Ortstermin in Wolfsricht
Freie Wähler: Flutmulden könnten gegen Hochwasser in Pilsach helfen

22.06.2024 | Stand 22.06.2024, 19:00 Uhr |
Michael Schrafl

Gemeinderäte und Mitglieder der Freien Wähler Pilsach besuchten Wolfsricht (Gemeinde Berngau), um sich von Karl Klebl (2.v.li.) Lösungen gegen Hochwasser erklären zu lassen. Foto: Adolf Wolf

Hochwasser und Starkregen haben in den vergangenen Wochen wie auch schon 2021 im Gemeindebereich Pilsach sichtbare Spuren hinterlassen, mehrere Keller mussten ausgepumpt werden.

Besonders betroffen waren die Ortschaften Pilsach, Pfeffertshofen, Litzlohe, Wünn, Laaber und Schneemühle. Die zunehmende Hochwassergefahr beschäftigt die Freien Wähler der Gemeinde. Sie stellen sich die Frage, durch welche Maßnahmen sich Hochwasser nach Starkregen schon im Vorfeld reduzieren oder gar vermeiden ließe.

Kürzlich machten sich die Gemeinderäte und mehrere Mitglieder der Freien Wähler Pilsach deshalb auf den Weg nach Wolfsricht, um von Karl Klebl zu erfahren, wie man dort das Hochwasserproblem in den Griff bekommen hat.

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Wie Klebl erläuterte, wurde bei der Flurbereinigung 1960 der bis dahin offene Graben von Wolfsricht nach Allershofen verrohrt. Damit entstand das Problem, dass bei Schneeschmelze und Starkregen einige Keller in Wolfsricht überflutet oder Schachtdeckel durch die Wassermassen hochgedrückt wurden. Der Grund: Es war zum Rückstau gekommen.

Klebls Vorschlag, die Leitung zwischen Wolfsricht und Allershofen auf einer Länge von 150 Metern zu öffnen und dem Wasser so die Möglichkeit zu geben, sich in einer Mulde auszubreiten, fand in den 80er Jahren im Berngauer Gemeinderat Gehör. Die dann zusammen mit dem Landschaftspflegeverband durchgeführte Maßnahme diente nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern die Ausgleichsfläche wurde gleich zu einem Biotop aufgewertet. „Seit dieser Zeit hat es in Wolfsricht kein Hochwasser mehr gegeben“, sagte Klebl.

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Der langjährige Gemeinderat und ehemalige zweite Bürgermeister ist überzeugt: „Wenn jede Ortschaft so handeln würde wie wir damals, könnte so manches Hochwasser in den Ortschaften vermieden werden.“ Es brauche Flächen, auf denen sich die Wassermassen kurzfristig ausbreiten, versickern oder gefahrlos abfließen können.“

Näher angeschaut haben sich die Pilsacher auch die Renaturierung der Sulz ab den „Drei Weihern“. Sie sind überzeugt, dass sich schon durch kleinere Maßnahmen wie zusätzliche Flutmulden in der Flur die Hochwassersituation im Hauptort Pilsach und in gefährdeten Ortsteilen der Gemeinde entschärfen ließe. Die Vorsitzende der Freien Wähler und 3. Bürgermeisterin Ulrike Nißlbeck bedankte sich bei Karl Klebl für die interessanten Ausführungen.