Umfangreiche Maßnahmen nötig
Botschaft aus der Vergangenheit bei der Kirchturmsanierung in Saltendorf entdeckt

04.07.2023 | Stand 14.09.2023, 22:02 Uhr
Werner Artmann

Bei der Inspektion des Turmkreuzes gab es eine Überraschung: In die Kugel befand sich ein Schreiben, auf dem Zeitpunkt und Anlass sowie der Verantwortliche Pfarrer und die Handwerker zur Renovierung der Turmkuppe dokumentiert wurden. Foto: Werner Artmann

Im Stahlgerüst präsentiert sich derzeit der Kirchturm der Marien-Wallfahrtskirche von Saltendorf an der Naab. Grund dafür sind Renovierungsarbeiten an der Turmhaube, die zuletzt vor über 110Jahren saniert wurde.

Im Laufe der Zeit sind tragende Balken morsch geworden. Auch zeigten sich Wasserschäden an den Auflagen der Turmspitze.

„Die Sanierung des Saltendorfer Kirchturms ist deshalb eine Notmaßnahme“, erklärt Kirchenpfleger Matthias Obermeier. „Würden wir jetzt nicht handeln, wäre die Statik und damit die Verkehrssicherheit des Turm gefährdet.“ Als Partner holte sich die Kirchenverwaltung den renommierten Architekten Michael Feil aus Regensburg ins Boot, der auf eine Vielzahl gelungener Kirchenrenovierungen zurückblicken kann.

Eine Menge Bürokratie

für Pfarrer Dekan Michael Hirmer

Schon vor 18 Monaten begannen die ausführlichen Bestandsaufnahmen und Planungen, die beim Bauherren, der Kirchenverwaltung Saltendorf, durchaus für Stirnrunzeln sorgten. „Die Macht der Bürokratie insbesondere eines Denkmalamtes ist für mich als Normalbürger oft nicht nachvollziehbar“, kritisiert der Teublitzer Pfarrer Dekan Michael Hirmer. Die Menge von Gutachten und Vorgaben, die bei einem öffentlichen und historischen Gebäude einzuholen oder zu beachten sind, sei beträchtlich. Umso mehr lobt der Geistliche die Arbeit des Architekten. „Ich bin froh, dass wir mit Michael Feil einen Architekten an unserer Seite haben, der nicht nur fachlich qualifiziert ist, sondern das Sanierungsprojekt für alle Beteiligen transparent aufbereitet und organisiert.“

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So konnte im Frühjahr dieses Jahres eine Kostenberechnung in Höhe von knapp 580000Euro vorgelegt werden. Knapp die Hälfte davon übernimmt das Bistum. Kleinere Beträge kommen aus Töpfen des Denkmalschutzes, dem Bezirk und der Stadt Teublitz, die zum Beispiel die Kosten für die Ertüchtigung der Turmuhr übernimmt. Den Rest der Kosten trägt die Kirchenstiftung Saltendorf. Vor den Pfingstferien begannen die ersten Arbeiten am Kirchturm. Im unteren Bereich wurde der Putz abgeschlagen, um Feuchtigkeitsschäden zu beheben. Derzeit steht schon das Gerüst, das aufwändig an mehreren Stellen im Kirchturm verankert werden muss, weshalb eine eigene Abnahme und eine Prüfung der Statik nötig ist. Nach dieser können die eigentlichen Bauarbeiten in etwa 30 Metern Höhe beginnen. Die Verkupferung der Turmhaube wird abgenommen, um die tragenden Balken und die Schalung zu erneuern. Danach wird die Kuppel wieder neu verkupfert.

Umfangreiche Arbeiten am ganzen Turm sind nötig



Neben den Arbeiten an der Turmspitze sollen gleich weitere Sanierungen und Schönheitsreparaturen durchgeführt werden. „Wenn wir schon so ein teures Gerüst aufstellen, dann ist es auch sinnvoll, den Blitzschutz, die Schalldeckel des Glockenstuhles und die Ziffernblätter der Kirchenuhr samt Zeigern zu überarbeiten beziehungsweise zu erneuern“, erklärt Kirchenpfleger Matthias Obermeier.

Botschaft aus der Vergangenheit



Auch das Turmkreuz mit der Kugel wurde abmontiert und am Kirchenvorplatz gelagert. Als man die Kugel öffnete, fand man in einem Kupfergefäß ein handgeschriebenes Blatt mit der Aufschrift: „Saltendorf, 25.4.62. Diese Turmkuppe wurde anlässlich der Renovierung der Kirche zur 800-Jahr-Feier von Saltendorf unter Leitung von Stadtpfarrer Karl Ketterl Teublitz von der Fa. Hans Duschinger & Sohn Teublitz neu eingedeckt. Mitarbeiter: Rupert Duschinger; Gesellen: Rudolf Brütting, Franz Hartmann und Ernst Körner aus Teublitz, Lehrlinge Franz Zitzl Teublitz Willi Merl Saltendorf, Teublitz, den 25.4.1968 Elisabeth Duschinger.“

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Die Bauarbeiten am Kirchturm dauern noch bis Ende Oktober, Anfang November. „Bleibt zu hoffen, dass diese Baumaßnahmen dann auch wieder über 100 Jahre halten werden“, so der Teublitzer Pfarrer. Er wird bei der Fertigstellung nicht mehr im Amt sein, sondern die Sanierungsmaßnahme im September an seinen Nachfolger Lucas Lobmeier übergeben.