Pfarrjubiläum
Kirche St. Ägidius in Forchheim war über Jahrzehnte immer wieder eine Baustelle

11.07.2024 | Stand 11.07.2024, 13:35 Uhr |
Heike Regnet

Seit 300 Jahren ist Forchheim eine eigenständige Pfarrei – am Sonntag wird das Weihejubiläum der St. Ägidiuskirche gefeiert. Foto: Heike Regnet

Am Sonntag steht in Forchheim ein ganz besonderes Fest im Kalender: 300 Jahre Weihejubiläum der Pfarrkirche St. Ägidius. Und ein Blick in die Geschichte zeigt, dass das Gotteshaus seit seiner Weihe im Jahr 1724 immer wieder erweitert und modernisiert wurde. Hunderttausende von Mark und Euro wurden im Laufe der Jahrzehnte investiert.

Forchheim ist seit 1670 eine eigenständige Pfarrei. Die wichtigsten Daten hat Kirchenpfleger Josef Landmann zusammengesammelt. So wurde die Pfarrkirche St. Ägidius von 1721 bis 1724 erbaut, am 24. Juni 1724 erfolgte die Konsekration, also die liturgische Weihe des Gotteshauses, das erst 40 Jahre später zum ersten Mal erweitert wurde.

Im Jahr 1885 wurde das Missionskreuz auf dem Friedhof errichtet und 1892 die Lourdesgrotte eingebaut. Zwölf Jahre später wurde die Pfarrkirche erneut erweitert und auch eine Orgel in Auftrag gegeben, die 1907 in die Pfarrkirche eingebaut wurde. 1925 wurde die Kirchturmuhr angebracht.

Decke musste saniert werden



Im Lauf der Jahrzehnte verschlechterte sich jedoch der Zustand des Gotteshauses, das Dach wurde undicht und schließlich fiel sogar der Putz von der Decke. So starteten die Verantwortlichen 1951 Pläne zur Sanierung von Dach und Stuckdecke. Auch ein Konzept für ein Leichenhaus entstand. Von 1955 bis 1957 liefen die Sanierungsarbeiten, bei der gleich die Kirchenfenster neu verglast wurden.

Auch in den Folgejahren wurde weiter in die Pfarrkirche investiert: Ein elektrisches Geläut wurde angeschafft, der Zwiebelturm verkupfert, eine Umluftheizung und neue Kirchenbänke wurden eingebaut. Saniert wurde zudem die Friedhofsmauer und ab 1996 lief die Außenrenovierung der Pfarrkirche, die rund 500 000 Mark kostete. Drei Jahre später folgte dann eine umfangreiche Innenrenovierung für rund 450000 Mark. Und zum Abschluss der Arbeiten weihte Bischof Walter Mixa im Februar 1999 den Altar.

2007 kam eine neue Orgel

Auch die Orgel aus den ersten Jahren des 20.Jahrhunderts war in die Jahre gekommen und so wurde der Beschluss gefasst, eine neue anzuschaffen. Genau einhundert Jahre später, 2007, war es dann soweit: Die neue Orgel der Firma Mühleisen aus Straßburg erklang im Kirchenschiff. Sie hatte rund 160000 Euro gekostet.

Investiert wurde seinerzeit zudem in ein neues Pfarrheim: Dafür kaufte die Kirchengemeinde das ehemalige Raiffeisengebäude und baute es den Anforderungen entsprechend um. 2014 folgte dessen feierliche Einweihung.

Als im November des gleichen Jahres in der Kirche ein Teilstück aus dem Deckengemälde abstürzte, stand bereits die nächste Renovierung an: Rund 378 000 Euro mussten die Verantwortlichen in die Hand nehmen, um die historische Stuckdecke zu sanieren und mit einem neuen Innenanstrich zu versehen.

Doch kaum waren die Arbeiten beendet, stürzte 2018 wegen eines technischen Defekts eine Glocke ab und so musste eine neue für rund 70 000 Euro angeschafft werden, die im Juli 2022 geweiht wurde. Umgestaltet wurde zudem der Friedhof.

Mehr dazu lesen Sie Das Programm:

9.45 Uhr: Gläubige ziehen von der Höfener/Berghausener Straße in einem gemeinsamen Festzug zum Gotteshaus – musikalisch begleitet von der Blaskapelle Thannhausen.

10 Uhr: Festgottesdienst mit Festprediger Archimandrit Andreas Abraham Thiermeyer.

Anschließend: Mittagessen, Kaffee und Kuchen-Angebote