Massage und Maschinenbau
Unternehmer und Politiker aus der Region in Thailand: „Pole-Position“ für Wirtschaft schaffen

18.06.2024 | Stand 18.06.2024, 12:30 Uhr |

Die Unternehmensbesuche seien – neben einer Thai-Massage – die Highlights der Delegationsreise gewesen, sagt Thomas Max, Geschäftsführer der Firma Intec aus Regenstauf (Lkr. Regensburg). Fotos: StMWi

Polen, Kenia, China, Brasilien: Die Spitzen des bayerischen Wirtschaftsministeriums zieht es regelmäßig in die Ferne. Kürzlich ging eine Delegationsreise unter der Leitung von Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt (Freie Wähler) nach Thailand. Mit dabei war auch ein Unternehmer aus der Region.

Für den Oberpfälzer Gotthardt begann die Reise in der vergangenen Woche am Dienstagabend. Bei etwa elf Grad Celsius startete das Flugzeug mit der Delegation des bayerischen Wirtschaftsministeriums am Flughafen München. Zehn Stunden später landete die Maschine in Bangkok – Ortstemperatur: mehr als 32 Grad. Die Unternehmer, die den Staatssekretär in Thailand begleiteten, hatten sich da bereits an das ostasiatische Klima gewöhnen können. Sie waren vor der Ankunft Gotthardts bereits drei Tage in Vietnam.

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So auch Thomas Max, Geschäftsführer der Firma Intec aus Regenstauf im Landkreis Regensburg. Für ihn war es die erste Delegationsreise. Es sei aber bestimmt nicht die letzte gewesen, erklärt er der Mediengruppe Bayern. Für die Wirtschaft im Freistaat seien solche Angebote „sehr wichtig“. Auch weil das Programm der Reise im Vorfeld auf die jeweiligen Branchen abgestimmt wird. Das „hilft ungemein“, sagt Max.

Thailand: Messe- und Firmenbesuche standen auf dem Programm



So standen bei der Delegationsreise, die bis vergangenen Sonntag dauerte, die Themenbereiche „Maschinen- und Anlagenbau“ sowie „Automationstechnik“ im Fokus. Beides passt perfekt zu Intec. Das Oberpfälzer Unternehmen ist Spezialist für Sortier- und Zuführtechnik sowie Bunker- und Fördersysteme.

In Thailand bekamen die beteiligten Unternehmer und Politiker unter anderem Einblicke in verschiedene Firmen und besuchten eine Fachmesse der Verpackungsindustrie. Thomas Max sei auf der Suche nach Markteinstiegsmöglichkeiten für Intec in dem südostasiatischen Land gewesen, erzählt er. Welche Bedeutung die Region für das Unternehmen spielen könne, sei aber noch unklar. Das müsse er nun nach der Reise ausarbeiten, sagt der Geschäftsführer. „Automatisierung gibt es in Thailand ja schon. Das ist ein guter Anfang.“

Zeitpunkt der Reise: EU und Thailand beraten über Freihandelsabkommen



Auch im Wirtschaftsministerium ist man zuversichtlich, dass das Land für bayerische Firmen an Bedeutung gewinnen wird. Thailand stehe „stellvertretend für die dynamische und rasch wachsende Wirtschaftsregion Südostasien“, sagt Gotthardt. Die Unternehmen aus dem Freistaat könnten dort „neue Kunden, Zulieferer und Betriebsstätten finden“.

Der Freie-Wähler-Politiker findet, dass die Reise zum idealen Zeitpunkt stattgefunden hat. Ihm zufolge gehen die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Thailand über ein Freihandelsabkommen aktuell in eine neue Runde. Das werde zwar noch ein wenig dauern, sagt Gotthardt der Mediengruppe Bayern. „Aber einmal in Kraft, wird das Freihandelsabkommen wie ein zusätzlicher Turbo für die bayerisch-thailändischen Wirtschaftsbeziehungen wirken.“ Deshalb sei es wichtig, frühzeitig vor Ort in einer „wirtschaftlichen Pole-Position“ zu sein.

Bayern plant Büro in Bangkok



In Bangkok will die Staatsregierung eine Auslandsrepräsentanz eröffnen, die laut Gotthardt als „Visitenkarte“ für Bayerns Wirtschaft in ganz Südostasien dienen soll. Den Unternehmen aus dem Freistaat werde so ein Wettbewerbsvorteil in der gesamten Region geschaffen, ist der Politiker überzeugt.

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Für ihn seien die internationalen Delegationsreisen „schöne und wichtige Pflichtaufgaben“. Organisiert werden diese von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bayern International. Dabei handelt es sich um ein Tochterunternehmen des Freistaats, das die gesamte Reiselogistik übernimmt. Die teilnehmenden Unternehmer zahlen lediglich ihre Reisekosten, also vor allem Flug und Hotel.

Für Wirtschaftsstaatssekretär Gotthardt waren in Thailand die Gespräche mit dem Außenminister des Königreichs sowie dem Vize-Premier- und Handelsminister die beiden Höhepunkte der Reise. „Sehr wertvoll“ seien aber auch die Unternehmensbesuche gewesen, sagt der Oberpfälzer Politiker: „Gerade unsere teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmer haben vom Einblick in die Struktur und Arbeitsweise von thailändischen Maschinenbauunternehmen profitiert.“ Intec-Chef Thomas Max kann sich dem nur anschließen. Die Einstellung und Motivation zur Arbeit könne man sich in Deutschland von den Thailändern abschauen, zieht der Geschäftsführer ein Fazit – ebenso wie die Freundlichkeit und die Sechs-Tage-Woche. Die Firmenbesuche waren für Max aber nicht die einzigen Highlights des Ostasien-Trips: Auch eine 90-minütige Thai-Massage sei darunter, erzählt er.