Ruhestand
Franz Klarner war mehr als 30 Jahre Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern

16.05.2024 | Stand 16.05.2024, 17:00 Uhr

Bei einer Feier im Kreis seiner Familie, Kollegen und Gäste ist Franz Klarner (4. v. l.) in den wohlverdienten Ruhestandverabschiedet worden. Robert Keppler (Mitte) tritt in seine Fußstapfen. Foto: Caroline Keller

Franz Klarner (65), Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern Schwandorf der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) der Diözese Regensburg, ist am Mittwochvormittag bei einer Feier im Haus des Guten Hirten in Schwandorf in den Ruhestand verabschiedet worden.

Mehr als 30 Jahre lang leitete Klarner die Beratungsstelle in Schwandorf. Er blickte nicht nur gemeinsam mit Kollegen auf sein Arbeitsleben zurück, sondern wagte auch einen Blick in die Zukunft.

Erinnerungen an ersten Tag

Wie Michael Eibl, KJF-Direktor, in seiner Laudatio erzählte, interessierte sich Franz Klarner schon in seiner Schulzeit für die Psychologie. Seine ersten Erfahrungen machte der 65-Jährige nach dem Abitur in einem Kinderheim in Berchtesgaden. Zum Studium zog es den gebürtigen Straubinger 1981 nach Regensburg. Die Stadt habe ihn nicht mehr losgelassen. Dort lernte er auch seine Frau Brigitte kennen. Bevor er 1991 als Psychologe an der Beratungsstelle in Schwandorf anfing, arbeitete Klarner in einem Kinderhort in einem sozialen Brennpunkt, war als familiengerichtlicher Gutachter und für den Arbeitskreis Legasthenie tätig. Nach zwei Jahren in Schwandorf hat der Psychologe die Leitung der Beratungsstelle, erst kommissarisch, dann dauerhaft, übernommen.

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An seinen ersten Tag in Schwandorf kann sich Klarner gut erinnern. Er weiß noch ganz genau, dass es ein Freitag war. Er habe versucht, sich in die Rolle als Berater einzufühlen. Doch ihm kamen die ersten Zweifel. „Was mache ich hier? Ist der Schuh nicht viel zu groß, den ich mir hier angezogen habe?“, erzählte er bei der Feier. Diese Gedanken seien ihm, als er dann Leiter wurde, nochmal gekommen.

Nun, mehr als 30 Jahre später, ist er sich sicher: „Manchmal war der Schuh zu groß, aber manchmal auch zu klein.“ Er habe 30 Jahre viel gearbeitet und viel gegeben. Umso schöner sei es für ihn, dass er aber auch genauso viel zurück bekommen habe. Vor allem das Vertrauen, das ihm nicht nur Eltern, sondern auch Kinder und Jugendliche in seiner Arbeit entgegen gebracht haben, habe ihn in seiner Tätigkeit bestätigt. Vor allem Pflegeeltern lagen ihm besonders am Herzen. Dass sich das Verständnis von Familie über die Jahre verändert hat, merkte auch stellvertretender Landrat Jakob Scharf (CSU) in seinen Grußworten an.

Veränderungen in der Familie

Wo früher die traditionelle Familie aus Mutter, Vater und Kind bestand, seien die Konstellationen heute flexibler und individueller. Scharf selbst weiß, wie viel Einsatz und Einfühlungsvermögen in einem pädagogischen Beruf nötig seien. Er lobte Klarner: „Besser hätte man ihre Arbeit nicht bezeichnen können.“

Zum 1. Juni geht Klarner offiziell in die Altersteilzeit und dann in den Ruhestand. Was er dann mit seiner Zeit anfange? Haus und Garten sowie die Enkelkinder würden ihn schon beschäftigen. Ansonsten habe der Radsportfreund sich viele Radtouren vorgenommen. Einen Blick in die Zukunft zu wagen, fand der 65-Jährige dann doch schwieriger. Deshalb zitierte er mit einem Schmunzeln aus einem Loriot-Film: „Entschuldigung, das ist mein erster Ruhestand. Ich übe noch.“

Neuer Leiter der Beratungsstelle

Zur Person: Diplom-Psychologe Robert Keppler ist 48 Jahre alt.

Werdegang: Keppler studierte Psychologie an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Seit 20 Jahren ist er in den unterschiedlichsten Bereichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Praxen und Kliniken in Würzburg, Augsburg, Weiden und Regensburg tätig. Zuletzt arbeitet er in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirksklinikum Regensburg.

Offizieller Antritt: Ab 1. Juli wird Keppler die Leitung der Beratungsstelle übernehmen.