Appell an Waldbesitzer
Nach Sturm droht in Mühlhausen eine Borkenkäferplage

10.07.2024 | Stand 10.07.2024, 19:00 Uhr |

Weil abgebrochene Fichten das ideale Brutmaterial für Borkenkäfer sind, sollten Waldbesitzer diese Stämme schnell entfernen. Über den Einsatz eines Harvester informierten Daniel Rübens und Benedikt Wicht von der WBV Berching-Neumarkt, Horst Dieter Fuhrmann vom AELF Amberg Neumarkt und Revierförsterin Carolin Hettenhausen (v. li.). Foto: Lorenz Märtl

Der schwere Gewittersturm, der kürzlich über die Gemeinde Mühlhausen zog, hat mit einer Windhose in den Wäldern zwischen Mühlhausen, Ellmansdorf und Wangen im Wald stellenweise erhebliche Schäden verursacht. Weil die abgebrochenen Fichten ideales Brutmaterial für die Borkenkäfer sind, werden Waldbesitzer aufgerufen, das Schadholz so bald als möglich aus dem Wald zu entfernen.

Dafür bietet die Waldbauernvereinigung Berching-Neumarkt Unterstützung an, wie Geschäftsführer Daniel Rübens bei einem Ortstermin auf einer besonders betroffenen Fläche bei Hofen erklärte. Dort ist der Harvester bereits im Einsatz. Das wird auch den anderen betroffenen Waldbesitzern empfohlen, weil die meisten Unfälle bei der Aufarbeitung von Sturmschäden passieren.

Wer seine Waldbestände in dem betroffenen Bereich noch nicht geprüft hat, sollte es umgehend tun, empfiehlt Horst-Dieter Fuhrmann, Bereichsleiter Forst beim Amt für Landwirtschaft und Forsten Amberg-Neumarkt. „Denn der Borkenkäfer ist massiv da.“ Dies zeigten die steigenden Zahlen beim Käfer-Monitoring an den Messstellen.

Regen macht Käfer nichts aus

Das bekräftigt auch Carolin Hettenhausen, zuständig für das Forstrevier Mühlhausen. Zu glauben der Käfer sei nicht da, weil man kein Bohrmehl findet, sei ein Trugschluss, denn es werde vom Regen abgewaschen. Dem Käfer selbst mache der Regen nichts aus, er sei unter der Rinde „und wir haben jetzt keine Temperaturen, die den Käfer stören“, ergänzt Horst-Dieter Fuhrmann.

Ein wachsames Auge hat man auch bei der WBV – vor allem im Hinblick auf die derzeitigen Sturmschäden. Nachdem innerhalb kürzester Zeit rund 20 Schadensmeldungen eingegangen waren, erstellte man einen Plan, wie die Abarbeitung per Harvester möglichst schnell von einem zertifizierten Unternehmer durchgeführt werden kann. Rübens: „Maschineneinsatz spricht für Arbeitssicherheit.“

Über viele Waldflächen verteilte Einzelbrüche – wie in diesem Fall – könnten zu massiven Borkenkäferschäden führen, wenn nicht schnell gehandelt werde. „Werden Sie daher vorher aktiv, denn jeder Tag bei der Aufarbeitung und Verbringung von Borkenkäferholz zählt und hilft den Befallsdruck zu reduzieren“, appellieren übereinstimmend Fuhrmann und Rübens an alle Waldbesitzer im Landkreis Neumarkt. Es gehöre zu den Pflichten eines Waldbesitzers, seine Bäume im Auge zu behalten. Tue er das nicht, könne sogar ein Bußgeld drohen.

Staatliche Zuschüsse

Mit der Pflicht gehe aber auch eine Chance einher, nachdem eine ganze Reihe von Maßnahmen förderfähig sei. Das seien die bestands- und bodenschonende Räumung von Kalamitätsflächen, die Bekämpfung von Schadorganismen durch Aufarbeiten von befallenem Holz oder Holz, das droht, befallen zu werden und die Anlage von Holzlagerplätzen.