21. April
Großes Fest zur Wiedereinweihung der Orgel in der Neumarkter Christuskirche

12.04.2024 | Stand 12.04.2024, 11:00 Uhr

Passend zum neuen Stil der Neumarkter Christuskirche präsentiert sich die Eule-Orgel jetzt mit einem modernen Prospekt. Foto: Christian Amtor

Endlich ist es so weit: Am Sonntag, 21. April, wird nach fast drei Jahren die Orgel in der evangelischen Christuskirche in Neumarkt mit einem Gottesdienst und einem Orgelfest wieder eingeweiht.

Wegen der Umbaumaßnahmen war die Orgel im Sommer 2021 komplett ausgebaut worden. Viele tausend Einzelteile lagerten seitdem bei der Orgelbaufirma Eule in Bautzen. Seit Ende Februar war das Team der Orgelbauer damit beschäftigt, das Instrument wieder aufzubauen, zu intonieren und zu stimmen.

Ein neuer Prospekt für die Eule-Orgel

Was ist neu? Wird man Veränderungen sehen oder hören können? Ins Auge sticht sofort der neue Orgelprospekt – so wird die Vorderansicht der Orgel genannt –, der verändert und an die umgestaltete Kirche angepasst wurde.

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Nachdem alle Pfeifen in der Werkstatt gebadet und von Staub und Schimmel befreit wurden, funkelt und glänzt die Orgel nun wieder an ihrem alten Platz auf der Empore. Zwei Neuerungen sind für die Organisten ganz besonders wichtig: Die neue höhenverstellbare Orgelbank und die elektronische Setzeranlage, die 10000 Klangkombinationen speichern kann, erklärt Kirchenmusikdirektorin Beatrice Höhn.

Intonateure stimmen Neumarkter Orgel



Die Königsdisziplin im Orgelbau ist die Intonation. Die Herausforderung der Intonateure bestand in der Christuskirche vor allem darin, die insgesamt 1439 Pfeifen klanglich auf den neuen, sehr schlichten Kirchenraum abzustimmen. Da das Instrument 1995 für einen damals noch ganz anderen Raum konzipiert wurde, der mit Teppich und Plüsch ausgestattet war, mussten die Intonateure einige Wochen mühevolle Feinstarbeit leisten, damit das Instrument auch im neuen Raum wohl klingt. Neben einem guten Gehör sind laut der Organistin bei der Intonation handwerkliches Geschick gefragt und sehr viel Geduld.

Die Neumarkter Organistin und Kirchenmusikdirektorin Beatrice Höhn erinnert sich gut daran, wie sie selbst als kleines Mädchen die Barockorgel in ihrer Heimatgemeinde bestaunte. Gerne saß sie auf der Empore, direkt neben der Orgel, der „Königin der Instrumente“, und sah den Organisten beim Spielen zu.

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Und was macht die Orgel so königlich? „Sie ist wohl von allen Instrumenten das vielseitigste und hat den größten Tonumfang“, sagt Höhn. „Sie kann so tief spielen wie ein Kontrabass oder eine Tuba, aber auch so hoch piepsen wie eine Piccoloflöte.“ Außerdem könne sie die Klangfarben eines ganzen Orchesters nachahmen. „Ihre Register klingen zum Beispiel wie eine Trompete, Klarinette oder Posaune.“ Und sie könne sehr leise und weich klingen, aber auch laut schmetternd und donnernd den Raum vibrieren lassen.

Führungen am 21. April zur Eule-Orgel

Was alles in der Eule-Orgel steckt, können Besucher am Sonntag, 21. April, in der Christuskirche erleben. Kirchenmusikdirektorin Beatrice Höhn und der Orgelsachverständige Kirchenmusikdirektor Klaus Geitner aus München werden im Festgottesdienst um 10 Uhr und bei den beiden anschließenden Orgel(vor)führungen viele verschiedene Facetten zeigen – auch wenn nicht alle der über vier Millionen Kombinationsmöglichkeiten der 22 Register vorgestellt werden können.

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Selbstverständlich ist auch die Eule mit ihrem unverwechselbaren Ruf wieder in die Orgel eingezogen. Um 15.30 Uhr heißt es „Vorhang auf für die Königin!“. Beatrice Höhn und Klaus Geitner entführen das Publikum mit einem kurzweiligen, etwa 45-minütigen Programm in die spannende Welt der Orgelmusik.

Nicht umsonst gehören die Orgel und die Orgelmusik seit 2017 zum Immateriellen Weltkulturerbe und damit zu den lebendigen Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder neugestaltet werden. Ab 14.30 Uhr bietet ein Orgel-Café im Bonhoeffer-Saal des Evangelischen Zentrums selbst gebackene Kuchen und Küchle an.