Geschichten aus der Vergangenheit
Als das Jubiläum der Feuerwehr Erzhäuser ins Wasser fiel: Beim 50. Gründungsfest herrschte Dauerregen

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 19:00 Uhr
Randolf Alesch

Heutzutage undenkbar: Vor 73 Jahren formierte sich der Festzug direkt auf der Straße von Bodenwöhr nach Neunburg beim ehemaligen Gasthof Pöll. Foto: tal, Archiv

Aus der seit 1892 bestehenden Pflichtfeuerwehr ging im Jahr 1900 die FF Erzhäuser mit acht Gründungsmitgliedern hervor. Die rührige Wehr kann also im kommenden Jahr auf ihr 125-jähriges Bestehen zurückblicken und feiert Ende Mai 2025 mit einem dreitägigen Fest.

Anlässlich des Jubiläums wird auch eine rund 200 Seiten umfassende Festzeitschrift erstellt, in der sich alles um die Wehr, aber auch um die Geschichte und Geschichten der ehemaligen Gemeinde Erzhäuser dreht. Wegen der Kriegsfolgen feierte die Wehr mit einjähriger Verspätung vor 73 Jahren ihr 50-jähriges Bestehen.

Auf der jetzigen Staatsstraße 2398 von Bodenwöhr nach Neunburg stellte sich der imposante Festzug mit 45 Vereinen auf und marschierte dann zum damaligen Bahnhofsgelände, wo der Festgottesdienst veranstaltet wurde. Nach den Wirren und Schrecken des Zweiten Weltkriegs herrschte trotz der vielen Sorgen, die man nach wie vor hatte, allgemeine Freude, und man war froh, endlich wieder gemeinsam feiern und vergessen zu dürfen. Entsprechend groß war die Teilnahme der Bevölkerung.

Die Organisation des Festes lag in den Händen des damaligen Vorsitzenden Alois Bauer und seines Kommandanten Johann Heinfling. Als Patenverein konnte die FFW Bodenwöhr gewonnen werden. Schon am Morgen des Festtages erfolgte mit dem Weckruf der Stadtkapelle Neunburg der musikalische Auftakt zur großen Feier.

Eine Abordnung des Jubelvereins holte zusammen mit den Festjungfrauen, die lange weiß Kleider trugen, und der Fahnenmutter Anna Schießl sowie der Festkapelle die 45 eingeladenen Vereine vom Ortseingang ab.

Vom Garten der Gastwirtschaft Pöll, der als Festplatz diente, bewegte sich der Kirchenzug zum Garten des Landwirts Georg Wendl in Erzhäuser, der mit dem Bahnhofsgelände als Kirchenplatz genutzt wurde. Dekan Bauer zelebrierte die Messe und nahm die Weihe der neuen Fahne vor.

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Anschließend marschierte man zurück zum Gasthaus Pöll, um das Mittagessen einzunehmen. Zur Mittagszeit hatte dann Petrus kein Einsehen mehr. Der gesamte Nachmittag wurde verregnet, und der Festzug musste ausfallen. Lediglich die Ansprachen und Ehrungen wurden in der Scheune neben dem Festplatz durchgeführt. Somit fiel das 50. Gründungsfest buchstäblich ins Wasser.