Relegation
Acht Vereine wollen in die Kreisliga: Die Fragezeichen sind weiter „oben“

24.05.2024 | Stand 24.05.2024, 17:15 Uhr

Der TSV Dieterskirchen hat Schorndorf besiegt, aber reicht das schon zum Ligaerhalt? Der Jubel war noch etwas verhalten. Foto: rtn

Derzeit lockt die Relegation im Amateurfußball die Zuschauer wieder in Scharen auf die Fußballplätze. Fast 1000 wollten zum Beispiel das Auftaktspiel der Kreisliga-Relegation zwischen dem TSV Dieterskirchen und dem SSV Schorndorf in Neukirchen-Balbini sehen. Dabei jubelten nach einem 3:1-Sieg die Dieterskirchener – aber mit angezogener Handbremse. Denn mit dem Schlusspfiff ist längst noch nicht klar, ob dieser Erfolg bereits den Klassenerhalt bedeutet.

Die Entscheidungen, die ein Fragezeichen hinter diesen Jubel setzen, fallen in den Ligen darüber. Denn letztlich können auf einer Spielebene nur so viele Plätze besetzt werden, wie die Sollzahl der Ligen hergibt. In der Kreisliga sind dies im Kreis Cham/Schwandorf 28 Teams, die sich auf die Gruppen Ost und West aufteilen. Zieht man die aufsteigenden Meister SV Schwandorf/ Ettmannsdorf II und FC Raindorf sowie die Absteiger zur Kreisklasse ab, sind im Moment sechs Plätze frei. Denn der Kreis muss mit dem SC Katzdorf nur einen Direktabsteiger aus der Bezirksliga aufnehmen. Je nachdem, wie die drei Klubs des Kreises in der Bezirksliga-Relegation abschneiden, sinkt oder steigt diese Zahl der freien Kreisliga-Plätze.

Doch die Rechenspiele beginnen bereits eine Liga höher, nämlich bei der Relegation in Richtung Landesliga. Dort wird in Vierergruppen mit Hin- und Rückspiel um Aufstieg bzw. Klassenerhalt gespielt, wobei sich nur ein Verein durchsetzt. In der Gruppe „Landesliga Mitte“ sind dies die Oberpfälzer vom TV Parsberg, TB/ASV Regenstauf und FC Weiden-Ost sowie der Niederbayern-Vertreter SpVgg Ruhmannsfelden. Sollte sich ein Verein aus der Oberpfalz durchsetzen, gibt es in den Bezirksligen drei freie Plätze. Schafft es Ruhmannsfelden, was nach der 0:3-Hinspielniederlage beim FC Weiden-Ost eher unwahrscheinlich erscheint, sind es nur zwei.

Die Relegation zur Landesliga hat also direkte Auswirkungen auf die Spiele zur Bezirksliga. Diese mindestens zwei Runden mit acht Mannschaften werden zunächst getrennt nach Norden und Süden ausgetragen: So spielen im Norden der Relegant der Bezirksliga Nord sowie die beiden Kreisliga-Vizemeister des Kreises Amberg/Weiden und der TSV Tännesberg als „Vize“ des Teilkreises West aus Cham/Schwandorf, im Süden entsprechend der FC Ränkam als Relegant der Bezirksliga Süd sowie die beiden Kreisliga-Vizemeister des Kreises Regensburg und die SpVgg Willmering/Waffenbrunn als Zweiter des Teilkreises Ost aus Cham/Schwandorf. Die Verlierer der ersten Runden spielen in der nächsten Saison in jedem Fall in der Kreisliga. Bei zwei freien Plätzen gehen die Sieger der zweiten Runde in den Bezirk, bei drei Plätzen haben auch die Verlierer dieser zweiten Runde noch eine Chance.

Sollten in der ersten Runde der Bezirksliga-Relegation der FC Ränkam und die SpVgg Willmering/Waffenbrunn ihre Spiele gegen die SpVgg Ramspau bzw. den SV Burgweinting gewinnen, gibt es in der zweiten Runde ein Chamer Derby, so dass ein Kreisverein in jedem Fall oben wäre.

Für die Kreisligen im Kreis Cham/Schwandorf bedeutet dies, dass im schlechtesten Fall – wenn sich also keiner der drei Kreisreleganten für die Bezirksliga qualifiziert – drei Plätze frei wären, im besten Fall aber sechs Plätze, wenn Ruhmannsfelden aus der Landesliga absteigt und sich Tännesberg, Ränkam und Willmering einen Bezirksliga-Platz sichern, was aber nur in einer dritten Relegationsrunde möglich wäre.

Somit müssen der Kreis Cham/Schwandorf und die acht Vereine, die an der Relegation zur Kreisliga teilnehmen, warten, was oben passiert. Bei nur drei freien Plätzen müssten auch die Sieger der Spiele TSV Dieterskirchen gegen SSV Schorndorf (3:1), SG Bruck/Altenschwand gegen Lam I/Lohberg II, SV Haselbach gegen TV Bodenwöhr (am Samstag um 15 Uhr in Steinberg am See) und SG Pemfling/Katzbach gegen SV Diendorf (am Samstag um 18 Uhr beim SV Schwarzhofen) noch einmal ran. Bei vier freien Kreisliga-Plätzen wären die vier Gewinner qualifiziert und die Relegation zu Ende. Bei fünf oder sechs Plätzen hätten auch die Verlierer dieser vier Spiele noch einmal eine Chance.

Es bleibt also spannend. Und vielleicht kann der eine oder andere künftige Kreisligist angesichts der Ergebnisse der ersten Runde der Bezirksliga-Relegation schon am Wochenende am Sofa jubeln...

Von der A-Klasse zur Kreisklasse wird in der Saison 2023/24 keine Relegation gespielt. Grund dafür ist der Umstand, dass in den Kreisklassen drei Plätze frei geworden sind: SF Weidenthal/Guteneck geht freiwillig in die A-Klasse, der SV Leonberg wechselt den Kreis nach Regensburg und die beiden Kreisklassisten SV Grafenwiesen und der 1. FC Bad Kötzting II gehen eine Spielgemeinschaft ein. Um die Sollzahl zu erreichen, bleiben der jeweilige Zwölfte jeder Kreisklasse in seiner Liga und die Zweiten der A-Klassen steigen ohne Relegation direkt zur Kreisklasse auf.

Von der B-Klasse zur A-Klasse wird in dieser Saison ebenfalls keine Relegation gespielt. „Wir haben nicht so viele aufstiegswillige Mannschaften in der B-Klasse“, begründet dies Kreisspielleiter Ludwig Held.