Es geht mächtig um Leben und Tod
Dechinger Theaterleit fiebern der Premiere ihres neuen Stücks entgegen

15.05.2024 | Stand 16.05.2024, 7:54 Uhr

Noch präsentieren sich die Dechinger Theaterleit in einheitlichem Shirt. Bei den Aufführungen von „Die Mächtigen“ wird es aber gruselige, lustige und außergewöhnliche Kostüme geben, wie der Kopfschmuck von „Uri“, eigens angefertigt von Michaela Baier aus Kirchbuch, schon andeutet. Foto: Adam

Wer ist wohl mächtiger? Leben oder Tod? Diese Frage soll tatsächlich beim diesjährigen Theaterstück der Dechinger Theaterleit auf der Freiluftbühne im Schlosshof geklärt werden. Wer die Truppe um die beiden Regisseure Wolfgang Weigl und Wolfgang Ibel kennt, der kann sich gut vorstellen, dass das ein turbulenter Wettkampf sein wird. „Die Mächtigen“ ist ein Volksstück in drei Akten von Armin Wontka. Los geht es gleich direkt „im Himmel“. Dort nämlich grübelt der Sens – der Tod – über den Sinn seines Daseins nach. In dieser Stimmung trifft ihn der lebensfrohe Felix – das Leben – an und beide geraten in einen ernsthaften Disput.

Wer von ihnen hat nun eigentlich mehr Macht – der Sens oder der Felix, der Tod oder das Leben? Da sie sich nicht einigen können, aber das höchst brisante Thema endgültig klären möchten, begeben sie sich auf die Erde, um sich hier gegenseitig zu beweisen, wie mächtig sie sind. Und wer eben mächtiger.

Natürlich brauchen der Sens und der Felix dazu menschliche Gestalten und so schlüpfen sie in die Rollen von zwei Knechten auf dem Feit-Hof. Hier erwartet Lisbeth, die hochschwangere Bäuerin, sehnlichst die Niederkunft ihres Kindes. Und genau dieses Kind soll nun den Streitpunkt der Frage, wer der Mächtigere über Leben und Tod sei, entscheiden. Das Publikum darf mitfiebern und bangen bei den turbulenten Kämpfen, die kritisch auch noch von einer dritten Macht beobachtet werden: von Uri – der Zeit. Sie hört aus den himmlischen Gefilden dem Streit zu und weil Gerechtigkeit ihr über allem steht, sieht sie sich schließlich gezwungen, mitzumischen, was noch für weitere seltsame Entwicklungen – und lustige Szenen – sorgt.

So geschehen auf dem Hof von Bauer Franz Feit die unmöglichsten Sachen, die so manchem herkömmlichen Erdenbürger nicht ganz geheuer sind und einige fast an die Grenzen des Wahnsinns treiben.

Proben haben nach dem Fasching begonnen

Direkt nach Fasching haben die Dechinger Theaterleit mit ihren Proben für das Stück begonnen. „Erst haben wir uns einmal pro Woche getroffen, aber schnell gemerkt, das reicht uns nicht, wir wollen das intensiver spielen. Jetzt proben wir immer am Donnerstag und Sonntag. Es wird“, versichert Wolfgang Ibel zufrieden. Er hat gemeinsam mit Wolfgang Weigl das Stück wieder ausgewählt, die Szenen um einige „Töging-typische“ Überraschungen ausgeschmückt und nach passenden Schauspielern gesucht. „Ich denke, wir haben die Rollen wieder perfekt besetzt“, sind sich Ibel und Weigl sicher. Als Tod wird Franz Wittmann auf der Bühne stehen, seinen Gegenpart als Leben spielt Hubert Scherübl. Die Zeit stellt Christine Böhm dar. Als Bauer Franz Feit wurde Tobias Leidl gewählt, seine Frau Lisbeth ist Nadine Neger. In weiteren Rollen sind Robert Müller (Martl, ein alter Knecht), Erika Graf (Walli, eine resolute Magd), Beate Huml (Lohnerl, die Großmutter), Konrad Leidl (Dandler Isidor), Jörg Barthold (Kurt Mümmer, ein Versicherungsmann), Simon Semmler (Fridolin, der Neffe von Martl), Fabian Weiss (Kaspar, der Onkel von Franz), Anita Rösch (Mechthild, die Frau von Kaspar) und Jonathan Müller (Seppe, deren Sohn) zu sehen. Ein großes Schauspielensemble also, welches von Souffleuse Susanne Leidl unterstützt wird.

„Da wir nur alle zwei Jahre spielen, freuen wir uns natürlich immer sehr auf unsere Auftritte. Und heuer sogar besonders, denn es ist nicht nur ein sehr lustiges Stück, sondern hat auch Tiefgang“, sagt Wolfgang Ibel. Er verrät: „Es wird wieder mehrere Bühnen geben: Einmal ein Bauernhaus mit Werkstatt, daneben das Gesindehaus und dann den Himmel.“

Requisiten stammen aus abgerissenen Häusern

Stolz sind die Theaterleit auf ihren Bühnenbau, denn als Requisiten und Baustoffe wurde einiges aus alten, mittlerweile abgerissenen Töginger Häusern wiederverwendet. „Lasst’s euch überraschen und kommt vorbei“, wirbt Ibel. Premiere wird am Donnerstag, 30. Mai, gefeiert, weitere Aufführungen folgen am Samstag, 1. Juni, Samstag, 8. Juni, und Samstag, 15. Juni. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Karten für sieben Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder bis zwölf Jahren gibt es im Vorverkauf bei der Firma Wittl in Dietfurt sowie am Sonntag, 19. Mai, von 14 bis 16 Uhr im Schloss Töging.

DK