Faires Miteinander
Kampf gegen Mobbing: Knabenrealschule Neumarkt ist „Fairplayer-Schule“

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 10:28 Uhr |

Die Sozialpädagogin Teresa Fürst (links) freut sich zusammen mit Schülern der fünften Jahrgangsstufe sowie der Neumarkter Schulleiterin Sabin Söllner-Gsell (rechts) über die Auszeichnung. Foto: Robert Wolrab

Die Knabenrealschule darf sich ab sofort „Fairplayer Schule“ nennen. Diese Auszeichnung wurde ihr durch die Universität Berlin verliehen. Der Grund: Die Schule engagiert sich in besonderem Maße gegen Mobbing und für ein faires Miteinander.

Jede Woche sind in Deutschland über eine Million Schülerinnen und Schüler an Mobbing beteiligt – mit extremen Folgen wie beispielsweise Traurigkeit, Essstörung, Depression Angststörungen, Hilflosigkeit oder schlechte Schulleistungen, teilt die Schule mit.

Start im September 2019

Um die Jungen der KRS möglichst frühzeitig vor Formen von Mobbing und Gewalt zu bewahren, findet an der Staatlichen Realschule für Knaben in Neumarkt bereits seit September 2019 im jährlichen Zyklus das Präventionsprogramm „Fairplayer.Manual“ in der gesamten 5. Jahrgangsstufe statt. Die Schulung der Fünftklässler erfolgt durch die fortgebildete Multiplikatorin Sozialpädagogin (B.A.) Teresa Fürst.

„Fairplayer“ ist ein nachhaltiges Programm zur Förderung sozialer Kompetenzen und Prävention von Mobbing und Gewalt, entwickelt an der Universität Berlin von Professor Herbert Scheithauer. In der Schule, im Netz oder in der Freizeit können den jungen Menschen Formen von Mobbing und Gewalt begegnen. Viele sind davon betroffen. Etwa jeder zehnte Schüler wurde schon einmal Opfer von Mobbing oder ist an Mobbing beteiligt, informiert die KRS weiter.

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Doch jeder könne etwas dagegen tun: Das Motto lautet deshalb „Hinsehen! Eingreifen! Helfen! Wer wegschaut verliert sein Gesicht“. Es sei Zivilcourage gefragt. Während des Programms werde zivilcouragiertes Handeln und die kognitive Perspektivenübernahme gefördert, soziale Kompetenzen würden gestärkt und die Übernahme von Verantwortung gefördert.

Ein Vorbild sein und – wenn nötig – eingreifen

Ziel ist es, die Schüler zu bewegen, ein „Fairplayer“ zu sein, Verantwortung zu übernehmen und einen toleranten Umgang zu pflegen. Dazu gehört es auch, ein Vorbild für andere zu sein und – wenn nötig – richtig einzugreifen.

Das Programm wurde und wird in regelmäßigen Abständen während des gesamten Schuljahres in den fünften Klassen der Knabenrealschule durchgeführt. Die aufeinander aufbauenden Termine tragen durch verschiedene pädagogisch-psychologische Methoden – zum Beispiel Diskussionen, Kurzfilme, Spiele oder moralische Dilemmata – zur Verbesserung der sozialen Kompetenzen sowie zu einem positiven Klassenklima bei.

Weniger Mobbingfälle gezählt

Und das Engagement an der Schule lohnt sich: Die Wirksamkeit des Programms und die damit verbundene Verringerung der Zahl an Mobbingfälle sei bereits evaluiert und wissenschaftlich nachgewiesen worden, teilt die Schule weiter stolz mit.