen, gab die Polizei bekannt.



Grund für den Vorfall war die Starke Strömung. Zudem war, nach aktuellem Ermittlungsstand, das Bugstahlruder der Barge defekt. Die Situation am Sonntagabend sei, wie Polizeikommissar Simon Weinzierl sagt, mit der Querströmung dieselbe wie am Freitag gewesen. „Das ist eine schwere Stelle, die ein Schiffsführer eigentlich bewältigen kann, wenn die Technik stimmt“, sagt er. Die Schifffahrt und auch der Schienenverkehr über die Eisenbahnbrücke mussten für etwa zwei Stunden komplett gesperrt werden. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.

Ebenso wie das Schiff vom Freitag muss nun auch dieses von einem Taucher begutachtet werden, bevor es wieder einsatzfähig ist.

Defektes Ruder möglicherweise Schuld



Am Schiff und auch am Brückenpfeiler entstand, nach derzeitigem Sachstand, nur marginaler Schaden. Für die Barge wurde ein Weiterfahrverbot bis zur Beseitigung der Mängel erlassen. Gegen den Schiffsführer wurde ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Schiffs- und Bahnverkehrs eingeleitet, da der Verdacht besteht, dass das Bugstahlruder bereits vor Fahrtantritt defekt war.
Am Einsatz waren neben der Wasserschutzpolizeigruppe der VPI Regensburg auch die Feuerwehren aus Kelheim, Saal, Bad Abbach, Poikam, Kapflberg und Lengfeld. Diese sicherten die Örtlichkeit sowohl zu Land, als auch zu Wasser ab.

− mc