Martin Mayer sucht nach den Malern
Wiedersehen mit Künstlern der Region – Nachlass beschert Kallmünzer Galerist Martin Mayer einige Überraschungen

05.02.2024 | Stand 15.02.2024, 16:46 Uhr
Andrea Leopold

Bei dem Bild des schlafenden Mädchens mit den Initialen „MW“ vermutet Martin Mayer den Oberpfälzer Künstler Michel Wagner. Die zwei nackten Frauen (links) tragen die Kürzel „K.B.“. Foto: Andrea Leopold

Das Herz von Martin Mayer von der Galerie Bergsteig 1 in Kallmünz machte einen kleinen Sprung, als ihn Ende letzten Jahres ein Bekannter anrief: „Wir müssen das Haus von meinem Onkel ausräumen, da ist ein Bild von Kurt von Unruh, kannst Du mir sagen, ob das was wert ist?“

Er brachte es vorbei und Mayer gab seine Einschätzung ab. Im Gespräch ergab sich dann die Information, dass da noch viele weitere Kunstwerke im Nachlass zu finden seien. Kurz entschlossen fuhren sie noch am gleichen Abend hin und luden alle Bilder ins Auto des Galeristen.

In der Sammlung tauchten dann viele Bilder von Künstlern der Region auf, die schon lange nicht mehr zu sehen oder zu kaufen waren. Einziger Hinweis auf ein Sammelkonzept war, dass der Sammler wohl einige der Künstler und Künstlerinnen persönlich kannte, wie beispielsweise Richard Triebe, Gunther E. Schneider, Else Meyer, Johanna Obermüller und Walter Zacharias.

Ein paar Bilder hat der Sammler wohl auch spontan im Urlaub gekauft. Jetzt gibt es ab heute ein „überraschendes Wiedersehen“ mit Künstlern aus Regensburg und der Region in der Galerie am Bergsteig 1. „Es sind durchaus bedeutende Bilder von Malern der Region dabei“, stellt Mayer fest. Bei einigen sehr interessanten Werken konnte er leider den Künstler nicht herausfinden, „der Sammler hat nichts dokumentiert“, sagt der Galerist. Zu undeutlich oder nur in Einzelbuchstaben waren die Bilder signiert. So sieht man auf dem Bild einer abstrakten Landschaft die Ziffern „T.E.M“, bei dem Bild des schlafenden Mädchens mit den Initialen „MW“ vermutet Mayer den Oberpfälzer Künstler Michel Wagner. Die zwei nackten Frauen tragen die Kürzel „K.B.“.

Für Sammler gibt Mayer deshalb den Hinweis: „Wenn Sie Bilder oder Kunstwerke kaufen, bitte dokumentieren Sie zumindest minimalistisch, was Sie gekauft haben, ein Zettel auf der Rückseite des Bildes genügt schon. Ihre Erben und der Galerist werden es Ihnen danken!“ Eindeutig zuzuordnen sind die Bilder von Gunther E. Schneider. Zuletzt 1986 gab es über ihn eine Ausstellung in Regensburg. In den 50ern und 60er Jahren gehörte er dort zur Kunstavantgarde und war Mitglied der Gruppe „Regenbogen“. Von ihm finden sich abstrakte und figurative Arbeiten und Monotypien.

Eine Skulptur und Drucke stammen vom ehemaligen Dombildhauer und Dombaumeister Richard Triebe. Willi Ulfig, Hans Baumann, Kurt von Unruh, Walter Zacharias, Hans Geistreiter und Johanna Obermüller gehören ebenfalls zu den Fundstücken. Obermüller hat unterschiedlichste Sachen produziert und experimentiert, auch mit handgeschöpftem Papier.

Zur Ausstellung gibt es Tage der offenen Tür: An den Sonntagen 25. Februar/10. März/ 24. März und 14. April, jeweils 13.30 Uhr bis 17 Uhr. Außerdem ist sie geöffnet ab heute bis 14. April, von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr.