Wer wechselt wohin?
Donaustauf geht zum Bayernliga-Ausstand nochmal unter

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 14:51 Uhr
Gerd Winkler

Kein schöner Tag für Josip Jokanovic: Donaustaufs Torhüter musste zum Bayernliga-Abschied acht Mal hinter sich greifen. Foto: Brüssel

Die Akte höherklassiger Amateurfußball ist beim Fußball-Bayernligisten SV Donaustauf nun geschlossen. Bevor es für die Regensburger Vorstädter in der Kreisliga weitergeht, fiel der Ausstand maximal bitter aus. Am letzten Spieltag setzte es mit dem letzten Aufgebot eine 2:8 (0:5)-Heimpleite gegen den hochmotivierten Aufstiegsaspiranten VfB Eichstätt.

Wie groß die Not war verdeutlicht ein Blick auf die Aufstellung. Einige Spieler mussten angeschlagen auf die Zähne beißen, so dass die ansonsten in der dritten Mannschaft spielenden Aushilfen Daniel Blüml und Daniel Forster zu ihrem ersten (und wohl letzten) Bayernliga-Einsatz kamen. Eichstätt war derweil mit einem 18er-Aufgebot angereist.

Eine Flut von Angriffen und Torschüssen rollte auf Keeper Josip Jokanovic zu. Die Gunst der Stunde nutzte Eichstätts Luca Schraufstetter um auf den letzten Drücker mit einem Fünferpack (4., 14., 23., 83., 89.) die Torjägerkanone einzuheimsen. Überdies trafen für die Gäste Timo Weglehner (29., 34.) und Pascal Schittler (55.).

Kryezis letzte Treffer

Für Donaustaufs Ehrentreffer zeichnete Rejan Kryezi verantwortlich: Als sich VfB-Torhüter Nikolai Sauernheimer und Christoph Hollinger gegenseitig behinderten, konnte der Linksaußen ins leere Tor zum 1:6 einschieben (57.). Und nach einer Kopfballverlängerung von Younes Benslimane war Kryezi zum 2:6 (73.) zur Stelle.

Während nach dem Abpfiff Trainer Andre Kleinknecht mit seinen Schützlingen letztmals den obligatorischen Kreis bildete, dem ein Mannschaftsfoto mit den Verantwortlichen und dem Betreuerteam folgte, starrten die Eichstätter minutenlang auf ihre Handys: Wie ging das Fernduell mit dem SC Eltersdorf im Kampf um Relegationsplatz zwei aus? Großer Jubel brandete auf, als der Liveticker final bestätigte, dass Donaustaufs Lokalrivale Fortuna mit dem 1:0-Sieg die passende Schützenhilfe geleistet hatte.

Die Hängepartie dauerte so lange, dass sich zu diesem Zeitpunkt schon ein Großteil der verletzten Spieler, Fans und der Mitarbeiter im Hintergrund vor dem SVD-Verkaufshäusl zur Saisonabschlussfeier mit Gegrilltem und Kaltgetränken eingefunden hatte. Als Andre Kleinknecht eintrudelte, haderte er „natürlich mit dem Ergebnis“. Gerade in der ersten Halbzeit habe sein Team gegen einen sehr motivierten Gegner nicht teilgenommen. „In der zweiten Hälfte haben die Jungs trotz der schwierigen Gesamtlage ordentlich reagiert“, zeigte sich Kleinknecht versöhnlich. Vorher im Kreis habe er sich bei den Spielern noch einmal für das Engagement bedankt, obwohl klar gewesen sei, wohin die Reise geht.

Betreuer Hans Kaiser kündigte derweil an, in der neuen Saison sich das eine oder andere Spiel in Vilzing anzuschauen: „Da spielen künftig fünf Ehemalige von uns.“ Und zur Fortuna werde er fahren: „Da werden auch einige von uns landen.“ Außenverteidiger Michael Winter war indes „ein bissl erleichtert, dass das Ganze vorbei ist“. Die letzten Wochen mit den vielen Verletzten seien hart gewesen. Für ihn selbst sei es eine gute Saison gewesen: „Ich kann mich über die Einsatzzeiten nicht beklagen und habe mich weiterentwickelt.“ Er sei mit Vereinen in Gesprächen, fix sei noch nix.

Auch Josip Jokanovic sucht

Während Winter wegen seines Zweijahresvertrages auf eine Freigabe angewiesen ist, auf die Kapitän Kevin Hoffmann für die Fortuna seit Wochen wartet, ist Josip Jokanovic ungebunden. Der in Sarajevo geborene Torhüter bestritt bisher seinen Lebensunterhalt mit Fußball. „Ich möchte noch ein paar Jahre mindestens fünfte Liga, eher Regionalliga spielen“, so der 31-Jährige. Er suche einen Verein, der eine Ausbildung oder eine Arbeit vermittle. „Ich bin jetzt in einem Alter, wo ich mir Gedanken über meine berufliche Zukunft machen muss.“