Trampolin, Balanceboard und Co.
Sportlich durch den Unterricht: Neues Projekt „Move to relax“ am Ostendorfer Gymnasium

13.05.2024 | Stand 13.05.2024, 17:00 Uhr

Trampolin, Gymnastikball oder Balanceboard: Die Geräte sind bei den Fünftklässlern jetzt schon beliebt. Foto: Anika Ferko

Seit Anfang Mai läuft in der fünften Klasse des Ostendorfer Gymnasiums in Neumarkt das neue Projekt „Move to relax“. Die Idee dahinter: Durch mehr Bewegung während des Unterrichts soll die Konzentration gefördert werden.

Eine Fünftklässlerin sitzt auf einem Sitzball, konzentriert über ihr Schulheft gebeugt. Zwei Reihen hinter ihr wippt ein Junge auf dem Balanceboard.

„Ich habe immer wieder festgestellt, dass die Schüler Bewegung brauchen“, erklärt Veronika Hain, Deutsch- und Geschichtslehrerin am Ostendorfer. So habe sie sich mit Sozialpädagogin Julia Ebrecht und Schulpsychologin Eva Maria Kittel an einen Tisch gesetzt.

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Die Lehrer hätten zwar jetzt schon die Möglichkeit, Bewegung in den Unterricht einzubauen, sagt Kittel. Das müsse aber von den Lehrkräften aus kommen. „Uns als Team war es wichtig, dass wir schülerorientiert arbeiten.“ Heißt, die Kinder dürften für sich selbst entscheiden, wann und ob sie die Geräte nutzen möchten – ganz nach ihren eigenen Bedürfnissen.

Trampolin, Sitzball und Balanceboard: Geräte sind nur geliehen

In Zusammenarbeit mit der Physiotherapiepraxis Steffi Subke seien verschiedene Geräte für das Klassenzimmer ausgewählt worden, etwa Balanceboard- und pads, Trampolin und Sitzball – jedoch nur leihweise.

Während des Unterrichts dürfe die Lehrkraft entscheiden, ob die Tools erlaubt werden, sagt Kittel. Als Lehrerin dieser Klasse habe sie bislang nur positive Erfahrungen gesammelt: „Es funktioniert richtig gut. Es macht Spaß und fördert die Gesprächskommunikation untereinander.“ Die Schüler hätten zum Beispiel selbstständig die Idee gehabt, eine Liste zu führen. So könnten die Geräte immer fair durchgewechselt werden.

Auch Veronika Hain findet es spannend, wie die Kinder damit agieren: In einer Vertretungsstunde hätten bereits Fünftklässler angefragt, ob sie ihren eigenen Gymnastikball mitbringen dürften. Das sei jedoch noch nicht geklärt.

Zurück ins Klassenzimmer: Die zehnjährige Leonie ist begeistert von den neuen Geräten. „Am liebsten benutze ich den Gymnastikball oder das Trampolin zum Sitzen“, sagt sie und deutet auf das Trampolin vor ihrem Schreibtisch. Die Schuhe müsse sie davor aber ausziehen.

Die Testphase läuft bis zum den Sommerferien

Ihre Mitschülerin nickt zufrieden. Das Projekt habe sich bereits bei anderen Schülern herumgesprochen. „Ich bin froh, dass wir die Versuchskaninchen sind“, sagt die Elfjährige und grinst. Auch bei ihren Eltern sei das Projekt gut angekommen.

Nun soll das neue Konzept in dieser Klasse bis zu den Sommerferien laufen – danach folgt das Fazit. Es werde auf weitere Bedürfnisse der Schüler geachtet, zum Beispiel den Wunsch nach anderen Geräten. Bei einer erfolgreichen Testphase könne das Projekt „Move to relax“ auf weitere Klassen ausgeweitet werden, erklärt Veronika Hain.