ILS Oberpfalz-Nord zog Bilanz
Gesamtzahl der Notrufe ging leicht zurück: Doch allein in Schwandorf wurde 7400 Mal alarmiert

01.03.2024 | Stand 01.03.2024, 19:00 Uhr
Ralf Gohlke

Im vergangenen Jahr hatten die Disponenten der ILS Oberpfalz-Nord alle Hände voll zu tun. Symbolbild: Patrick Seeger, dpa

Wenn Bürger in einem Notfall die 112 wählen, sind es immer Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle Oberpfalz-Nord, die ihnen weiterhelfen. Dies geschah im Vorjahr genau 134968 Mal – eine leichte Abnahme gegenüber dem Vorjahr.

Der Rettungsdienst wurde dabei mit 88839Meldungen am häufigsten benötigt. Die technischen Hilfeleistungen legten auf 7770 Fälle deutlich zu. Erstmals verzeichnet wurden zudem 36 Einsätze im Bereich Katastrophenschutz, hier vor allem durch Gasaustritte.

Derzeit ist die Integrierte Leitstelle (ILS) dabei, die Arbeit der momentan noch getrennt bestehenden Betriebsstätten Amberg und Weiden im Sinne der Anfang 2023 vollzogenen Fusion zu koordinieren. Dementsprechend erfolgte die Offenlegung der Einsatzbilanz für 2023 erstmals als Gesamtzahlenwerk, zusätzlich aber auch aufgeschlüsselt für beide Betriebsstätten. „Das soll aber kein Wettbewerbsvergleich zwischen den Betriebsstätten sein“, betonte der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling als Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung.

Mehr Notrufe betrafen Kinder bis zwölf Jahre



Das umfangreiche Zahlenwerk präsentierte Jürgen Meyer, Leiter der Betriebsstätte Weiden und Pressesprecher. Er verdeutlichte, dass Zahlenschwankungen bei den verschiedenen Einsatzszenarien, zum normalen Alltag gehörten. Auffällig sei dagegen die leicht steigende Tendenz bei Kindern bis zwölf Jahre auf 2189 Einsätze – vom Bereich der „normalen Erkrankung“, über Traumata nach Stürzen und Verkehrsunfälle bis hin zu echt lebensbedrohlichen Fällen von Fieberkrämpfen und Atemnot. Fast 700 Kinder seien allein von letzterem betroffenen gewesen. Dem standen im gleichen Zeitraum rund 183 Geburten gegenüber, die außerhalb eines Krankenhauses unterstützt wurden.

Verdeutlicht wurde auch die Bedeutung der Berg- und Wasserrettung, die immerhin in 300Fällen erforderlich waren. Im Zusammenhang mit Brandeinsätzen zog Meyer die positive Bilanz von rund 540geretteten Personen.

Der durchschnittliche Tag eines Disponenten



Um den Arbeitsanfall für die Disponenten darzustellen, wurden die Durchschnittswerte für einen Tageseinsatz bei der ILS zusammengefast. Dazu gehörten 37 Herz- oder Kreislauferkrankungen, davon zwei bis drei mit Reanimation, 16Schmerzzustände, vier Alarmierungen durch Brandmelder, fünf Wohnungsöffnungen, fünf bis sechs Verkehrsunfälle, Bewusstseinsstörungen in 13 Fällen, sechs erkrankte oder verletzte Kinder, 111 Krankentransporte, 27 Traumaverletzte, 18 bis 19 technische Hilfeleistungen, 13 bis 14 sonstige Verletzte, dabei auch drei Vergiftungen und nicht zuletzt auch 79 Fehlbedienungen des Notrufs.

Krankenhäuser nicht immer aufnahmebereit



Dargestellt wurden auch die Zahlen für den Rettungsdienst und die Feuerwehren der größeren Städte und Gemeinden, wobei Schwandorf mit 7401Einsätzen zu Buche schlug, Burglengenfeld mit 2926, Nittenau mit 2461, Neunburg mit 1325 und Oberviechtach 1315. Mit etwas Sorge blickte Josef Kick, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts, auf die Entwicklung bei den Krankenhäusern. So erfolgten bereits jetzt pro Tag im Schnitt 4,4 Abmeldungen von der Aufnahmebereitschaft, und dies sowohl in Weiden als auch in Amberg. Diese würden allerdings zurückgezogen, sobald es wieder freie Kapazitäten in den Notaufnahmen gebe.

Bei der Zusammenführung beider Betriebsstätten mit ihren rund 127 Beschäftigten sei man auf einem guten Weg, betonte Jürgen Meyer. Für das neue Gebäude, dass in Wernberg-Köblitz entstehen wird, gebe es bereits einen Notartermin, so Landrat Ebeling.