Fünf Hektar Uferfläche gemäht
Bauarbeiten kurz vor dem Ende: Eixendorfer See füllt sich langsam wieder

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 15:00 Uhr

Der Entnahmeturm soll künftig eine oberflächennahe Entnahme im See ermöglichen. Foto: WWA

Der Wiederanstau des Eixendorfer Sees schreitet voran. Nach über zweijähriger Absenkphase gehen die Bauarbeiten am sogenannten Entnahmeturm langsam dem Ende entgegen. Dieser soll zukünftig eine oberflächennahe Entnahme im See ermöglichen und somit eine stabile Schichtung des Seewassers erreichen.

Ziel des für Betrieb und Unterhaltung der Talsperre zuständigen Wasserwirtschaftsamtes Weiden ist es, die Rücklösung von Phosphaten aus den Sedimenten zu vermindern. Diese können, zusätzlich zu den über die Schwarzach eingetragenen Nährstoffen, im Sommer bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu einer Blaualgenblüte im See führen.

Der Betonbau am Entnahmeturm konnte zum Jahreswechsel fertiggestellt werden. Momentan laufen Montagearbeiten für Elektro- und Hydraulikleitungen sowie die Hinterfüllung des Entnahmeturms mit Schottermaterial. Die Böschung der Hauptsperre wird mit großen Wasserbausteinen gegen Erosion geschützt. Zudem wird derzeit die Gelegenheit genutzt und die gesamte Elektro- und Meldeverkabelung am Speicher erneuert.

Ende Januar um gut eineinhalb Meter angestaut



Der See wurde Ende Januar 2024 zunächst um gut eineinhalb Meter wieder angestaut. Durch die Regenfälle der vergangenen Tage konnte der sogenannte Normalstau nahezu erreicht werden. Der Speicher ist sozusagen wieder voll. Zwar sind im Turm noch Arbeiten am Stahlwasserbau und Elektrotechnik zu erledigen. Diese können aber im Schutz der vorübergehend gesetzten Dammbalken, die für derartige Arbeiten vorgesehen sind, ausgeführt werden.

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Anfang Mai konnten auch die Antragsunterlagen für das Wasserrechtsverfahren fertiggestellt werden. Das vom Landratsamt Schwandorf durchzuführende Planfeststellungsverfahren wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine Öffentlichkeitsbeteiligung beinhalten. Dies zeige, dass die Rechtsbehörde möglichst alle Belange breit diskutieren und bewerten möchte.

Viel Aufwand in die Uferpflege investiert



Das WWA hat in der Vergangenheit viel Aufwand in die Uferpflege investiert. So wurden etwa fünf Hektar gemäht, das Gras abtransportiert und extern verwertet. Aus den fünf Hektar Uferfläche sind etwa 45Tonnen Mähgut angefallen, die etwa 4,2 Gramm Phosphat pro Kilogramm Trockenmasse beinhalten. Damit wurde dem See, je nach Trockenmassenanteil des Mähguts, ein Eintrag von 35 bis 50 Kilo P-Nährstoff vorenthalten. Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden je rund zwölf Hektar Fläche gemäht und so je rund zehn Kilo Phosphat zurückgehalten.

Laut dem Talsperrenbeauftragten Christian Götz werden extern über die Schwarzach pro Jahr etwa 12,3Tonnen Phosphat und 293,6 Tonnen Nitrat in den See eingetragen.

Auch nach der Inbetriebnahme des Entnahmeturms bleibe deshalb vor allem die Aufgabe bestehen, im Einzugsgebiet und im Seeumfeld des Eixendorfer Sees Maßnahmen zur Verminderung des Nährstoffeintrages in die Schwarzach voranzutreiben. Nur langfristig und unter Einbeziehung aller Belange kann hinsichtlich der Algen tatsächlich von einer Entspannung ausgegangen werden, heißt es vonseiten des Wasserwirtschaftsamtes.

Es gilt also, neben den Maßnahmen im See, den Nährstoffeintrag aus der Fläche im rund 420 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet (Kläranlagen, Uferbereiche, landwirtschaftlich genutzte Flächen) konsequent zurückzuhalten und dort lokale Lösungen umzusetzen. Gewässerrenaturierung in den Oberläufen oder das vom Amt für Ländliche Entwicklung bereits geplante „Boden:Ständig“-Projekt im unmittelbaren Seeumfeld wären hierfür beispielhaft. Die Erosionsschutzmaßnahmen aus „Boden:Ständig“ erhalten zum einen den Boden als wichtigstes Produktionsmittel und gleichzeitig verringern sie den Nährstoffeintrag in Gewässer signifikant.