Workshop
Biodiversität erhalten und steigern: 30 Teilnehmer erarbeiteten in Neukirchen-Balbini erste Ideen für eine Strategie

07.03.2024 | Stand 07.03.2024, 17:00 Uhr
Ralf Gohlke

In fünf Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Anwesenden mit verschieden Themen zur Artenvielfalt. Foto: Paula Ringshandl

Der Markt hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Frühjahr 2025 eine Biodiversitätsstrategie zu entwickeln. Mit Hilfe des Naturparkvereins gelang es der Kommune als erste in der Oberpfalz dafür in das Förderprogramm „Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien“ (LNPR) aufgenommen zu werden.

Als Partner für das Vorhaben konnte das Büro Landimpuls aus Regenstauf gewonnen werden. Den Auftakt bildete am Mittwoch der erste Workshop im Schießlhof. „Es dürfte bekannt sein, dass ich mich bereits seit längerem mit der Thematik beschäftige“, betonte Bürgermeister Markus Dauch. Insbesondere das Pilotprojekt in Tännesberg habe er intensiv verfolgt. Ihn freute besonders, dass unter den rund 30 Teilnehmern Vertreter der Landwirtschaft, der Jägerschaft und weiterer Fachleute vertreten waren. Für die zu leistende Vorarbeit sah er darin eine gute Mischung.

Nicht unerwähnt ließ er, dass Landimpuls sein persönlicher Wunschkandidat gewesen sei. Für den Naturparkverein stellte Markus Kurz heraus, dass die Pläne für die Biodiversitätsstrategie dem Markt schon beim Wettbewerb „unser Dorf hat Zukunft“ Vorteile erbracht hätten.

Für Landimpuls erklärte Anne Wendl, dass es wichtig sei, dass möglichst viele Bevölkerungsgruppen an dem Vorhaben mitarbeiteten. Schließlich ginge es nicht allein um einen Plan, sondern um viele Projekte, die in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren umgesetzt werden sollten. Daher versprach sie für den ersten Workshop gleich „ein straffes Programm für die nächsten drei Stunden“.

Zusammenarbeit mit Grundstückseigentümern ist wichtig



Auf die Teilnehmer kam eine Stärken- und Schwächen-Analyse innerhalb von fünf möglichen Handlungsfeldern zu. Am Ende sollten dann auch erste Impulsaktionen genannt werden. Wendl verdeutlichte noch einmal, warum die Kommune die ideale Basis für das Handeln in dem Bereich sei. Sie verfüge über die notwendigen Planungsinstrumente und könne auf eigenen Flächen beispielhaft und mit Vorbildcharakter agieren. Als wichtig erachtete sie in dem Zusammenhang mit den Grundstückseigentümern in ständigen Dialog zu bleiben, um festzulegen, was machbar sei. „Der Bürgermeister und die Gemeinderäte sind am besten geeignet und in der Lage, Projekte vor Ort in die Tat umzusetzen.“

Kurz streifte sie noch einmal den viel genannten Begriff der Biodiversität. Im Prinzip ging es immer um den Erhalt der Vielfalt der Arten, der Lebensräume und nicht zuletzt auch der genetischen Vielfalt vor Ort. Sie definierte den Begriff daher eher als „Biologische Lebensvielfalt“. Das Resultat werde schließlich aus einem „gebundenen Endprodukt“ bestehen.

Kommune muss Weg festlegen



An einem Beispiel eines ähnlichen Projektes in Rottenburg an der Laaber verdeutlichte Paula Ringshandl die weitere Vorgehensweise. Letztendlich müsse die Kommune festlegen, wohin der Weg führen solle und welche Maßnahmen erforderlich seien, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Hinzu käme die Frage der Finanzierung und die eines machbaren Zeitplanes. Nicht unerheblich sei zudem die Verantwortlichkeit einzelner Projekte festzulegen. Deutlich fügte sie an: „Es soll keine Strategie werden, die Eigentümern von Flächen etwas überstülpen will.“ Funktionieren könne das Ganze nur im gegenseitigen Einvernehmen.

In fünf Arbeitsgruppen beschäftigten sich im Anschluss die Teilnehmer unter anderem mit den Themen Offenland, Wald, Gewässer, Siedlung, Naturerleben und Bewusstseinsbildung sowie Wertschöpfung. Ihnen wurde dabei freigestellt, welches Interessensgebiet ihnen am meisten am Herzen lag. An jeder Tafel standen zusätzlich Moderatoren von Landimpuls für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Gefordert war zu jedem Thema eine Gegenüberstellung von bekannten Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken. Jeweils 30 Minuten standen zur Bearbeitung zur Verfügung. Aus jeder Gruppe trug im Anschluss ein Sprecher die Ergebnisse vor, die dann im Plenum diskutiert werden konnten.

Einige Vorschläge entwickelt



Am Ende gab es Vorschläge für Starter-Projekte zu den unter anderem die Einführung eines Runden Tisches mit Landwirten, ein Kinder- und Jugendworkshop, die Erweiterung des Schulgartens oder der ökologische Waldumbau einer Schadfläche im Gemeindewald zählten. Der Michaeli-Markt sollte zudem als Plattform für die Bürgerbeteiligung genutzt werden. Die ersten Ergebnisse sollen beim zweiten Workshop im Mai/Juni erörtert werden, der dritte Workshop ist für Oktober geplant.