Süddeutsche Meisterschaft
Starker Auftritt von Neumarkts ASV-Gewichtheberinnen bei der „Süddeutschen“

18.06.2024 | Stand 18.06.2024, 14:45 Uhr |

Amelie Alagic überzeugte bei der „Süddeutschen“. Foto: Jens Fischer

In Haßloch (Rheinland-Pfalz) wurden zuletzt bei der süddeutschen Meisterschaft im Gewichtheben für die Altersklasse 13 die besten Nachwuchs-Athleten gesucht.

Die besten Mädchen Süddeutschlands wurden über Kugelschocken, Schluss-Drei-Sprung, Sternlauf und den Olympischen Zweikampf ermittelt. Für den ASV Neumarkt am Start waren Emilia Hoffmeister und Amelie Alagic, welche das Gewichtheben seit rund zwei Jahren betreiben.

Holpriges Training zuletzt



Nach einem etwas holprigen Training in den letzten Wochen fand Emilia Hoffmeister pünktlich zum Saisonhöhepunkt zu alter Stärke zurück und lieferte einen soliden Auftritt. Mit 6,60 Metern im Kugelschocken, 5,69 Metern im Schluss-Dreisprung und starken 14,47 Sekunden im Sternlauf zeigte sie in den athletischen Disziplinen, dass sie wieder auf ihrem Bestleistungsniveau zurück ist.

Talsohle ist durchschritten



Nach drei gültigen Versuchen und sehr starken 40 Kilo im Reißen, zeigte sie auch im Stoßen mit nur einem kleinen Patzer im zweiten Versuch und endgültigen 43 Kilo im dritten Versuch, dass die Talsohle durchschritten scheint und mit ihr in Zukunft wieder zu rechnen ist. In der Endabrechnung bedeutete dies einen respektablen sechsten Platz in einem sehr starken Teilnehmerfeld.

Nun gilt es das wiedererlangte Selbstvertrauen zu den bayerischen Meisterschaften in rund vier Wochen mitzunehmen, um auch da zu glänzen. O-Ton ihres Trainers: „Ich bin da sehr optimistisch.“

Nachdem bei den „Süddeutschen“ im vergangenen Jahr für den damaligen Fast-Neuling Amelie Alagic nichts zu holen war, sollte diesmal alles anders kommen.

Konkurrenz rieb sich die Augen



Kugelschocken erster Versuch – 8,60 Meter: Da musste sich neben der Konkurrenz auch ihr Trainer die Augen reiben. Eine Verbesserung um über 30 Prozent zu ihrer bisherigen Bestmarke. Sofort war klar, die Medaillenvergabe läuft diesmal auch über sie. Mit 6,46 Metern im S3-Sprung und 13,5 Sekunden im Sternlauf bestätigte sie weiter ihre derzeitige Form und befand sich überraschend auf Platz zwei nach der Athletik. Nun musste der Olympische Zweikampf entscheiden.

Nach einem super ersten Versuch im Reißen mit 33 Kilo rutschte Amelie Alagic beim zweiten Versuch mit 36 Kilo aufgrund einer sehr glatten Heberbühne ein Standbein weg und der Versuch misslang. Nun ging es dann im letzten Versuch des Reißens schon um alles. Doch mit Gelassenheit und einem Selbstvertrauen, welches schon so manchem Olympioniken im letzten Moment abhandenkam, ging sie nochmals an die Last: gültig! Damit war Alagic wieder im Rennen um die Medaillen dabei.

Amelie Alagic bestätigt starke Form



Letzte Disziplin war das Stoßen. Hier bewies Amelie Alagic schon im Anfangsversuch ihre derzeitige Superform, indem sie ihre alte, erst im letzten Monat aufgestellte Wettkampfbestleistung von 45 Kilo auflegen ließ und diese bravourös meisterte. Es folgten starke 48 Kilo im nächsten Versuch. Bei ihrem letzten Auftritt an diesem Tag ließ sie es dann nochmal richtig krachen mit 51 Kilo, sechs Kilo mehr als beim letzten Kampf. Diese Last musste sie nun bewältigen, um sich ihrer stärksten Konkurrentin um Platz zwei zumindest zwischenzeitlich zu erwehren.

Mit fast schon spielender Leichtigkeit brachte sie auch dieses Gewicht, welches fast schon ihrem eigenen Körpergewicht entspricht, zur Hochstrecke – eine ganz starke Leistung.

Der einzige Wermutstropfen an diesem Tag, Kim Schönsiegel aus Obrigheim entriss ihr im letzten Moment die „Silberne“, indem sie 53 Kilo im letzten Versuch und mit allerletzter Kraft emporhob. Gold holte souverän Lokalmatadorin Larkin Klein.

Nichtsdestotrotz ein grandioser Auftritt Amelie Alagics, welcher mit einer Steigerung von sage und schreibe 41 Kilo innerhalb eines Jahres erahnen lässt, wohin mit ihr die Reise noch gehen kann.

Als kleine Belohnung für die ASV-Athletinnen gab es statt der sofortigen Heimreise noch einen ausgedehnten Besuch im Freizeitpark vor Ort – verdientermaßen.