Zehn Hektar abgebrannt
360 Feuerwehrleute löschen einen der größten Waldbrände im Landkreis Schwandorf

11.07.2023 | Stand 14.09.2023, 21:30 Uhr

Zwei Polizeihubschrauber waren aus Roth und München gekommen und unterstützen durch Wasserabwürfe die Nachlöscharbeiten. Foto: Agnes Feuerer

Die extreme Trockenheit lässt den Feuerwehren im Landkreis Schwandorf kaum eine Verschnaufpause. Nachdem unter anderem am Samstag bei Neukirchen-Balbini rund 5000 Quadratmeter Wald niedergebrannt waren, wurden die Feuerwehren am Dienstag gegen 16 Uhr durch die Integrierte Leitstelle zu einem Flächenbrand bei Oed, einem Ortsteil von Nittenau, gerufen.



Erst standen drei Hektar Feld, dann drei Hektar Wald in Flammen. Später ist klar: Insgesamt wurden wohl zehn Hektar ein Raub der Flammen. Ein Feuerwehr-Großaufgebot eilte an den Brandort. Im Einsatz waren 360 Aktive aus Nittenau, Bergham, Bruck, Bodenwöhr, Neuhaus, Stefling, Kaspeltshub, Schöngras, Sollbach, Steinberg am See, Wackersdorf und Walderbach. Etwas später wurde die FF Pilsheim mit ihrem Waldbrandbekämpfungssatz nachalarmiert.

Landwirte unterstützten die Feuerwehrleute immens durch den Einsatz ihrer mit Wasser gefüllten Güllefässer



Besonders hervorzuheben ist die Hilfsbereitschaft der Landwirte, die mit ihren riesigen, mit Wasser gefüllten Güllefässern die Feuerwehren unterstützten. Der Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis, Hans-Jürgen Schlosser, betonte, dass diese Hilfsbereitschaft – gerade bei diesem Einsatz, der einer der größten im Landkreis war – Gold wert war und nicht genug gelobt werden könne.

Gegen 18 Uhr hieß es Feuer aus. Die Nachlöscharbeiten wurden zuerst aus der Luft getätigt. Von den Standorten Roth und München kamen zwei Polizeihubschrauber, um über der Brandstelle Wasser abzuwerfen. Dies, so Schlosser, entlastete nicht nur die Einsatzkräfte am Boden. Es entstand dadurch auch ein Kühleffekt, der vor allem den Bäumen gut getan habe. Aufgetankt wurden die Wasserbehälter in der nahe gelegenen Sandoase, die zuvor geräumt worden war.

BRK und Johanniter versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen



Die Gesamteinsatzleitung hatte Kreisbrandrat Christian Demleitner inne. Der örtlich zuständigen Einsatzleiter der FF Neuhaus, Franz-Josef Kugler, unterstütze ihn. Die Flughelferstaffel der FF Amberg versorgte die Hubschrauberbesatzung mit den nötigen Informationen. Es gab drei Einsatzbereiche, die von den beiden Kommandanten aus Nittenau und Kreisbrandmeister Heinrich Seltl betreut wurden.

Aber nicht nur die Feuerwehren waren gefordert - die Retter mussten ja auch betreut und mit Getränken und Essen versorgt werden. Diesen Part übernahmen die Betreuungseinheiten des BRK und der Johanniter. Der Einsatzleiter Rettungsdienst Dominik Schmid betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen BRK und Johannitern hervorragend geklappt habe und, dass die Versorgung der Einsatzkräfte ohne die große Hilfsbereitschaft der örtlichen Geschäfte so niemals möglich gewesen wäre.

Landrat und Bürgermeister machten sich vor Ort ein Bild der Lage und dankten den Einsatzkräften



Auch Landrat Thomas Ebeling und Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml machten sich vor Ort ein Bild von der Lage. Beide betonten, dass den Einsatzkräften besonderer Dank gebühre, da sie unter großer Belastung eine unglaubliche Leistung vollbracht hätten. Die Nachlöscharbeiten dauern wohl noch bis in die Nachtstunden an.