Glaube
Pfarrer Martin Fuchs predigt zum Auftakt der Berchinger Ölbergandachten

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 15:00 Uhr

Mesner Erwin Meyer, Regisseur Michael Brandl, Pfarrer Benini, Michael Staudigl und Gerhard Binder (von links) stellen das Programm vor. Foto: Franz Guttenberger

Der Berchinger Ölberg steht. Am kommenden Donnerstag beginnt die erste Ölbergandacht in der St.-Lorenz-Kirche. Die Verantwortlichen der Pfarrei mit Pfarrer Francesco Benini und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Gerhard Binder dankten bei der Vorstellung der Prediger dem gesamten Ölberg-Komitee für seine ehrenamtlichen Mühen um den Ölberg.

Die Andachten beginnen in der St. Lorenz-Kirche traditionell am ersten Donnerstag in der Fastenzeit, das ist dieses Jahr der 15.Februar um 13.45 Uhr mit dem Rosenkranzgebet, dem sich die Ölberg-Predigt, das Ölbergspiel sowie eine kurze Andacht mit eucharistischem Segen anschließen.

Folgende Ölbergprediger, darunter auch ehemalige Berchinger Kaplane, konnten zu den Andachten gewonnen werden und werden themenbezogen zu den Besuchern sprechen: Am kommenden Donnerstag spricht Pfarrer Martin Fuchs (Berg) zum Thema „Ich – allein vor Gott“. Am 22.Februar ist dann Pfarrvikar Franz Xaver Großmann (Greding) zu Gast und spricht zu: „Ich – vor Gott mit meiner Angst“. Die Woche darauf, am 29.Februar, spricht P. Hubert Gerauer (Ingolstadt) zum Thema: „Ich – und das Schweigen Gottes“.

Ölbergspiel zum Abschluss

Die Reihe der Ölpredigten wird dann fortgesetzt am 7.März mit P. Ryszard Kubiszyn (Pilsach) und dem Thema: „Ich – und der Trost von Gott“. Weiter geht es am 14.März mit Pfarrer Clemens Mennicken (Nürnberg) und dem Thema: „Ich – und mein Weg zurück in meinen Alltag mit Gott.“

Am 21.März gehen die Ölbergandachten um 18.30 Uhr mit einem Rosenkranz und Bußandacht sowie dem Ölbergspiel zu Ende. Die Bußandacht hält Pfarrer Francesco Benini.

Die Pfarrei Berching und die Stadt Berching sowie das „Ölberg-Team“ laden zum Besuch dieser alten Tradition von 1516 herzlich ein. Das Berchinger Ölberg-Team hat die große Bühne in der St. Lorenz-Kirche aufgebaut. Die Generalprobe ist geglückt.

Unter der Federführung von Michael Brandl und Michael Langecker (Technik) waren Michael Staudigl, Albert Sporer (Verantwortlich für die Elektrik), Lorenz Götz, Rupert Meier, Irene Weigl, Josef Kastner, Herbert Scharpf, Wunibald Dess und Reinhard Benz am Aufbau beteiligt.

Den Part der Engel-Darsteller beim Ölbergspiel übernehmen heuer Josephine Dengler, Helene Scheuerer und Helena Altrichter. Christusdarsteller sind Franz Schmidt, Martin Dotzer und Andreas Mathe.

Die musikalische Leitung liegt bei Chorleiter Peter Hummel zusammen mit Sängerinnen und Sänger des Chores der Stadtpfarrkirche Berching.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass ein Vikar von St. Lorenz in Nürnberg namens Leonhard Griessel, der vermutlich um 1470 in Berching geboren wurde, im Jahr 1516 in Berching eine „Angstandacht“ stiftete. Die Pfarrkirche war damals noch die St. Lorenz-Kirche in der Vorstadt.

Neues Leben eingehaucht

1595 wird von einer späteren Zustiftung durch den Bürger Hans Bauer berichtet. Demnach ist die „Angst“ an jedem Donnerstag als Andacht zu halten. Wörtlich heißt es in der Urkunde, dass „der Priester jährlich 20 Kreuzer, der Schulmeister 15 Kreuzer, der Kantor 12 Kreuzer und der Meßner 12 Kreuzer erhalten soll“.

Im 18. Jahrhundert wurde in der Zeit der Aufklärung die Andacht und damit auch das Ölbergspiel verboten. Nach 1806 nahmen dann die von Beilngries nach Berching gewechselten Franziskanermönche die alte Tradition wenigstens für die sechs Donnerstage während der Fastenzeit im Berchinger Franziskanerkloster wieder auf.

Nach der Jahrtausendfeier Berchings im Jahre 1926 reifte bei einigen Bürgern der Stadt wieder der Wunsch nach den Ölbergandachten. Drei Bürger, die sich für die Umsetzung dieser Idee besonders engagierten, waren der Konditor Josef Klenner, der Kaufmann Martin Bauer und der Kunstschreiner Michael Pirkl.

1942 wurde eine Abhaltung der Ölbergandacht an den Donnerstagen mit der Begründung verboten, die Leute würden dadurch von der Arbeit abgehalten. Die Wiedereinführung erfolgte 1952 bis zum Ende des Franziskanerkonvents.

Eine weitere Wiedereinführung am Ursprungsort St. Lorenz war 1983 zur 1100 Jahrfeier der Stadt unter Stadtpfarrer Monsignore Heinrich Füracker, Regisseur Alfons Lichtenegger und Metzgermeister Fritz Kraus. Christussänger war Bäckermeister Manfred Geiler, Engeldarsteller waren Johannes Kuffer und Joachim Bittner.