Größter Verein in der Gemeinde
DJK Steinberg blickt auf 60 Jahre zurück: Die Freude am Sport steht im Vordergrund

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 17:00 Uhr |
Jakob Scharf

Diese Mannschaft holte 1970 die erste Meisterschaft für die DJK-Fußballer. Es folgten in 60 Jahren noch einige Meisterschaften, aber auch Abstiege, wie in der abgelaufenen Saison 2023/24. Foto: Jakob Scharf, Archiv

Vor 60 Jahren wurde der DJK-Sportverein in Steinberg aus der Taufe gehoben. Dazu findet am Samstag ein Kommersabend statt, in dessen Mittelpunkt Rückblicke und Ehrungen stehen. Der damalige Ortspfarrer Michael Gschwendtner hatte entscheidenden Einfluss auf die Gründung, Tischtennis und Fußball waren die ersten Sparten.

Am 31. Mai wurde mit knapp 100 Gründungsmitgliedern und dem -vorsitzenden Bürgermeister Johann Bauer der Verein gegründet, am 19.Juli wurde er mit 23:5 Stimmen DJK getauft. Der Monatsbeitrag betrug für Erwachsene eine Mark, für Jugendliche 75 Pfennig und für Kinder 50 Pfennig.

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Der Gründungspfarrer hatte engagiert gegen einen TV oder einen FC plädiert; die DJK ist eigentlich eine katholische Sportorganisation, bei der nicht der Sieg um jeden Preis oder das Geld dominieren soll, sondern der Mensch und die Freude am Sport sollen im Mittelpunkt stehen. Die Maxime vom Dorfverein, in dem sich jeder wohlfühlen soll, wird auch von den inzwischen dazu gekommenen Abteilungen Gymnastik, Ski- und Bergwandern sowie Tennis bewusst gelebt.

Die Tischtennisspieler vertraten nach der Gründung als erste bei Punktspielen die grün-weißen Farben, die Fußballer konnten 1970 ihre erste Meisterschaft feiern und in die B-Klasse (heute Kreisklasse) aufsteigen. Sehr früh trennte sich wieder die Eisstockabteilung und gründete einen eigenen Verein. Kurzzeitig hatte die DJK auch eine Dart-Abteilung, die offiziell noch bestehende Kegelabteilung hat trotz einer SG mit dem TV Wackersdorf große Existenzprobleme.

Der Pfarrer musste als Vorsitzender aushelfen

Insgesamt zählt die DJK heute aber rund 800 Mitglieder und ist der größte Verein in der Gemeinde. „Lebe Deinen Sport in der DJK-Familie“ ist das Motto. 1971 kam es zur Gründung einer Damen-Gymnastikabteilung. Vorsitzender Johann Bauer trat nicht mehr an und Josef Kammerl, der derzeit zusammen mit Jakob Scharf einziges Ehrenmitglied der DJK ist, wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Beim zehnjährigen Jubiläum mit Fahnenweihe konnte die DJK schon stolz auf fünf Fußball- und sechs Tischtennismannschaften sowie eine Damen- und Herrengymnastikabteilung verweisen. 1976 wurde das Sportheim eingeweiht, das später aufgestockt wurde und heute ein Schmuckstück ist. Zwei Jahre später gründen die Fußballer eine AH-Mannschaft, die derzeit in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Fischbach sehr erfolgreich ist.

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1979 musste Pfarrer Michael Gschwendtner in einer Krise in die Bresche springen und führte die DJK, bis 1979 Josef Bauer den Chefposten übernahm. In diese Zeit fiel auch die erfolgreichste Periode im Jugendfußball, wie überhaupt die Jugendarbeit in allen Abteilungen zu einem Markenzeichen der DJK geworden ist.

1984 wurde die Tennisabteilung ins Leben gerufen, die mit viel Eigenleistung ein schönes Sportgelände mit Sportheim errichtete. 1986 folge Ski- und Bergwandern. Damit verfügt die DJK mit Ski- und Bergwandern, Tennis und Fußball über drei Vereinsheime.

Nach dem Rücktritt von Josef Bauer führte Horst Kaindl den Verein. Der „Schandfleck“ Reserveplatz am Ortseingang wurde beseitigt, heute ist der Schulsportplatz zusammen mit dem vom Fußball-Jugendförderverein errichteten Mehrzweckgebäude eine Bereicherung. 1989 gab es mit Hartmut Schwarz einen neuen Vorsitzenden. War bis dahin die Leitung der Fußballabteilung fast identisch mit dem Führungspersonal des Hauptvereins, gab es nun eine neue Struktur.

1993 wurde Karl Rathgeb neuer Vorsitzender. Er führte den Verein sechs Jahre und übergab an seinen Nachfolger Harald Bemmerl, der 2003 zunächst keinen Nachfolger fand und sich bereit erklärte, nochmals zwei Jahre weiter zu machen, bis ihn Christian Scharf ablöste. 2007 übernahm dann Bernd Hasselfeldt die Führungsposition und ist nun mit 17 Jahren der am längsten amtierende Vorsitzende in der Vereinsgeschichte. In seiner Amtszeit gab es viele Erfolge – sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Zulauf im Jugendbereich in den Abteilungen

2013 gründeten die Jugendfußballer mit dem TV Wackersdorf und etwas später mit dem SV Fischbach die Juniorenfördergemeinschaft Oberpfälzer Seenland. Die Herrenmannschaften gingen eine Spielgemeinschaft mit dem SV Fischbach ein. Besonders erfolgreich ist momentan die TT-Abteilung, die oberpfalz-weit aufhorchen lässt und zuletzt mit der Damenmannschaft sogar den Deutschen Pokalsieg feierten. Aber auch die Jugendlichen sind auf Oberpfalz- und Bayern-Ebene erfolgreich. Die Abteilungen freuen sich derzeit über Zulauf an sportbegeisterten Kindern und haben ein breites sportliches und gesellschaftliches Angebot für alle Altersklassen.

Ein Blick auf die Anfänge der DJK Steinberg



Tischtennis: Die Grundlagen für die DJK wurden schon ein, zwei Jahre vor der offiziellen Gründung vor 60 Jahren gelegt, als Pfarrer Michael Gschwendtner die Dorfjugend im Pfarrerstadel in die Kunst des Tischtennisspielens einweihte.

Fußball: Der 14-Jährige Jakob Scharf gründete in etwa zur selben Zeit mit einem Dutzend jüngerer Spieler im zum Vereinslokal umfunktionierten ehemaligen Ziegenstall seiner Oma die Fußball-Amateure Steinberg gründete.

Bündelung: Dieses Sportinteresse griff der Ortspfarrer auf, zumal bereits eine ganze Reihe von Steinbergern beim TV Wackersdorf, SV Fischbach oder TSV Klardorf Fußball spielten.