Schutzzäune werden aufgestellt
Bund Naturschutz: Krötenwanderung erfordert auch im Kreis Schwandorf besondere Vorsicht

27.02.2024 | Stand 27.02.2024, 19:00 Uhr

An betroffenen Straßenabschnitten werden in den nächsten Tagen Schutzzäune für die Tiere errichtet. Foto: Paul Riederer

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer des Bund Naturschutz bauen in diesen Tagen Schutzzäune auf, um Kröten bei ihrer Wanderung vor dem Tod auf der Straße zu bewahren. Im Landkreis Schwandorf wurden in den vergangenen Jahren im Schnitt 3100Tiere eingesammelt.

Die ansteigenden Temperaturen locken nach Angaben des Bund Naturschutz Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Darum werden von der BN-Kreisgruppe Schwandorf und ihren Ortsgruppen und von den Straßenbaubehörden überall im Landkreis Schwandorf Amphibienschutzzäune aufgebaut.

Tiere sind aktuell auf Wanderschaft



„Ab einer nächtlichen Temperatur von etwa fünf Grad und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise auf Wanderschaft. Deshalb sind in diesen Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren morgens und oft auch am Abend die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite“, sagt Oskar Deichner, Biologe bei der Kreisgruppe Schwandorf. „Bis etwa Mitte April muss man auf den Straßen mit den Amphibien rechnen oder mit Menschen, die zu ihrem Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind“, so Deichner weiter.

Im Kreisgebiet befinden sich Amphibienzäune bei: Schwandorf/Neukirchen, Burglengenfeld, Nabburg, Trisching, Pfreimd, Trausnitz und Pullenried. Insgesamt sind acht Schutzzäune aufgebaut. Etwa 30 ehrenamtliche Helfer betreuen über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen die Übergänge. Im vergangenen Jahr konnten auf diese Weise etwa 3100 Erdkröten und andere Amphibienarten vor dem Tod auf der Straße bewahrt werden. 2014 waren es 3900, in 2012 sogar noch 6500 Tiere.

Zehntausende von Kröten gerettet



Deichner wünscht sich, dass die Krötenrettung im Landkreis an all diesen Strecken auch in Zukunft weitergeht: „Über die Jahrzehnte konnten wir Zehntausende Kröten und Frösche vor dem Verkehrstod retten. Allerdings kommen viele Helferinnen und Helfer in die Jahre. Wir hoffen, dass die Betreuung der Zäune nun von Jüngeren übernommen wird.“ Aktuell werden für den Zaun bei Burglengenfeld noch dringend Helfer gesucht.

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Festzustellen ist laut Bund Naturschutz, dass in den vergangenen Jahren an vielen Übergängen die Anzahl der Tiere in den Fangeimern sinkt. Klaus Pöhler, Vorsitzender des BN Schwandorf, warnt: „Wenn wir nicht entschiedener gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre zur Regel. Selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden.“ Für den Erhalt der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssten die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden, erinnert Pöhler: „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden.“

Autofahrer sollen Tempo reduzieren



Wegen der Aktionen ruft der Bund Naturschutz alle Autofahrer in den kommenden Wochen zu besonderer Rücksichtnahme auf. Wo Amphibienzäune errichtet seien, sollten Verkehrsteilnehmer auf die Helfer am Straßenrand achten, auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführten, das Tempo reduzieren. Und wird eine Stelle mit vielen toten Kröten, aber ohne Amphibienzaun entdeckt, sollte sie per Mail an amphibien@bund-naturschutz.de gemeldet werden.