Tiere
Wiesenbrüter brauchen Hilfe: LBV sucht Freiwillige für den Schutz von Kiebitzen

19.02.2024 | Stand 19.02.2024, 5:00 Uhr |

Der Kiebitz ist der Vogel des Jahres 2024. Foto: Josef Baumgartner, LBV

Sarching. Wie viele andere Bodenbrüter ist der Kiebitz in Bayern stark gefährdet: Seine Bestandszahlen haben in den vergangenen Jahren um rund 90 Prozent abgenommen, der Kiebitz liegt damit mit an der Spitze der aktuell am stärksten bedrohten bayerischen Brutvogelarten – und auch im Landkreis Regensburg ist dieser Trend sichtbar.

Aus diesem Grund gibt es seit 2018 vor Ort eine Gebietsbetreuung, welche zum Großteil vom bayerischen Naturschutzfonds geförderte wird und deren Träger der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ist. Das Ziel ist der Erhalt und Schutz der heimischen Wiesenbrüter.

Eigene Infoveranstaltung

Alina Rudolf ist seit Ende 2021 die Gebietsbetreuerin vor Ort und kümmert sich um die Belange der Wiesenbrüter. Zusammen mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Regensburg sucht sie nun Ehrenamtliche, welche sich vorstellen können, im Frühjahr mit dem Fernglas nach Nestern vom Kiebitz zu suchen und diese zu schützen. Denn dieses Jahr ist der Kiebitz zum Vogel des Jahres 2024 gekürt worden und steht deshalb noch einmal mehr im Fokus. Aus diesem Grund hat die Naturschutzbehörde gemeinsam mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz eine Auftaktveranstaltung zum Kiebitz geplant. Am Mittwoch um 18.30 Uhr findet die Infoveranstaltung im Gasthaus Geser in Sarching statt. Eingeladen sind alle Interessierten, Ehrenamtliche und solche, die es werden wollen. Die zu betreuenden Gebiete befinden sich im südöstlichen Teil des Landkreises zwischen Neutraubling, Sünching und Wiesent, sowie bei Schierling.

Die Hilfe von Ehrenamtlichen ist von großem Wert, wie die Gebietsbetreuerin erzählt. Der Landkreis ist groß und die vielen Wiesenbrüter- und Feldvögel allein zu betreuen ist schwer: „In der Brutsaison von Großem Brachvogel, Kiebitz und Co. bin ich viel unterwegs, auch am Wochenende und an Feiertagen.“ Es werde versucht, alle Brutpaare im Blick zu haben. „Aber manchmal reichen unsere zeitlichen Kapazitäten nicht aus und manche Brutpaare können wir deshalb nicht in dem Ausmaß betreuen, wie wir es gerne würden“, sagt Rudolf.

Damit die Kiebitzbrutpaare hier im Landkreis Regensburg trotz allem eine gute Betreuung erhalten, wird nach tatkräftiger Hilfe für den Vogel des Jahres gesucht. Damit diese Hilfe bestmöglich funktioniert, wird Bastian Thom von der unteren Naturschutzbehörde der Ansprechpartner für alle Kiebitzretter im Landkreis sein.

So übernehmen diese beispielsweise kleine Gebiete, in denen sie nach den Gelegen der Kiebitze per Fernglas Ausschau halten. Wird ein Gelege gefunden, so wird dies an Thom weitergegeben. Anschließend werden Schutzmaßnahmen ergriffen.

Vorwissen ist nicht nötig

„Das Wichtigste für uns ist die Motivation, wirklich helfen zu wollen“, sagt Thom. Vorwissen sei nicht nötig, Ehrenamtliche bekommen vorab eine kleine Einschulung zum „Kiebitzbetreuer“. Es werden Lebensraum, Verhaltensweisen und Tipps weitergegeben, die bei der Beobachtung der Vögel hilfreich sind. Bei einer ersten Begehung der Flächen können die Ehrenamtlichen dann noch einmal durch Rudolf oder Thom unterstützt werden.

Ziel ist es, dass Ehrenamtliche dann eigenständig kleinere Gebiete übernehmen, in denen sie in der Zeit von Mitte März bis Mitte Mai regelmäßig nach Kiebitz-Gelegen Ausschau halten und diese bei Bastian Thom melden.