Helfer vor Ort
Mehr als 5300 Einsätze für die Lebensretter

Seit 20 Jahren gibt es „Helfer vor Ort“ in Schierling und Pfakofen – Engagierte Jugend sichert die Zukunft

17.01.2024 | Stand 18.01.2024, 13:35 Uhr
Marianne Schmid

Aufgrund der kürzeren Anfahrtszeiten können die „Helfer vor Ort“ schneller Hilfe leisten, bis der Notarzt oder der Rettungsdienst eintreffen. Foto: Stefan Hurzlmeier


Sie werden gerufen, wenn jede Minute zählt: Seit 20 Jahren sind die „Helfer vor Ort“ für den Markt Schierling und die Gemeinde Pfakofen im Einsatz. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und können lebensrettende Maßnahmen einleiten. Vor allem in Randbezirken großer Städte und Landkreisen mit geringer Rettungsdienstdichte rettet dieses Projekt Leben.

Im August werden es zwanzig Jahre, dass die „Helfer vor Ort“ (HvO) des Malteser Hilfsdienstes Oberdeggenbach im Markt Schierling im Einsatz sind. Seit 2009 wurde ihnen noch die Betreuung der Gemeinde Pfakofen übertragen.

Die Vorgehensweise hat sich seitdem gut eingespielt: Ausgebildete Ersthelfer werden in besonderen Notfällen von der Leitstelle alarmiert, rücken von zuhause oder ihrem Arbeitsplatz aus und können aufgrund der kürzeren Anfahrtszeiten schneller Hilfe leisten als Notarzt oder Rettungsdienst.

Bei 22 Einsätzen konnten im vergangenen Jahr durch diesen Zeitvorteil die lebensrettenden Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. 18 Prozent der Einsätze waren bei Betrieben und Einrichtungen. Circa 25 Prozent der Einsätze fanden nachts statt. Das bedeutet, dass die Helfer morgens trotzdem wieder ihrer täglichen Arbeit nachgehen müssen.

Zu insgesamt 478 Einsätzen wurden die Helfer im vergangenen Jahr alarmiert, davon entfielen gut 90 Prozent auf das Gebiet der Marktgemeinde Schierling und knapp zehn Prozent auf den Gemeindebereich Pfakofen.

Die Ehrenamtlichen investieren viel Kraft und Freizeit, um rund um die Uhr Menschen in Not beizustehen und zu helfen. Sie sind auch immer wieder bei Verkehrsunfällen auf der B15 neu im Einsatz. Teamleiter Franz-Xaver Treintl bestätigt eine gute Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen. Die Helfer erfahren auch in der Bevölkerung große Wertschätzung. Das Einsatzfahrzeug ist in Oberdeggenbach stationiert.

Momentan besteht das Kernteam der „First Responder“ aus Franz-Xaver und Thomas Treintl, Stefan Hurzlmeier, Hubert und Sonja Langmantl sowie Daniel Sporer. Alexander Dippold hat 2023 seine Ausbildung zum Einsatzsanitäter abgeschlossen und ist ein neuer HvO Fahrer.

Nun kann das Projekt im August dieses Jahres das 20-Jährige Jubiläum feiern. Seit dieser Zeit haben die HvO über 5300 Einsätze für ihre Mitbürger gefahren. Zusätzlich bilden die Malteser der Bevölkerung auch in Erste-Hilfe-Kurse an und führen für Veranstaltungen ab einer gewissen Größe auf Anforderung den Sanitätsdienst durch.

Dieses Engagement verlangt sehr viel Liebe zum Ehrenamt ab. Sehr stolz sind die Malteser daher auch auf ihre Jugendlichen. „Die Zukunft und der Nachwuchs sind gesichert“, sagt Franz-Xaver Treintl. Die jungen Kräfte werden von den ausgebildeten Gruppenleitern und Gruppenleiterinnen begleitet und gefördert.

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