Umwelt
Kröten über Straße helfen: Regensburger Kreisgruppe des Bund Naturschutz sucht Helfer

18.02.2024 | Stand 18.02.2024, 5:00 Uhr

Hier wird ein Krötenzaun aufgestellt. Foto: Bund Naturschutz

Die derzeit ansteigenden Temperaturen locken Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren.

Darum werden jetzt von der Regensburger Kreisgruppe des Bund Naturschutz und ihren Ortsgruppen mit Unterstützung von Straßenbaubehörden und Gemeinden an verschiedenen Straßen im Landkreis Regensburg Amphibienschutzzäune aufgebaut.

„Ab einer nächtlichen Temperatur von etwa fünf Grad und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise auf Wanderschaft“, sagt Hans Lengdobler von der Kreisgruppe Regensburg. Deshalb seien in diesen Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive des Bund Naturschutz an Straßenrändern unterwegs. Diese kontrollieren morgens und oft auch abends die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.

Im Landkreis Regensburg waren es im letzten Jahr über 7000 Kröten, denen dadurch geholfen werden konnte. Bayernweit rettet die Aktion jährlich insgesamt rund 500000 Amphibien das Leben. Ein neuer Rettungs- und Sammelbereich ist dieses Jahr an der Kremser Straße in Regensburg. Vergangenes Jahr wurde gemeldet, dass dort viele Amphibien überfahren wurden. Bei einem Ortstermin erklärten sich die Vertreter der Stadt bereit, hier ab diesem Jahr einen etwa 500 Meter langen Zaun aufzubauen, der extra dafür angeschafft wurde.

Nun sucht der Bund Naturschutz, der die Organisation übernommen hat, freiwillige Helfer, die jeweils für einige Tage morgens und abends die Kröten, Molche oder Frösche über die Straße tragen und sie so vor dem sicheren Tod durch Fahrzeuge zu retten. Die Helfer werden natürlich eingewiesen. Weitere Infos gibt es beim Bund Naturschutz unter Tel. 0941-23090 oder per E-Mail an bund-naturschutz@albrecht-muscholl.de.

Traurigerweise stellten aber immer mehr Helfer in den vergangenen Jahren fest, dass an vielen Übergängen die Anzahl der Tiere in den Fangeimern sinkt. „Wenn wir nicht entschiedener gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, zur Regel. Selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden“, sagt Lengdobler.

Für den Schutz der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssten die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden, sagt der Experte: „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden.“

Der Bund Naturschutz fordert alle Autofahrer dazu auf, in den kommenden Wochen mit besonderer Vorsicht auf den Straßen unterwegs zu sein. Es seit insbesondere wichtig, die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen zu befolgen und dort auf die Helfer zu achten, die am Straßenrand Tiere einsammeln. Zudem sollte das Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, reduziert werden – auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind. Wer eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun ist, sollte dies per Mail an amphibien@bund-naturschutz.de melden.