„Cardiac Arrest Center“
Klinikum Neumarkt erhält Qualitätssiegel für Versorgung von Patienten mit Herzkreislaufstillstand

01.03.2024 | Stand 01.03.2024, 17:00 Uhr

Das an der Zertifizierung beteiligte Team: Oberarzt Götz Gerresheim, Oberarzt Christian Schmidt, Klinikvorstand Markus Graf, Oberarzt Stephan Kuhn, Chefarzt Harald Hennig, Ulrich Schwemmer (v. li.) sowie Chefarzt Peter Grewe (nicht im Bild). Foto: Julia Scherer/Klinikum

Für Patienten, die einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, zählt jede Sekunde. Im Landkreis Neumarkt sorgt ein professionelles Netz von Ersthelfern zusammen mit dem Klinikum für ihre Versorgung. Dafür wurde dem Klinikum das Qualitätssiegel „Cardiac Arrest Center“ verliehen.

„Deutschlandweit hatten Ende 2022 erst hundert Großkliniken diese Qualitätsstandards des Deutschen Rats für Wiederbelebung – German Resuscitation Council – erfüllt“, erklärt der Mediziner Christian Schmidt laut einer Pressemitteilung. Er leitet das neue Cardiac Arrest Center. In der Region seien sonst nur das Klinikum Nürnberg Süd und die Universitätsklinik Regensburg zertifiziert.

Tausende Menschen sterben am plötzlichen Herztod



Trotz eines exzellenten Rettungsdienstes sterben in Deutschland immer noch etwa 70000 Menschen jährlich an einem sogenannten plötzlichen Herztod, heißt es in dem Schreiben des Klinikums weiter. Eine intensive Forschungstätigkeit sowie verbesserte, neu strukturierte Wiederbelebungsmaßnahmen hätten bewirkt, dass Menschen einen akuten Herzkreislaufstillstand, den „Cardiac Arrest“, und damit den plötzlichen Herztod immer häufiger überleben.

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Die Überlebensrate und die Schwere bleibender Schäden hänge jedoch von einer funktionierenden und lückenlosen Rettungskette ab. Die zwei Hauptsäulen des Rettungssystems im Landkreis Neumarkt seien eine medizinische Erstversorgung und die Weiterbehandlung im Klinikum Neumarkt, sagt Peter Grewe, Professor und Chefarzt der Medizinischen Klinik I für Kardiologie, Pneumologie sowie Angiologie.

Das Rettungsteam des BRK Neumarkt und die notärztliche Versorgung werde dabei durch Ehrenamtliche der First Responder ergänzt und unterstützt. Sie sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, die sich in ihrer Freizeit intensiv in Erster Hilfe und Reanimation weiterqualifiziert haben.

Angefordert von der Rettungsleitstelle leisten sie Erste Hilfe und leiten Wiederbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes ein. Gerade in abgelegenen Regionen kann so viel früher mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.

Mobile Retter im Landkreis Neumarkt



Anfang 2023 seien im Landkreis Neumarkt zusätzlich Mobile Retter etabliert worden, die bei einem Notfall per App alarmiert werden. Dabei handelt es sich um Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte, Ärzte sowie Mitglieder der Feuerwehr, des BRK, Katastrophenschutzes, der DLRG und der Wasserwacht, so Grewe weiter.

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Parallel dazu seien die Abläufe im Klinikum vereinheitlicht und optimiert worden, so dass nun im Rahmen eines intensiven Zertifizierungsprozesses dem Klinikum das Qualitätssiegel „Cardiac Arrest Center“ zugesprochen wurde. Federführend beteiligt gewesen seien Götz Gerresheim, Oberarzt der Interdisziplinären Intensivstation der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Stephan Kuhn, Oberarzt im Notfallzentrum, sowie Christian Schmidt, leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I.

„Auch in Zeiten, in denen die Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb einer Klink schwierig sind, ist die exzellente Versorgung gerade kritisch kranker Patienten eines unserer obersten Ziele. Ich bin stolz auf die Zertifizierung des Klinikum Neumarkt zum Cardiac Arrest Center für die Versorgung von Patienten mit akutem Herzkreislaufstillstand.“ Markus Graf, Vorstand des Klinikum Neumarkt



„Wir haben die Übernahme von Notfallpatienten, die Kommunikation mit dem Rettungsdienst, die Notfalldiagnostik von wiederbelebten Patienten und die Intensivmedizinische Versorgung weiter verfeinert“, erklärt Gerresheim.

Unter anderem müsse der Körper wiederbelebter Patienten für einen gewissen Zeitraum kontrolliert gekühlt werden. „Auch diese komplexe Therapie wird auf unserer interdisziplinären Intensivstation seit Jahren erfolgreich angewendet“, ergänzt Ulrich Schwemmer, Professor und Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.